| Autor: | Kathaphaia |
| Verfasst: | Llorkh, 1382 bis dato |
| Form: | Pergamentsammlung |
| Umfang: | 110 Seiten |
| Sprache: | Drakonisch |
| Anspruch: | leicht |
| Nachweis/Zugang: | Arkaner Zirkel, verschlossen |
Die Pergamentsammlung datiert und dokumentiert Schlüsselereignisse am Ort des Kataklysmus Orlbar. Es ist also streng genommen keine Chronik des Ortes Orlbar, sondern eine Chronik der Ereignisse nachdem 1382 TZ ein grüner Komet den Ort vernichtete und eine Stätte des Grauens schuf.
Inhaltsverzeichnis (ausblenden)
1. Zum Geleit
Die Vergangenheit verschwimmt zusehends, wenn man erfahren und erleiden muss, wie die eigene Lebenszeit geraubt wird, Gegenwart vorbeizieht und Gestern und Vorgestern scheinbar die Plätze tauschen. So wie es mir wiederfahren ist. Dennoch blicke ich zurück und sehe einen roten, glühenden Faden, der von einem bestimmten Punkt an bis in die lebendige Gegenwart hinein allen Nebel der Erinnerung durchschneidet. – Ich schreibe meine Gedanken zu Orlbar nieder. Vom ersten Tag der Prophezeihung der Unglücksmaid an bis heute. Ich spare aus was als Detail erscheint. Nicht etwa, weil das Detail unbedeutend wäre, nein. Vielmehr ist mein Verstand zu gering begabt als dass ich das Große und Ganze sehen könnte, wenn ich vom Kleinen und Teiligen verwirrt werde.
Kathaphaia, A.M.
2. Das Jahr des Schwarzen Banners
29. Alturiak, 1382
Es war im Gasthof den man den „den Schild“ nannte. An einem gewöhnlichen Abend saß ich im Schankraum und bemühte mich das Chondath zu erlernen. Ich war eine Fremde mit wenigen Bekannten und noch wenigeren Freunden. Da hob die Predigt der Unheilsbringerin an. Ein Mann dessen Gesicht ich mir niemals merken konnte, erfüllte den Schankraum mit Unheilsbotschaften und Prophezeihungen des Untergangs. Ich weiss noch genau um die Worte:
Die Prophezeihung des Niedergangs des Sterns war ausgesprochen, doch noch kryptisch verschleiert. Ich fühlte mich jedoch im Innersten bewegt dem nachzugehen. Sah ich doch auch, wie der Taness einen üblen Fluch auf sich lud und vom Anbeginn an so in die Geschicke des Sterns schon verstrickt wurde. Doch davon ist hier kein Raum zu sprechen.
Zeitgleich in diesen Tagen, vernahm mein arkaner Sinn auch die beginnenden Schwankungen im astralen Gewebe. Mystras Netz war schwerer zu kontrollieren und schien unruhig, verworfen. Dass dies alles mit den Sternen und ihrem Gefüge zu tun hatte, zeigte sich mir recht bald. In der Form war es, dass eine Beschäftigung mit dem Sternenhimmel und dem astralen Gewebe eine Art divinatorische Wirkung zeigte. Man hatte das Gefühl, die Betrachtung des Nachthimmels und die Einfühlung in die Veränderungen in das Arkane Gewebe brächte eine Vision des Kommenden. Heute bin ich zur Ansicht gelangt, dass meine Untersuchungen eine Art Hellsicht waren. Wie das Lesen der Zukunft, doch nicht aus den Sternen, sondern dem Arkanen Gefüge. Es war astrale Divination.
30. Alturiak, 1382
Als sich meine Befürchtungen zuspitzen und ich ein drohendes Unheil fast schon körperlich spüren konnte, da zog ich von Lautwasser fort gen Zelbross. Dort, in der klaren Natur wollte ich einen besseren Blick erhaschen. Ein Halbork und Kleriker des Tempus schloss sich mir gütigerweise an und besorgte meine Sicherheit. Ich konnte mich ganz auf die Aufgabe konzentrieren. Was ich schon in Lautwasser spürte, spitzte sich zu. Der Aufstieg des Sterns kündigte sich deutlicher an. Der Hochwald östlich der Sternberge schien das Quellgebiet dieser Einflüsse auf das arkane Gewebe zu sein. Die Weissagung der arkanen Felder gelang mir so günstig – wenngleich ich heute darin eine gefährliche Saat erkenne -, dass ich in einer ergreifenden Vision das Aufsteigen und Niedergehen des Sterns vor dem inneren Auge sehen konnte, viele Tage bevor er sich wirklich erhob. Erschüttert reiste ich sofort nach Lautwasser zurück. Ich hatte die in der Vision gesehene Fluglinie am Himmelszelt vermessen und nutzte nun die Sternentafeln und Folianten zur Astrologie im Fürstenschloss Lautwassers, um Ursprungsort und Niedergangspunkt zu errechnen. Diese Werke befinden sich heute im Besitz des Arkanen Zirkels zu Llorkh. Ich messe ihnen einen sehr persönlichen Wert zu, der über ihren akademischen Nutzen für mich hinausragt.
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Die seltsamen Lichterscheinungen am Nordhimmel nahmen in dieser Zeit auch solch deutliche Formen an, dass jeder Unbedarfte und Unkundige mit Sorge zum Firnament blickte. Dennoch sollten noch viele Tage vergehen. Tage, die von mir in Lautwasser mit ergriffener Sorge und Arbeit verbracht wurden. Ernsthafte Sorge sah ich in dieser Stadt bei wenigen sonst. Ich war darüber erschrocken, wie selbstvergessen und friedfertig, wie naiv man zu einem guten Teil dahinlebte. Hatte man die Zeit der Sorgen vergessen? Die Mahnungen der Eltern und Großeltern?
21. Ches, 1382
Die Lichterscheinungen im Hochwald östlich der Sternberge hatten nun bereits Formen angenommen, die schwerlich hinwegzudeuten waren. Dennoch herrschte Ratlosigkeit. Der tatsächliche Ort des Aufstiegs des Sterns war noch in Dunkel gehüllt. Ich hatte durch meine astronomischen Rekonstruktionen eine Verortung anhand grober Karten vorgenommen, doch der Hochwald war viel zu riesig, als dass man dort hätte zielgerichtet suchen können. Der ganze nördliche Himmel schien ja in unheiliges Licht getaucht! Dennoch versuchte ich einige Exkursionen gen Norden.
3. Tarsakh, 1382
An diesem Tag sollten noch genau zehn weitere folgen, bis der Große Aufstieg und Niedergang erfolgen würde. Die Zeichen wurden deutlicher. Ich hatte die Erkenntnisse aus den arkanen Divinationen und die Kalkulationen der Sternentafeln. Die Geschwindigkeit der zunehmenden Lichterscheinungen und die Störungen des Gewebes liessen mich vermuten, dass hier eine Erfüllung der Prophezeihung nicht in Jahren, sondern Zehntagen zu bemessen war. Bestenfalls Monde.
