Konzeptionierung der Arkanen Früherziehung (Fragment)
Autorin:Akkiz
Verfasst:Kytorn, 1387 TZ
  
Form:Manuskript
Umfang:15 Seiten
Sprache:Drakonisch
Anspruch:mäßig
Nachweis/Zugang:Arkaner Zirkel, verschlossen

Die Arkanistin Akkiz versuchte hier die Aufarbeitung der Erfahrungen aus den ersten vier Jahren praktizierter Arkaner Früherziehung zu Llorkh sowie eine Detaillierung der Vorarbeiten ihrer Kolleginnen Yaqueonna Lannaivan und Kathaphaia. Die Schrift baut auf der Programmatik und Erweiterung auf. Alle drei Schriften sind die wesentliche, theoretische Grundlage für den Unterricht magiebegabter Kinder und Jugendlicher in Llorkh. Der Text der Akkiz ist nur als Fragment regidiert, da die Arkanistin vor seiner Vollendung verstarb.

Auf Grund umfassender Planungs- und Organisationsaufgaben soll in dieser Schrift eine neue Gliederung der arkanen Erziehung der Kinder ausgearbeitet werden. Dabei sollen insbesondere die Methodiken und Herangehensweisen der Vorgänger berücksichtigt, ihre Stärken betont und ein fließender Übergang gestattet werden.

Das Maßnahmenprogramm der Arkanen Früherziehung sollen dabei in zweierlei konsekutive Phasen geteilt werden:

  • Phase 1: Beobachtungsphase
  • Phase 2: Unterrichtsphase

Phase 1: Beobachtungsphase

Als Leitsatz diene eine reine im Vorfeld auszuübende Beurteilung des jungen Geistes sowohl in der akademisch-wissenschaftlichen Praktik, als auch in der rein arkanen Befähigung. Dem Grundsatz der Kathaphaia sei dabei eine große Rolle zu schenken. (Verweis) Zur Beurteilung muss aus dringlicher Notwendigkeit auf einen arkan-befähigten Geist gesetzt werden.

Anmerkung: Unbedingt müssen die Ergebnisse der kindlichen Beobachtungsphase für die weitere Unterrichtsphase dokumentiert und weitergeleitet werden.

Phase 2: Unterrichtsphase

Als Ziel der Erziehungsphase wird die Zusammenführung der zwei folgenden im Grundsatz konträren Zielvorgaben gestellt:

  • Förderung des allgemeingehaltenen (nicht unbedingt arkanen) Wissen-Niveaus
  • Ausprägung und Stärkung der natürlich-angeborenen Interessen des Kindes

Aus mehreren Gründen werden beiden Zielen gleichermaßen eine förderliche Wirkung für die Ausbildung eines klugen Geistes im Stand der Arkanisten unterstellt: Es kann nur der Geist einen klugen Ratschluss fassen, welcher über vielerlei Methodiken, Herangehensweisen und Errungenschaften in Kenntnisstand gesetzt wurde, und der genau zwischen diesen auswählen, bzw. abwägen kann. Desweiteren muss das Eindringen in tiefere Gebiete eines Forschungsstandes angelernt werden, auf das eine Selbstständigkeit und Rückzugsmöglichkeit für andere interessante Wissensgebiete gefußt und auf dem neuerliche Errungenschaften sowie ein gesundes Selbstvertrauen gebaut werden können. Doch nur ein wacher Geist, vom eigenen Antrieb und Ansporn für die Problemstellung geleitet, kann die Hürden überwinden, welche dem Begreifen und Erfassen vorrangestellt werden.

[Es wirkt, als fehle hier noch ein Abschnitt, der noch nicht komplettiert wurde.]

Um diesen Zielvorgaben gerecht zu werden, soll das neuerliche Unterrichtsmodell in mehreren Einheit und Stufen unterteilt werden. Die Partitionierung der einzelnen Unterrichtseinheiten werde in diesem Zuge nach zweierlei Maßsstäben vorgenommen: der Fachtiefe und Fachbreite.

Zusätzlich soll ein sogenannter Vorkurs alle teilnehmenden Kinder der Unterrichtsphase auf zumindest annähernd gleichen Niveau bringen, um der starken Heterogenität der Herkunft und des Hintergrunds gerecht zu werden, um den Lehrpersonen eine Möglichkeit einzuräumen, einen von allerseite her interessanten Unterricht zu gestalten, et cetera.

Vorkurs

In der Dauer von höchstens einem Jahr sollen den Kindern die Grundlagen aller wissenschaftlichen Arbeiten angelernt werden. Es werden hierbei beispielhaft aufgeführt:

  • das Lesen und Schreiben im Chondath, Schriftbild
  • das erlernen von gemeinläufigen Zahlensystemen, Zählen, Rechnen und Handel
  • den Grundlagen allgemein bekannter Geschichte
  • den mannigfaltigen Begebenheiten aus der Gemein- und Sachkunde
  • et cetera

Eine wichtige Maxime ist die sorgsame Arbeit der Lehrpersonen, um die nötigen Grundsätze zu vermitteln und eine Schärfung des kindlichen Geistes für die bedeutsamen Wissensanwendungen vorzunehmen, die keineswegs jederman zu teil werden. Die Hochschätzung des Lehrbetriebs und des gemeinschaftlichen Lernens muss tragende Bedeutung eingeräumt werden.

