| Autorin: | Kathaphaia |
| Verfasst: | Llorkh, Mirtul 1388 TZ |
| Form: | Gebundenes Manuskript |
| Umfang: | 40 Seiten |
| Sprache: | Drakonisch und Alzhedo |
| Anspruch: | sehr hoch |
| Nachweis/Zugang: | Arkaner Zirkel, offen zugänglich |
Das Dokument ist eine Forschungsskizze und ein Verlaufsbericht Zugleich. Die Verfasserin rekonstruiert die arkane Thesis des Antimagischen Feldes mit groben Pinselstrichen und Zügen in der nesischen Tradition als "Trebbes Kontramagie". Es wirkt fast, als sei das Werk von Eile getrieben worden. Das macht es auch durchaus anspruchsvoll. Wichtige Grundlagen werden vorausgesetzt, knappe Verweise skizzieren umfassende Theorieaspekte und der Bereich der Performanz und Praxis wird schlichtweg als selbstverständlich ausgespart. Dennoch kann man aus dem Werk die Formel des Antimagischen Feldes mit einiger Arbeit ableiten.
Inhaltsverzeichnis (ausblenden)
1. Theoretischer Rahmen
Die Rekonstruktion des Antimagischen Feldes ist eine Kernaufgabe der Kontramagie. In ihr wird eines der Grundprinzipien dieser Schule zur Anschauung gebracht: die aktive Verdrängung.
In der Feldtheorie des Arkanen nimmt die mehr oder minder gleichförmige und ungerichtete Durchsetzung der Welt durch das arkane Gewebe einen prominenten Stellenwert ein. Alles und Jedes soll nach diesem Modell arkaner Denkensart durch das Gewebe durchsetzt sein und dabei gewissen Regelgesetzen folgen. Die Feldtheorie zieht ihr Potential aus der Kraft der Beschreibung und ihrer verlässlichen Verbildlichung und Prognose arkaner Vorgänge in der Welt. Damit hat die Feldtheorie sowohl den mystischen Ansätzen die wissenschaftliche Strenge voraus, als auch den arithmetischen Ansätzen die Nachvollziehbarkeit und Plausibilität. Den ersteren steht sie freilich in der Unbegrenztheit des Denkens von Möglichkeiten nach, den letzteren in der Präzision der Vorhersage.
Der theoretischen Debatten ungeachtet, ist das Antimagische Feld Kernbestand der Kontramagie. Und zwar ein solcher, der die Feldtheorie maßgeblich bestätigt und belegt. Aus diesem Grund, da diese Thesis sozusagen Vorreiter der Feldtheorie ist, wird im Folgenden auf ihr Vokabular gebaut.
2. Grundsätzliche Weise der Verdrängung
Die Durchsetztheit der Welt durch die matrix naturalis (m.nat.) ist ein vorausgesetztes Faktum. Magie wirkt dort, wo Mystras Gewebe vorhanden ist. Urtümlich und ungerichtet als m.nat. oder in ordnender Weise strukturiert und zu Gewebeeffekten formiert, in Form der matrix artificialis (m.art.), oder eben als Form bewusster Potentialität des Formens - d.i. matrix arcana (m.arc.) als arkan aktiver Geist der Zauberwirker.
Auf die Relationen der matrices und ihrer je eigenen AUsprägungen kann hier nicht eingegangen werden. Ich habe dies an anderer Stelle für die arkane Früherziehung der arkanen Blüte Llorkhs ausgeführt. Wichtig ist hier herauszustellen, dass eine Manipulation der m.nat. durch m.arc. nur im Medium selbst und durch das Medium selbst erfolgen kann. - Magie kann nur durch magisches Gewebe wirken.
Die früh erkannte Grundidee der klassischen Kontramagie ist nun die Form der Verdrängung, die als "Aktive Verdrängung" Teil der passiven Magica Contraria ist. Wie hinlänglich bekannt, widmet sich die passive Contraria der Vermeidung und der Verhinderung als bannmagische Grundstrategien. Und beiden ist gemein, dass sie in der Verdrängung die letztliche Reinform finden.
Was ist also die Aktive Verdrängung als Teil der passiven Magica Contraria? - Sie ist die Möglichkeit einen feldleeren Raum zu schaffen (nihili horribilis). Per Definition ist der feldleere Raum bestimmt als Pm.nat = 0. Mystras Gewebe ist nicht vorhanden. Dadurch ist es unmöglich arkanes Wirken innerhalb des feldleeren Raumes herzustellen, ohne zuvor explizit diesen Zustand aufzuheben.
Aksa sprach hier vom "Stahlgehäuse des Nichts" und er hat damit durchaus bildhaft gesprochen, wie nun aufgezeigt werden wird.
3. Konstruktion des feldleeren Raums
Die Thesis des Antimagischen Feldes ist die standardisierte Thesis zur Erschaffung eines feldleeren Raumes um den Arkanisten. Im ersten Moment stockt man hier. Wie soll eine m.art. einen Zustand von Pm.nat. = 0 herstellen können? M.art. kann ja ohne m.nat. nicht bestehen.
Die Beschreibung von m.art. macht das Verfahren der Konstruktion des feldleeren Raumes jedoch plausibel. Sie hat die Form πd². Die Thesis verformt die im Regelfall horizontal ungerichtet und vertikal konstante m.nat. zu einer Kugel im arkanen Feld. M.art. ist das Stahlgebäude Aksas. Aufgespannt als Verdrängungsfeld und je nach Kraft und Befähigung des Arkanisten gegen Penetration resistent und beharrlich.
Der Modus der Konstruktion von m.art. folgt der je favorisierten Tradition. Genaueres siehe unter Sig. D.I.5.x.
4. Einschränkungen
Der feldleere Raum ist ein Phänomen der Unterdrückung. Er hebt eine aktive m.arc. nicht auf, noch dekonstruiert er m.art. Wäre das erstere der Fall, würde der Zauber für Arkanisten verheerend wirken und Bewusstlosigkeit bedeuten. Wäre das zweite der Fall, wäre der Zauber eine Dekonstruktion und damit klassifikatorisch Teil der aktiven Magica Contraria. Gewobene Thesen und magische Gegenstände, ebenso wie arkan wirksame Bewusstseine entfalten nach verlassen des feldleeren Raumes also wieder ihr volles Potential.
Aufgrund der soliden Robustheit der m.art. ist das Antimagische Feld gegen einfache standardisierte Dekonstruktionen resistent. Aksas Stahlkäfig widersetzt sich jedoch nicht einer Höheren Auftrennung. Letztlich ist auch das Antimagische Feld auf Stabilität der m.nat. angewiesen. Mordenkainens vollendete Dekonstruktion zerschlägt deshalb auch den feldleeren Raum und stellt den Urzustand von m.nat. wieder her.
Autor: Letos