4. Tarsakh, 1382
Es ist eine Mutmaßung, doch ich denke es fällt in diese Zeit, knapp vor dem Aufstieg und dem Niedergang, dass ein Zirkel von Sieben sich zusammenfindet um IHN letztendlich zu erheben. ER erwacht aus dem Schlummer und begünstigt seine Wiedergeburt. ER greift hinaus in die Welt und versucht den Versuch der Sieben zu begünstigen. Woher ich dieses Wissen um die Sieben habe ist ein intimes Geheimnis. Es darf nicht aufgeschrieben werden. Für den Verlauf der Dinge und deren Darstellung ist dieses Wissen auch ohne Belang. Es wird niemals wirklich sein, immer nur mein Truggespinnst und immerzu meine unumstößliche Wahrheit. So unumstößlich wie es nur gedacht werden kann. Deshalb ist es wahr, aber vielleicht unwirklich. Sollte einer der Sieben noch leben, es wäre ein historischer Moment, würde man einen solchen in klarer Rede über die Vorgänge befragen können, die damals an der Wiege wirklich geschahen. Und auch über alles lange davor und danach, müsste man Gespräche führen.
13. Tarsakh, 1382
Nach kontinuierlichem Flackern des Himmels erfolgt der Aufbruch und Niedergang des Sterns.
Mein Leben änderte sich, so wie das vieler anderer. Arkane Verkümmerung, geistige Umnachtung, Wahnsinn und auch körperliches Gebrechen entluden sich über das Land. Ich verweilte im „Keiler“ zu Lautwasser, als es begann. Nur noch eine Serie unbewegter Bilder ist in meinem Kopf davon geblieben. Ich sehe die Elemente in der Taverne lebendig werden. Elementarwesen greifen wahllos um sich. Ich stürze hinaus. Draussen ist Wirbel und Trubel unter der beginnenden Nacht. Der Himmel grün wie das frühe Moos des Jahres auf warmen Felsen. Blitze schlagen und allerorten, auf der rühmlichen Brücke, dem Marktplatz und den Ufern des Delimbiyr, fallen die Menschen zu Boden und beten. Untergang wird gepredigt, Vergebung erfleht. Ich sah einen Mann zur Giftmaid beten, neben ihm berührte die Stirn einer Gläubigen der Sharess das Pflaster. Ich werde diesen Anblick niemals vergessen können. Und über allem erhob sich der Stern. Der gleissende, Grüne Stern zog seinen Pfad hinauf...und er fiehl hinab vom Scheitelpunkt.
In meinem Herzen berührte er mich, als ich eine cantio contra controllaria wirkte. Der Schutz vor Bösem war der größte aller Fehler und der größte aller Erkenntnisschritte an diesem schicksalshaften Abend.
Später versuchte ich Azuth und Ogmar zu ehren und drang in die im Brennen begriffene Bibliothek des Schlosses ein. Zaralas gestattete mir Zugriff auf die geheimen Buchfächer um zu retten, was zu retten war. Doch vieles kam anders. Die aufziehenden Schatten hatten die Kostbarkeiten geraubt. Schatten mit Klauen. Ich zwang den nächtlichen Dieb zur Konfrontation doch es war verloren. Ich vernichtete was geblieben war mit einer Feuerevocatio und stürmte hinaus. Mit mir nur drei ausgewählte Bücher der Sternenkunde.
17. Tarsakh, 1382
Es dauerte einige Tage, bis man sich Klarheit über die Folgen dieses ungeheuerlichen Ereignisses verschafft hatte. Eine Aschewolke liegt über dem Delimbiyr und dem Graufluß. Alle Anrainer waren betroffen. Der Stern ging auf Orlbar nieder, nachdem er kurz am Himmel verharrt hatte. Die arkane Erschütterung verkrüppelt viele im Geiste. Arkane Siegel und geweihte Orte wurden aufgebrochen, Wilde Magie erschien an zahlreichen Orten. Zelbross wurde völlig zerstört, das Schicksal des halborkischen Gefährten ungewiss. Wildfang wurde von Untoten belagert und hielt vorerst stand, in Lautwasser brach die Fürstengruft auf, es gab schwere Feuer und die Bibliothek des Schlosses wurde vernichtet. Angeblich soll der verfluchte Fürst der Renshas als Untoter an der Spitze seines Gefolges durch die Stadt gezogen sein. Der Allgötterschrein harrte jedoch aus. Überall gab es seltsame Explosionen und Erschütterungen, viele Gebäude stürzten ein. – So stellte sich Lautwasser und Umgebung wenige Tage nach dem Ereignis da.
Ich verließ Lautwasser schon kurz nach dem großen Ereignis. Ich hatte den Ort des Niedergangs exakt bestimmt und konnte der Versuchung nicht widerstehen mir ein eigenes Bild zu machen. Doch es wäre falsch, dies als alleinigen Grund anzuführen. Zwei weitere gab es. Zum einen war der Osten mein Ziel. Die Große Wüste. Und auf dem Weg zu dieser sollte Llorkh meine Raststatt werden. Zum anderen machte mir Lautwasser Angst. Es schien mir, als wäre ich dort völlig schutzlos, umgeben von leichtgläubigem Gemüt, abgeschreckt ausserdem von der Erinnerung hier unter der dunklen Prophezeihung die Wochen vor dem Niedergang des Sterns durchlitten zu haben. Ich wollte fort. Nur kurz hielt ich am Rand Orlbars inne und erheischte einen schüchternen Blick. Dann zog ich nach Llorkh um meine Zukunft zu überdenken.
6. Kytorn, 1382
Ich hörte und erfuhr es selbst: Gnolle und humanoide Plünderer rotten sich zusammen und beginnen mit Plünderungen und Überfällen in und um Orlbar. Gleichzeitig sah ich versprengte Überlebende Orlbars fortziehen. Nach Llorkh, zur Nachtjagd, ins Umland. Die Ehre der ersten Erkundung Orlbars gebührt den humanoiden Nachtvölkern. Sie zahlten mit Blut und Schrecken, weil sie keine Grenzen der Gier kennen. Ob sie dafür etwas im gegenzug erhielten, ist ungewiss. Ich bezweifle es.
22. Flammleite, 1382
Einige Zeit war vergangen und ich hatte mich in Llorkh mit Gleichgesinnten und Freunden zusammengetan. Der Arkane Zirkel wurde aus der Wiege gehoben und mit recht. Nach wie vor denke ich, dass dies eine fügliche Sache war. Llorkhs herausragende Bedeutung in Geschichte, gegenwart und Zukunft wurde an anderer Stelle besungen.
