Mival †

Wer war Mival?

Mival war ein Rätsel, das sich in Llorkh stellte. Ein Unbekannter. Ein Gast. Ein Mann mit Absichten. Absichten, die nicht unwesentlich mit Mone Saoirse verknüpft waren.

Beschreibung

Ein Mann mittleren Alters mit gebräunter Haut, wachem Gesichtsausdruck und einer gewissen Ausstrahlung der Ruhe. Ihm fehlte die Hektik des Städters, die Naivität des Bauernburschen und die Verbissenheit des Eiferers. Und dennoch stand ihm ins Gesicht geschrieben, dass er nicht nur Zuschauer in der Welt ist.

Die Stimme war sehr variabel und hatte Volumen. Möglicherweise trainiert? Der Rest seines Körpers rangierte am Durchschnitt, könnte man meinen.

Kurze Lebensgeschichte

Geboren 1343, Selgaunt, Sembia, als zweiter Sohn einer Konditorfamilie.

In den Jugendtagen verdingte sich Mival bereits als Laufbursche für zwei adelige und mehrere bürgerliche Häuser in Selgaunt. Im jungen Alter von 17 (1360) wurde er dann unfreiwillig in den sembischen Armeetross gepresst, den Mival auf dem Kreuzzug gegen die Tuigan-Horde begleitete. Während dieses Feldzuges unter Azoun IV von Cormyr, wurde Mival zum Botenreiter, Meldegänger und Ausrufer herangezogen. Er kam in Kontakt mit den militärischen Gepflogenheiten, Zeremoniell und dem politischen Protokoll der alliierten Länder. Bis 1365 blieb er im Militärdienst und diente Sembia als Rekrutierer, Stabsmelder und ab und an als Kundschafter.

Das Militärleben war ihm dennoch keine Option. Da er ohnehin nach wie vor keinen Rang inne hatte, nahm er seinen Abschied und bereiste nun Sembia als kundiger Botenreiter und Depeschenkurier. Insbesondere zwischen Sembias Küste und den inländischen Tälern. Er wurde rasch berühmt durch seine mal spritzigen und darbieterischen, mal sehr diskreten Dienste.

Im Jahr 1372 bot ihm ein Adelshaus in Ordulin ein festes Gehalt an und beschäftigte ihn als Unterhalter, Bote und auch Wappenbewahrer. Denn mit der höfischen Gesellschaft der Herzlande war er recht gut vertraut und kannte viele Wappen, Namen und Ereignisse.

Nach vier Jahren Dienst (1376) in höfischen Kreisen hatte er bei einem Kutschenbegleitdienst Gelegenheit einer Adeligen aus dem renomierten Haus Fuchsmantel das Leben mit Erster Hilfe nach einem Unfall zu retten. Daraufhin nahm Haus Fuchsmantel Mival als "Schützling und Freund" auf. Er bekam den nicht-erblichen Titel eines Edlen von Fuchsmantel. Seine Tätigkeiten blieben die gleichen, nur sein Stand und Ansehen war gehörig gestiegen.

Schon 1377 wurde Mival vom Hausherrn Fuchsmantel in den Dienst des Tempels der Siamorphe zu Ordulin abgeordnet. Zuerst sollte er dort bei der Berichtsammlung über Adelige beistehen und seine Erfahrungen aus dem Kreuzzug zu Protokoll geben, doch schon bald war er wieder auf der Straße unterwegs. Der Kirche des Siamorphe diente er nun viele Jahre als Emissär, Kundschafter und Bote. Er bereiste abgelegene Herrschaftsgebiete, forschte nach vermissten Adelsfamilien, klärte Neugeburten, Todesfälle und Erbfolgen auf. Das ziel war meist die Wahrung und Protokollierung der gerechten Erbfolge. Ab und an jedoch, galt es auch Betrügern, Heiratsschwindlern, Ehebrechern, Verrätern oder Fahnenflüchtigen Offizieren nachzuspüren.

Im Jahr 1387 erfährt Mival vom fragwürdigen Auftauchen einer Frau die den Namen "Freiherrin Saoirse" trägt. Angeblich im entfernten Llorkh, im Dienst der Zhentarim. Eine Reise ohne Wiederkehr begann im Dienste der Kirche der Siamorphe.


Autor: Letos