Anmerkung: Es werden hier keineswegs arkan befähigte Mentoren von Nöten sein. Nicht jedes Kind muss oder sollte (!) diesen Vorkurs durchlaufen. Entscheidungen treffe man in Anlehnung zur Beobachtungsphase.rachtet wird oder nicht.

Hauptkurs

Der Hauptkurs umfasse eine Zeitspanne von zwei bis drei Jahren. Diese Erweiterung der Unterrichtsphase soll auch mit einer Erweiterung des Unterrichtsangebots und -tiefe einhergehen. Dazu durchlaufe jeder Studiernde sogenannte Unterrichtseinheiten über mehrere Monate im halbjährlichen Turnus mit gelegentlichen Unterrichtspausen im Ermessen der Dozenten. Die Unterrichtseinheiten werden dabei gewissen Unterteilungen unterworfen, die schon im Vorfeld angesprochen wurden und im Folgenden näher spezifiziert werden sollen:

Die Menge der Unterrichtseinheiten seien nach Fachtiefe in Einführungsveranstaltungen, Vertiefungseinheiten und Spezialisierungen gegliedert.

Die Einführungsveranstaltungen dienen ganz gemäß ihres Namens dazu, einen Einblick in etwaige Wissensgebiete zu bieten. Desweiteren sollen und müssen auch fundamentale Bausteine für die weitere Beschäftigung in den speziellen Bereichen gelegt und gegebenenfalls sogar begründet werden. Es muss ausreichend Motivation für die Studierenden geschaffen werden, um sie, wenn nicht für das Thema, so doch von der Nützlichkeit einer Beschäftigung mit diesem Thema begeistern.

Die Vertiefungseinheiten sollen eigens für diejenigen Studierenden geschaffen werden, die mit einer gewissen Begabung und dem Interesse daran gesegnet wurden. Es sollen weitere und viel tiefergehende Einblicke in ein Themenbereich gegeben werden, das grundsätzlich sehr elementar, aber auch durch abstrakten Annahmen in beliebiger Weise den Studierenden angepasst werden soll und sogar muss. Den Studierenden soll verstärkt vermittelt werden, welche grundsätzliche Fragestellungen hinter einem Thema stehen. Der Studierende soll hin und über seine Grenze hinaus geführt werden, so es das Leistungsvermögen des Einzelnen zulässt. Zwingend muss ein tiefliegender Eindruck in das Themengebiet geschaffen werden.

Spezialisierungen werden für diejenigen Studierenden angeboten, die ein großes Potential in einer bestimmten Richtung aufweisen. Es werden hierbei hohe Maßstabe in Eigeninitiative und Selbstverantwortung gelegt. Die Studierende sollen selbstständig ein Thema anhand des Literaturbestands des Arkanen Zirkels (oder mit Hilfe geeigneter Laborexperimente) aufarbeiten, sollen Theorien auffassen, den Prozess des Denkvorgangs nachvollziehen, sodass sie im Referat ihre Ergebnisse den anderen Studierenden und dem Dozenten präsentieren. Der Dozent begleite die Studierenden dabei als helfende Hand im Hintergrund. Er gibt Hinweise und Anregungen zum Thema, beantwortet gegebenenfalls aufkommende Fragen und lenkt die Arbeit hin zu einem sinnvollen Ergebniss.

[Der ganze Abschnitt wurde mit einer geschwungener Linie und einem kurzen Symbol markiert. Was das zu bedeuten hat ist wohl nicht mehr ganz klar.]

Die Menge der Unterrichtseinheiten seien außerdem nach Fachbreite in den Teilgebieten Magietheorie, arkan-angewandte Praxis und allgemeine Bildung gegliedert.

[Ein gähnender Abschnitt klafft auf, in dem nur einige schnelle Stichworte am Seitenrand angebracht wurden. Darunter befinden sich von oben nach unten Begriffe wie "magisches Gewebe", "allgemeine Arkantheorie", "Zauberkunde", "geschichtlicher Hintergrund", "Verzauberungspraxis", "Alchimie",...]

Von den Dozenten muss abgewogen werden, welcher Geist welcher Veranstaltung gerecht werden kann. Unter Einbeziehung möglicher Faktoren soll einzeln analysiert werden, in welcher Breite und Tiefe eine Fächerung der Themengebiet stattfinden muss, bzw. kann.

Im gesamten Lehrprozess muss abgewogen werden, in welcher Weise eine weitere Ausbildung zuträglich ist.

[Auch hier bleibt ein Eindruck bestehen, dass Akkiz ihre Gedanken noch nicht weiter zusammengefasst hatte. Das Konzept war also sicherlich zu überarbeiten und zu korrigieren, auf jeden Fall noch weit entfernt von einer Fertigstellung.]

Nachwort des AZ

Die Bundesgeschwister trauern um den Verlust des reifen, lebendigen Geistes der geachteten Akkiz, der mit seinem frühen Fortgang nicht nur dem Wissensschatz eine Lücke riss. Auch dem Herz der verbliebenen Kolleginnen und Kollegen. Sie bewahrte sich allzeit die Freiheit zu sein, wo die Faktizität des Seins selbst, dem Wesen der Freiheit eine Fessel hätte sein können.

Kthph


Autor: Anyndur