Um die 22. Flammleite fand eine zweite, große Expedition des Arkanen Zirkels mit den Nachtklingen statt. Diese mehrtägige Unternehmung unter Kieran Thal'ir endete mit der Bergung von Probe 3, die zwar rückblickend eine der unbedeutsameren war, dennoch mit am höchsten in meiner Achtung steht. Zum einen hängt daran gemeinsamer Schweiss und gemeinsames Blut. Aber darüber hinaus wurden die physikalischen und alchemyschen Eigenschaften des Kratergesteins umfangreich ausgetestet. Die trivialen Untersuchungsreihen legten die Grundlage für alles kommende. Probe 3 war also der erste wirkliche Schritt, auch wenn er letztlich enttäuschte.
3. Eleint, 1382
Wir waren nicht die einzigen Tätigen. Die Rote Kameradschaft traf sich zu diesen Tagen angeblich im „Keiler“ zu Lautwasser um über Orlbar zu beratschlagen. Auch wenn ich es nicht ausgesprochen hätte, freilich war es ein Wettlauf. Um Erkenntnis, Wissen und Macht. Llorkh und Lautwasser, zwei traditionsreiche Feinde. Ich hatte dies nicht bedacht, als ich aufbrach von Lautwasser, doch letztlich entschied ich mich sehr bewusst für die Stadt am Graupass. Llorkh war der rechtmäßige Landherr und es schreckte mich in Lautwasser diese ziellose – fast will ich sagen herrenlose – Art, die ständige Ungewissheit und schlechte Beratschlagung zu gebähren schien. Llorkh war mir so in vielerlei Weise vertrauter. Sie erinnerte mich an meine Heimat Calim. Und da ich hier eine neue Heimat fand und einen Zirkelbund arkaner Macht, war die Seite gewählt. So ist es gerecht und gut. Denn wer nirgends sein Herz lässt und keiner Sache seine Kraft widmet, der wird als glückloser Mensch sterben.
3. Das Jahr des Verteidigten Kriegers
25. Mirtul, 1383
Llorkh entsendete eine kleine Einheit Nachtklingen zum Krater. Es waren gut ein Dutzend. Sie lagerten auf einer nahen Anhöhe, denn das spätere Fort war zu diesem Zeitpunkt weder errichtet noch absehbar. Auch die Elfen Thaveruils und die Rote Kameradschaft sammeln sich, um das Waldelfenlager am See herum. Insbesondere späht man dort allerdings nach Norden, weniger nach Osten, wie man mir berichtete. Es ist dies ein subtiles Anzeichen dafür gewesen, so glaube ich, dass die Nachfahren Earlanns sehr wohl um den wahren Aufstiegspunkt des Sterns vermuteten – und schwiegen. Diese Erkenntnis kam mir erst Jahre später. Wenn dem so war, ist das beachtlich, wenn man bedenkt dass die meisten Personen, die ich in all den Jahren traf, davon ausgingen, dass der Grüne Steren nur „gefallen“, aber nicht „aufgestiegen“ sei.
15. Kytorn, 1383
Es war um den mittleren Kytorn, dass der Grüne Apostel erstmals am Krater erschien. Er trug viele Namen. Der Alte Mann, der Apostel, der Grüne Magier und Prophet. Er hatte auch einen eigenen, ureigenen Namen, doch wer ihn hörte, schien ihn zu vergessen. Er jedenfalls, sah den Krater als Insel der Glückseligen, als Paradies. Ich erkenne heute einen Teil von mir in ihm wieder. Doch damals redete ich stark gegen ihn. Seine geistige Verwirrung war eine Beleidigung für mich, da er eine Wahrheit erkannt hatte, die auch ich sah. Ich war eifersüchtig. Eine gefährliche Eigenschaft. Wie schäme ich dafür vor meinem Meister.
Der Grüne Apostel zeigte uns damals, dass der Krater noch eine andere Seite kannte. Nicht nur Unholde und Monstrositäten. Der Apostel war zugewandert. Er war ein Suchender, der hoffte etwas zu finden. War er einer der Sieben? Man weiss es nicht. Jedenfalls wies er uns die Richtung für eine Nutzbarmachung des Kratergesteins. In all den fast 5 Jahren habe ich kein Wesen getroffen, welches Arkane Kraft und Krater so vorzüglich zu verbinden wusste. Aber dieser Satz ist eine Vermutung, die näher zu begründen in Llorkh gefährlich wäre.
21. Kytorn, 1383
„Der Krater erwacht zu Bewusstsein“, diese Worte schrieb ich über einen Brief an den geachteten Zirkelbund. Eine schicksalhafte Erkenntnis. Etwas ist „im“ Krater oder „ist“ der Krater. Keine einzelne Person oder ein greifbares Ding. Der Krater ist Präsenz und diese Präsenz ist Bewusstsein. Darauf gab es viele Hinweise. Einige davon verdanken wir der geherzten Vivian. Dann dem Grünen Apostel und der unsäglichen Citia altia Fortia. Einige auch der eigenen Erfahrung. So erging es dem geachteten RN und mir selbst. Der Krater kann über sich selbst verfügen, kann Suchende an sich binden, Verbannte zerstören, Tote erheben und Geheimnisse preisgeben. In seinem Bewusstsein jedoch, bleibt er bis jetzt ungreifbar und schemenhaft. Er drückt sich selbst aus, gibt aber kein zeugnis seines Ausdrucks. Dies nenne ich ein Zu-groß-sein-zum-betrachten und meine damit den Widerspruch zwischen Erkenntnis und Sachnähe, Evidenz und Abstraktheit.
21. Kytorn, 1383
Nicht alles stand unter dem Zeichen des Städtezwists. Zahlreiche kleine und große Gruppen mit kurzem oder langem bestand bemühten sich am Krater. Auch Einzelne. Unter ihnen opferte sich die Elfe Fiavain zusehends auf. Sie sah sich als Wächterin, verfiehl aber der Verbitterung und litt an Körper und Seele. Dennoch war sie lange Monde eine der Konstanten am Krater. Man traf sie oft und sie war stets in sich gekehrt, selbstlos. Ich denke, dass sie letztendlich scheiterte. Dabei muss ich gestehen, dass mir ihre Rolle in den Ereignissen um die gefangene Dryade jedoch nicht bekannt genug ist. Wie dem auch sei, sie verschwand. Und der Krater blieb. Später soll sie gestorben und wiedererweckt worden sein. Dann wandte sie sich einer älteren, für sie wohl dringlicheren Bedrohung zu: den Ilythiiri. Erstaunlich, wie wandelhaft dies für eine Elfeerscheint. Aber war ein Leben für Orlbar vielleicht auch nicht genug?
1. Flammleite, 1383
An diesem Tag fand die erste, persönliche Begegnung mit dem Grünen Apostel für mich statt. Er sah sich als Fürsprecher des Gefallenen Sterns und nahm nach alter Sitte Novizen in den Dienst. Fürwahr, er erschien verwirrt, doch seine arkane Kraft war sehr groß. Er war in der Lage Magie zu wirken, auch dort, wo die Zerwerfungen des Kraters dies uns nicht erlauben wollen. Ich beurteile seine Herkunft als illuskisch, möglicherweise Silbermond oder Luskan. Seine Kopfhautbilder verleiteten manche zur Vermutung, er sei aus dem roten Thay. Dies ist aber ein Fehlschluss gewesen. Die Hautbilder waren eindeutig keine thayer Tradition. Insgesamt hatte er etwas von einem Sektenführer, der genötigt schien seine Brillianz hinter Prophetie zu verbergen. Er bleibt zum großen Teil ein Mysterium, auch wenn ich ihn nun besser kennen lernen durfte. Einer Sympathie kann ich mich nicht verwehren. Sympathie, wo ich früher Verachtung empfand. Gütige Götter, vergebt uns all das, was wir nicht getan und gesagt hätten, wenn wir es besser gewusst.
4. Elasias, 1383
An diesem Tag fand das einzige, ausführliche und ruhige Gespräch mit der geachteten Fiavain statt, dem ich beiwohnen durfte. Sie erklärte uns ihre Motive und Ziele und Nöte. Die Tiefe ihrer Hingabe wurde mir sehr deutlich. Sie war durchaus bereit Hilfe aus llorkher Hand anzunehmen. Eine in dieser Zeit seltene Geste für eine Elfe, wie ich fand.
13. Elasias, 1383
Die zweite wesentliche Begegnung mit dem Grünen Apostel verlief heikel und unangenehm. Kollege Mnd wohnte dem mehr oder weniger freiwillig bei. Es schien, als habe Mnd und der Apostel in der Vergangenheit einen Handel getroffen, etwas, was Mnd seiner Erinnerung beraubt hatte. Das ganze rührte scheinbar von einer Erkundung des Kraters durch Mnd, kurz nach dem Niedergang her. Viele offene Fragen, die mit scharfer Lanze auf das Herz des Kollegen zielen, wie ich stets fand. Doch davon kann hier keine Rede sein. – Der Grüne Apostel drohte Mnd zu schädigen und an meinem Schutzbann zerbrach sein mächtiger Stecken. Das erstemal konnte ich selbst bezeugen, über welches arkane Potential der Grüne Apostel verfügte. Es war kein geringes. Mir wurde klarer, dass hinter dem Irrsinn des Apostels Methode und scharfes Kalkül lag. Vergesslichkeit schien seine wesentlich größere Schwäche zu sein.
22. Elasias, 1383
Nach einem ausführlichen Gespräch mit der Citia altia Fortia in der Nachtjagd, erhielten wir die nötigen Informationen für einen Durchbruch in der Kraterforschung. Genauer: der Forschung zu den Elementarformationen Orlbar. Arkane Sichthilfen, Anreize zur Klassifizierung, Bergung und Analyse wurden thematisiert und die Citia zeigte sich offenherzig. Wir begrüßten sie als Freundin und schieden dankbar. Mein Projekt zur Grünschimmermaske fand hier wertvollste Hinweise.
16. Eleint, 1383
Zunehmend fiehlen Besucher des Kraters demselben zum Opfer: der Ascheboden erschuf die Versehrten, andere wurden wahnsinnig (wie der unglückliche Taness) oder zauberten in Wilder Magie mit glasigem Blick. Auch Fiavain schien dem zu verfallen und zu verwelken. Wer dem Krater voll und ganz verfiehl, wurde von den Ungeheuern nicht mehr angegriffen. Mir wurde begreiflich, dass man tatsächlich „Teil“ des Kraters werden kann und dies sowohl aus freien als auch unfreien Stücken.
Irgendwann in dieser Zeit geschah es auch, dass Orlbar kristallene Ableger unter Llorkh und Lautwasser platzierte. Auf arkanem Wege, so schien es, wurden sie gepflanzt. Obwohl der Arkane Zirkel gemeinsam rasch diese gefahr beseitigte, bleibt für mich die dringliche Frage, ob diese Ableger aus eigenen Stücken in die Städte gelangten. Oder ist es vielmehr so, dass wir selbst, ohne es zu merken, den Krater mit uns nach Hause brachten?
17. Marpenrot, 1383
Dem hochgeachteten Kollegen RN gelang es an Manuskripte des Grünen Apostels zu kommen, dem RN fast soetwas wie ein Schüler oder befreundeter Student wurde. Grundlos erhielt er diese Dokumente zweifelsohne nicht. So oder so war dies ein fast schon traditioneller Handel mit dem Krater, wenn man den Apostel im engeren Sinne als dem Krater zugehörig bezeichnen will. Ich will dies jedenfalls und demgemäß sehe ich diese Manuskripte als einen Meilenstein für die Kraterforschung.
13. Uktar, 1383
In diesen Tagen bemühte ich mich um zahlreiche, riskante Expeditionen unter Orlbar. Ich war dabei oft zu nachlässig um meine Sicherheit, denn mehr riskierte ich dabei, als mein schieres Leben. Dennoch gab mir der Erfolg recht und meine Stärke gewann – zumindestens den äußeren Anschein nach. Denn freilich, je tiefer man in den Krater gelangte, desto schwerer – unmöglicher – wurde es, das erlebte mit klarer, geordneter Rede auszudrücken. Mystizismus und prosaische Ausführungen schlichen sich in mein Denken. Ich konnte nicht anders. Dies war die Form die sich gebot, wollte man mitteilen was man erlebte. Meine Reflexionen dieser Zeit sind mir nach wie vor die liebsten, muss ich gestehen. Sie bewegen sich auf einer Grenze zwischen gefährlicher Nähe und vorsichtiger Distanz, die ich als gut ausgewogen empfand. Vorher war ich zu vorsichtig und analytisch. Später dann, war ich viel zu nah...
17. Uktar, 1383
Die lautlose Armee: Orlbar wird scheinbar in einer surrealen Weise der Wirklichkeit entrückt als unzählige Schattengestalten lautlos aus dem Krater strömen und das Umland durchstreifen. Sie scheinen die Welt ringsum subtil zu verändern. Die Versehrten schienen nicht mit ihnen vertraut oder ihnen gleich, wurden aber ignoriert. - Ein neues Loch in der Realität Orlbars? In jenen Tagen wurde spätestens deutlicher, dass verschiedenartigste Kräfte im Krater walten. Schatten und Versehrte stehen scheinbar auf zwei getrennten Ufern. Das Erscheinen der lautlosen Armee zieht weite Kreise und wird in der ganzen Region bekannt.
19. Uktar, 1383
Im Umland und direkt bei Orlbar wurden schattenhafte Banner und geisterhafte Gestalten gesichtet, das erzählt man sich in der Nachtjagd. Zweifelsohne sind dies Nachwehen der Lautlosen Armee.
23. Uktar 1383
Die Planung zur Grünschimmermaske wird durch Llorkh angestrebt und begonnen. Sie beginnt mit der Entwicklung einer Analysethesis die erstmals das Geheimnis der Orlbarstrahlung entschlüsseln und berücksichtigen soll: das Auge der Vorleserin.
28 Uktar, 1383
Versuchte Festsetzung Citia altia Fortias durch den Arkanen Zirkel. Die Unternehmung verantwortete ich selbst vor dem Herrscher. Bei dem Versuch die Citia unter Magica Controllaria vom Krater fort zu bringen, verstarb sie praktisch. Die Präsenz des Kraters übernahm vom Körper Kontrolle und RN erlebte eine reelle Berührung mit selbiger. Wie sich später zeigen sollte, wurde die Citia ins Leben zurückbeordert und übernahm dann die Aufgabe der „Beauftragten für die Verteidigungsmaßnahmen“ Orlbars. Die Festsetzung war also ein Fehlschlag, wenngleich der Erkenntnisgewinn hoch war. Auch konnte ihre Habe zum Teil gesichert werden.
6. Nachtal, 1383
Verluste bei den Nachtklingen am Lager vor Orlbar. Auffälliges Geheul begleitet die Soldaten. Inwieweit das Ereignis direkt auf den Krater zurückzuführen ist, muss nach meinem Kenntnisstand unklar bleiben.
22. Nachtal, 1383
Das Klagelied: Ein schauerhafter, fremder, mehrstimmiger Gesang wurde bei Orlbar mit dem Wind getragen. Er war in der Sprache der Feen. Möglicherweise die gefangene Dryade in den feuchten Höhlen. Zu wenig wurde mir davon bekannt. Mir scheint, all dies sei vornehmlich den Waldbewohnern bekannt gewesen. Auch die Elfen bemühten sich um diese Angelegenheit. Insgesamt sind meine Kenntnisse von der Dryade jedoch mangelhaft.
26. Nachtal, 1383
In Orlbar wurde ein Stein oder Kristall aus einem der Bäume dort geborgen. Ich bin geneigt anzunehmen, dass dies mit dem Dryadenbaum in engem Zusammenhang stand. Der Verbleib des Steins und die genauen Umstände und Beteiligten sind mir verborgen geblieben.
4. Das Jahr der drei Blutigen Flüsse
12. Hammer, 1384
Jaida Zerezal wurde wahrscheinlich durch die Bluthunde gefangen und diente als Pfand für die Bestätigung des Vertrags über die Westausdehnung Llokhs. Als politische Gefangene hatte sie wenig mit dem Krater direkt zu tun, dennoch bezeugte dies den Willen unseres Herrschers seinen Anspruch auf Orlbar in diesen Tagen zu behaupten. Jaida wurde durch Spione Lautwassers befreit, sofern man dieser summarischen Zusammenfassung der Geschehnise glauben will. Ich habe mich der Angelegenheit weitestgehend enthalten.
29. Alturiak 1384
Ich entsinne mich jener schicksalhaften Begegnung am alten Schmugglerlager, als Citia altia Fortia mich konfrontierte. Sie schien mich zuerst nicht zu erkennen, doch dann sprach sie im Namen des Kraters eine Verbannung gegen mich aus. Ich konfrontierte sie hart und stellte ihre Autorität in Frage. Dies veranlasste sie scheinbar zu einer Art innerem Zwist. Ich vermute, dass die Kraterpwäsenz von ihr direkt Kontrolle übernahm und das Gespräch weiterführte. Ich zeigte mich einsichtig und gelobte respektvolles Betragen am Krater. Verbunden mit standesgemäßer Achtung und Ehrbekundung, wurde ich durch die Präsenz in Citia restituiert und man erlaubte mir so weiterhin am Krater meinen Zielen nachzugehen.
1. Ches, 1384
Ich erkundete die große Eiswelt und den endlosen Schacht unter orlbar. Dort fand ich den befremdlichen Hafen in der Tiefe, ebenso wie den kleinen Garten, den Schmelztiegel der Elemente und das Schattentor in die bis dato lebensfeindlichste Umgebung Orlbars. Nachtschreiter, Nachtschwingen, Hornteufel und Racheteufel balgten sich hier und nur knapp entronn ich dem Tod. Ich dokumentierte meine Erlebnisse in Reflexionen, doch sie erscheinen mir heute unwirklich und fantastisch. Ich glaube nach wie vor dort einmal gestorben zu sein, doch es muss ein Trugbild gewesen sein. Die Erinnerungen sind blass an diese Erkundungen.
9. Tarsakh, 1384
Das Schmugglerlager östlich von Orlbar wurde ausgelöscht. Getilgt mit Mann und Maus. Genauere Umstände sind Unklar. Möglicherweise Kräfte Orlbars, möglicherweise auch ein profaner Zwist, der geschickt getarnt wurde. So oder so wurde an diesem Tag das Lager von den Karten gestrichen. Täter und Opfer sind mir gleichermaßen fremd.
15. Tarsakh, 1384
Erdbeben und leichte Erdstöße erschütterten Orlbar. Einige der Tunnel veränderten sich scheinbar. - Es wurde damals deutlicher, dass in den Tiefen des Kraters oder nahebei Rückzugsorte für „Getreue“ des Kraters vorhanden sein müssen. Citia altia Fortia sprach von einer Werkstatt unter oder nahe am Wasser. Auch der Grüne Apostel musste trotz aller Macht doch einen Rückzugsort für Studien und arkanes Handwerk haben. Beides betrieb er scheinbar fleissig und gern.
25. Tarsakh, 1384
Ein Ritual des Chaos wurde durch Tsamaris vollzogen und hinterließ einen merklichen Einfluss auf den Krater. Die Kraft der Veränderung schien gesteigert. Rückblickend wird mir deutlicher, dass die Schülerin der Xazstra Arab'sek Versuchsreihen am Krater durchgeführt haben musste, die letztendlich zu ihrem Ableben oder Unleben führten. Genaueres bleibt verborgen. Sie ist ein weiterer Geist, der am Krater zerbrach. Doch an diesem Tage ging sie wohl zumindestens mit heilem Leib und eignem Geist aus den Versuchen hervor.
27. Tarsakh, 1384
An diesem Tag fand die dritte, maßgebliche Begegnung mit dem Grünen Apostel statt, der ich beiwohnen durfte. Maßgebliche Schlüsselinformationen wurden an diesem tage enthüllt.
Zum einen fand hier die Erwähnung eines Drachen das erste Mal an mein Ohr. In diesem Zusammenhang muss auch der Kleriker des Bahamut erwähnt werden. Der selbstherrliche Sprecher des emporgehobenen Wyrms schien innig bewegt und sehr bestimmt darin, seinem Eifer am Krater Luft zu lassen. Damals wusste ich noch nicht, dass er auf so vorzüglichen Pfaden geleitet worden war. Heute sehe ich ihn in anderem Lichte. Möge man mir das schnelle Vorurteil einst vergeben. Zum anderen wurde deutlich, dass ein unsäglicher Goblin mit dem Namen Grakh, der schon seit einigen Wochen gesucht wurde, nicht einfach irgendwelche Dokumente geraubt hatte. „Erinnerungen“ nannte der Grüne Apostel das geraubte. Ich schätze, es handelte sich umwesentliche Schlüsselschriften. Bis zu diesem Tag hatte ich die Suche nach dem Goblin meinen Kollegen überlassen, doch ich nahm mich der Sache persönlich an, nach dieser Begegnung. Zwar konnte ich mittels arkaner Ausspähung das Versteck des Grünhäutigen ausfindig machen, aber ach, Andere kamen uns zuvor und fingen Grakh wohl. Ich glaube mich zu erinnern, dass er leichtfertig getötet wurde. Doch um Details habe ich mich sträflicherweise nie bemüht.
Insgesamt erschien der Grüne Apostel nach diesem Treffen in einem anderen Licht. Er verhandelte klarer und wirkte gleichzeitig auch geschwächter, ausgezehrt. Eine seltsame Beziehung zu Mnd wurde offenkundig, was selbigen nur weiter einem strengen Zweifel aussetzte, hielt er es doch nicht für nötig uns umfassend über seine Verstrickungen am Krater zu informieren.
29. Tarsakh, 1384
Ich traf Fiavain erneut und sie bat mich um Unterricht in fremden Sprachen. Zudem wolle sie auf die Schattenebene in Orlbar wechseln um dort ihre Ziele zu verfolgen. Ich entscheide mich sie zu begleiten, doch dies kommt nie zustande. Interessant war es, ich erinnere mich, zu erfahren, dass die Elfen des Hochwaldes scheinbar zu „Großvater Baum“ gereist waren, um den schädlichen Einfluss Orlbars auf dessen Wurzeln mittels Magie zu stoppen. Dies erinnert mich stark an die kristallinen Ableger Orlbars in Lautwasser und Llhork.
11. Mirtul, 1384
Ich entdeckte an diesem Tag die Bluthöhlen unterhalb des Kraters. Über alles weitere kann hier nichts gesagt werden. Erwähnenswert muss freilich sein, dass dieser Ort von allen bisher entdeckten Regionen unter dem Krater, den Eindruck eines „Herzens“ vermittelt. Es scheint die Geburtsstätte der Spaltenbestien zu sein, und eine Art Ort der Wiedergeburt. Andererseits finden sich Hinweise auf arkane, urwüchsige oder künstliche, Beschwörungen oder Konstruktionen. Ein ehrwürdiger Ort, den ich bis heute nicht so recht in das Gesamtbild Orlbars, soweit es sich zeigt, einordnen kann. Ich schrecke davor zurück ihm ein Übermaß an Bedeutung zuzumessen, doch zweifelsfrei ist er der Ort am Krater, der am meisten Symbolik, Absicht und Ordnung zeigt. Er wirkt planmäßig, auf seine eigene Art und Weise.
7. Elasias, 1384
Ich wurde Zeuge an diesem Tag, wie die Ilythiiri Tsamaris am Kratergrund sich selbst vernichtete. Sie wurde wohl zu einer Spaltenbestie, als sie versuchte ein Ritual unmittelbar im Krater durchzuführen. Ich griff die Gruppe damals an und streckte einen Begleiter von ihr nieder. Erst später erfuhr ich, was sich dort abspielte. Die Meisterin der Tsamaris versuchte gar mir eine Schuld am geschehen beizumessen. Dieser entwürdigende Versuch, die Verantwortung als meisterin von sich zu weisen, war mir peinlicher als der Ilythiiri selbst. Ich entschied mich dieser Person in keiner Weise mehr gefällig zu sein, sofern es die Interessen des Zirkels nicht erfordern.
20. Marpenrot, 1384
An diesem Tage kehrte ich nach einer siebentägigen Abwesenheit nach Llorkh zurück. Als ich auf tiefer Erkundung im Krater gewesen war, umfing mich das Sonderbare und raubte mir Lebenszeit. Ich wurde in eine Traumwelt gerissen und nur dem beherzten Bemühen von Gefährten verdanke ich wohl meine fortgesetzte Vernunft. Heute weiss ich, dass an diesem Tag der Keim zu neuer Verzweiflung gelegt wurde. Denn das Ereignis zerfrass langsam mein Weltvertrauen und stürzte mich in einen radikalen Zweifel, der mich beinahe gänzlich besiegte. Leichtsinnig muss sich jeder nennen, der glaubt er könne sich dem Krater mit Selbstbewusstsein nähern, sehen, handeln, suchen, und dann zurückkehren ohne sich gewandelt zu haben. Jeder bringt etwas mit nach orlbar, jeder lässt etwas dort und nimmt etwas mit was vormals nicht das seine war. Das ist eine Wahrheit, wenn es Wahrheit denn gibt.
24. Marpenrot, 1384
Nachdem ich meinem damaligen Souverän Rechenschaft über Orlbar abgelegt hatte, forderte ich ihn zum Arkangefecht heraus und unterlag auf dem Fuße. Er kerkerte mich drei Tage auf der Halbebene der Gefangenschaft ein. Es war demütigend, schmerzhaft und eine notwendige Erhellung zugleich. Weitere Worte über Gründe und Folgen sind hier nicht notwendig. Man gestattete mir meine Arbeit fortzusetzen und ich hatte ein Stück mehr Gewissheit über die Natur des Mannes, dem wir uns alle mit Tat und Geist unterordneten.
13. Nachtal, 1384
Ich schaue in meine Notizen und sehe: an diesem Tag verfasste ich den letzten Brief an den geherzten RN, bevor ich hinabstieg nach Orlbar und über ein Jahr lang der Welt entschwand. Was in dieser Zeit geschah ist freilich für mich mühsam nur zu rekonstruieren – und ich spreche hierbei über das, was ausserhalb, in der alten Welt geschah. Die folgenden Einträge sind aus den Berichten, die ich selbst nur erhielt. Aber einiges davon, scheint in meiner Erinnerung schemenhaft vorhanden zu sein. Das geraubte Jahr in Orlbar hatte eine gewisse Affinität zur alten Welt. Drüben und Hier erscheinen mir parallel, wenn auch gänzlich verdreht und eigenwillig verformt.
7. Tarsakh, 1384
In diesen Tagen gab es wohl zunehmende Berichte über einen alten, verwirrten Mann am Krater. Möglicherweise der Grüne Apostel? Ich kann es nicht sicher sagen.
5. Das Jahr des Blauen Feuers
22. Alturiak, 1385
Das Nachtklingenfort bei Orlbar wurde schwer angegriffen, so heisst es. Die Angreifer waren wohl Kreaturen aus Orlbar.
15. Flammleite, 1385
Der erste Akt: Ein seltsamer Ton des Hasses und Verlusts geht vom Krater aus und ertönt meilenweit. Er vermittelt das Gefühl von verlorener Hoffnung, Hass und Liebschaft. Eine viertel Stunde hält es an. Ich habe das Gefühl dieses Ereignis selbst durchlebt zu haben, auch wenn ich kein einziges Bild vor Augen habe. Meine Gefangenschaft im Krater war nicht absolut. Ich bin geneigt zu glauben, dass meine Wahrnehmung und die des Kraters zu einem kleinen Teil identisch waren.
23. Marpenrot, 1385
Das Nachtklingenfort bei Orlbar wurde erneut durch Kraterkreaturen angegriffen. Genauer Ablauf und Umstände sind dringlichst zu erfragen. Die beiden Angriffe stellen wichtige Mosaiksteine im Gesamtbild dar. Was gäbe ich für ein Gespräch mit dem verständigen Tyrnon Caentigern über diese Vorfälle. Doch er scheint unerreichbar.
6. Nachtal, 1385
Der Auslöscher. Ein seltsames, unnatürliches Geschöpf erscheint oder wird erschaffen. Es vernichtet einen Bauernhof in der Umgebung und entfernt sich. Ist es in den Bluthöhlen geschaffen worden?
16. Nachtal, 1385
Paradies. Ein zunehmender Konflikt zwischen den Parteien Orlbars wird immer Deutlicher. Die Gefolgschaft der Zuversichtigen, der auch Citia altia Fortia und der Grüne Apostel angehört, sowie stehen im Widerstreit mit den Spaltenbestien und möglicherweise der Lautlosen Armee. Die Rolle der Leidenden Silbernen ist darin noch unklar. Ich denke, dass ich durch die Zuversichtigen akzeptiert wurde und dass sie mich möglicherweise sogar umsorgten. Zumindestens meinen Leib. Doch ich kann es nicht sagen. Weit entfernt war mein Geist, als dass er den Körper noch hätte sehen können.
19. auf 20. Nachtal, 1385
Der zweite Akt. Eine Schlacht im Sumpfgebiet westlich von Orlbar verursachte eine heftige Reaktion des Kraters. Gefallene wurden zu Versehrten und griffen alles an. – Ist die Krähe ein Bote oder Beobachter Orlbars? – Ein Ton erklingt (wie schon einmal?) und ein unsichtbarer Riese regt sich in den Tiefen. – War es die Drachin, die in Orlbar leidet und deren Kraft missbraucht wird für das Grauen? Ist die Krähe und die Drachin eins? – Eine grüne Sphäre aus reinen Gedanken dehnt sich aus und verschluckt das Umland das Schlachtfeld. – Ist die Drachin der Katalysator, der Kraftquell für SEINE Manifestation? Schwerlich ist es zu sagen, kaum kann ich klar sehen und es gibt zu viele Fragen.
Eines jedoch ist gewiss: der Krater gab mich frei, als der Krater über sich selbst wuchs während der Schlacht. Mir ist, als begann ich zu dieser Stunde langsam hinauszugleiten, aus der anderen Welt. Langsam eroberte die alte Realität sich ihren Platz zurück, wenn auch grässlich modifiziert. Diese Nacht war die Nacht meiner WIdergeburt nach mehr als 12 Monaten auf der anderen Seite.
6. Das Jahr der Trauer der Halblinge
14. Hammer, 1386
An diesem Tag betrat ich das erstemal die alte Welt bewusst. Durch den Schleier des Vergessens Drang langsam die Gewissheit wieder „hier“ zu sein. Ich fand mich jedoch in Tiefe Verwirrungen des geistes gestürzt. Nicht durch Wahn oder Traumwelt, sondern ein Übermaß an klarem, freien Geist. So klar und frei, dass ich ihn beinahe nicht bewältigen konnte. Zudem habe ich in mir etwas mitgebracht. Das „Sonderbare“, es überkommt mich ungefragt. Wird es mir einst zur Gefahr werden? In diesen Tagen jedoch, besorgte das Sonderbare, dass ich fast ständig in einer zeitlichen Verwirrung lebte. Ich kann nicht sagen wie lange eine Stunde dauerte. Sekunden wurden mir zu Wochen doch am Himmelszelt bemerkte ich, dass es nur meine innere Zeit war, die mich verließ.
22. Hammer, 1386
Reinkarnation – ein Rabenvogel, viele Rabenvögel – Versehrte nach der Großen Schlacht. Die Bilder sind Bruchstückhaft, doch der Krater bemächtigt sich der Gefallenen. Er ist viel schrecklicher geworden, verglichen mit den Tagen, bevor ich auf die andere Seite ging. Der Kampf zwischen Schatten und Versehrten hielt weiter an.
28. Hammer, 1386
Genau eine Stunde lang wurde das Delimbiyr-Tal ausgehend von Orlbar in Finsternis getaucht. Am Krater brandeten Schatten gegen die Kreaturen aus Grün und rissen sie zu Boden (sind es die Versherten gewesen?). Erneut scheinen Schatten und Kraterwesen gegeneinander zu kämpfen. Ein Antagonismus zwischen Grün und Schwarz wird immer deutlicher. Ein Schattenkabinett: eine Welle der Finsternis schwappt aus dem Krater über das Land und bringt Schattenwesen hervor. Schattenkreaturen kämpfen gegen Untote – die Nacht gegen das Licht des Kraters. Ein Krieg im Stillen. Wildmagische Abnormalitäten (sind es wirklich die Versehrten gewesen) kämpfen gegen Schattenwesen.
3. Alturiak, 1386
Ich entscheide mich, nachdem mir eine helfende Hand die eigene Klinge vom Herz nahm, Llorkh und meinen Geschwisterbund im Geiste zu konfrontieren. Die Dinge wurden in Bewegung gesetzt und ich musste nun nur noch warten, bis sie kommen würden um mich zu vernichten oder zu befreien. Meine tiefe, innere Verzweiflung wurde durch segensreiche Gespräche gemildert. Mir schien, als gäbe es eine Möglichkeit dem radikalen Zweifel zu entkommen. Ich muss die Bedeutung der erkennenden Vernunft revidieren und kritisch prüfen. Möglicherweise bin ich einem Fehler aufgesessen, als ich die Reflexion und Konstitutionsleistung des Bewusstseins über alles erhob. Noch hatte ich nicht die Ruhe gefunden dies klar zu durchdenken. Dennoch: ein Keim ist gelegt.
7. Alturiak, 1386
Ich begegnete zwei Anhängern der Zorngötter unterhalb des Kraters, so vermute ich. Sie waren auf der Jagd und streckten mich beinahe nieder. Ich denke in den beiden die Ursache für die seltsamen, archaischen Wandmalereien in der Tiefe gefunden zu haben - oder zumindestens einen Teil der Ursache. Eine Frau mit blitzartiger Maske und Speer, kräftig und arkan begabt. Die zweite kleiner, mit Speer und einer eher natürlicheren Gesichtsmaske, wie es manch Wilde tragen. Letztere sprach Nether der Bodenkultur mit Verwaschungen. Möglicherweise nur Formelhaft für ihr arkanes Wirken. Sie könnte eine entfernte Angehörige eines der Nachfolgestaaten gewesen sein. Asram, Hlondeth und Anauria.
Man überraschte mich, als das Sonderbare mich ergriffen hatte. Die Wortführerin griff mich unbefragt an, in den oberen Tunneln, und ich versuchte eine rasche nekromantische Offensive um sichere Flucht zu erhalten und dem Krater die Vernichtung zu überlassen. Zu meiner Überraschung war die Frau der Magica Contraria fähig und hatte einen Schutzmantel sowie andere, archaischere Schutzrunen gegen Magie auf sich. Ich drohte zu unterliegen und floh im Äther in die Tiefe. Später konfrontierte ich sie erneut und wurde nach kurzem Unterhandel geheilt. Offenbar eine Jüngerin der Natur. Ich vermute beide als Anhängerinnen der Zorngötter. Die beiden einfach geschaffenen Gemüter wirkten angelockt vom Krater, um sich an ihm zu messen und die Spaltenbestien im Kampf herauszufordern. Es war ein leichtes sie zur Opferung in den Bluthöhlen zu bewegen. Die wilden Völker können dem Reiz des Ungesehenen und des Opfers nicht widerstehen. Der Krater selbst wird entscheiden, ob er die beiden an sich bindet. Sie wären mächtige Wächter über den Ort und könnten ernsthafteren Feinden erheblichen Schaden zufügen.
Für weitere Konfrontationen empfehle ich erschlichenes Vertrauen, Höflichkeit und Unterwerfung, um dann überraschend hart zuzuschlagen. Todesmagie und Nekromantie sollten gemieden werden, da sie wahrscheinlich wenig effizienz zeigen. Auf jeden Fall sollte eine Arkananalyse zuvor gewirkt werden, um die Natur der Schutzzauber zu analysieren. Danach aggressive Kontermagie, gefolgt von massiven Hervorrufungen und herbeigeschworenen Kreaturen. Eine Kooperation scheint unerspriesslich, sind sie doch in ihrer primitiven Welt aus Jagd, Streit und verstümmelter Ehre gefangen. Sie dem Tod zu überantworten oder im handeln einzuschränken wäre im Zweifelsfall sicherer, als einen Handel einzugehen oder auf sie relevante Entscheidungen zu bauen.
26. Mirtul, 1386 Am Arkanen Zirkel zu Llorkh wird die Orlbar-Thesis "Auge der Vorleserin" durch mich vorgestellt. Die Analysethesis erlaubt es Artefakte Orlbars tiefgehend zu analysieren ohne dabei der Verwirrung der orbarstrahlung ausgesetzt zu sein.
Ursprünglich war die Formel als erster Schritt zur Herstellung der Grünschimmermaske gedacht, doch das Projekt wird nun aufgegeben. Angesichts der enormen Kosten und des verhältnismäßig geringen Nutzens erscheint es nicht mehr förderwürdig.
20. Eleasias 1386
Der von Abelard vom Richtertor und dem alten Kriegsrat initiierte Marsch des Zorns führt auf den Pfaden des Konstals Traemayne durch den Sumpf um Orlbar und endet am alten Nachtklingenlager, wo sich der Konstal in Form eines Todesritters verborgen hält. Er stellt sich zum Kampf und der Todesritter wird befriedet. Der Marsch des Zorns ist vordergründig erfolgreich.
Im Nachall wird jedoch die Verräterin Saeatera Onyxend die untote Essenz des Traemayne heimlich stehlen und hinterhältig in das Arkane Konstrukt des "Mahlstroms" oder "Hungers" einfügen. Woraus eine erneute Wiederbelebung der geschundenen Seele des Traemayne entsteht. Ein neuer Feind für Llorkh, getauscht gegen einen alten.
16. Marpenroth 1386
Der "Hunger" wird freigesetzt durch die unsägliche Saeatera und Arkanist Harl. Er übernimmt alsbald seine alte Allianz und führt die Nation der Freien Untoten zurück zum Lager der Nachtklingen. Dieses Ereignis regt den Krater zu erneutem Gefecht an. Er erhebt sich gegen die untote Brut. In den Folgewochen ziehen Versehrte gegen die Nachtjagd und auch in das Umland Llorkhs, scheinbar durch die Ereignisse um die Nation angeregt und ziellos freigesetzt.
4. Nachtal 1386
An der Priorei des Azuth zu Lautwasser wird ein treffen beider Städte abgehalten. Ziel ist ein Vorankommen bezüglich der Lage in Orlbar. Das Treffen ist aus Llorkher Sicht vertane Zeit. Die Vorurteile überschatten das Vorankommen. Es erscheint, als habe Lautwasser die Tragweite der Drachenfrage nicht erkannt, und beschränke sich auf den karitativen Sinn der Drachin helfen zu wollen. Nach diesem Treffen verhärtet sich die Befürchtung, dass Lautwasser kein verlässlicher Partner sein kann, da die Parteien und Kräfte der Stadt zu unvermittelt und willkürlich zu handeln und zu sprechen scheinen.
Kleinere, geheime Nachtreffen mit Jahra Windspiel oder Worlan DuRog können diese Probleme nicht beseitigen. Nicht nur ist es letztlich Llorkh, die sich auf sich selbst besinnt. Der Landgutkristall vor Lautwasser wird nach langem Ringen letztlich durch Lautwasser arkan aufgelöst. Der Kristall diente auch der Kommunikation mit der Drachin. Insgesamt rücken die Städte auseinander in der Angelegenheit Orlbar. Auch die bereits begonnen Zusammenarbeit bezüglich der Traumreise zur Drachin wird gefährdet.
7. Das Jahr den Grünen Hermelins
Hammer 1387
Die Nation der Toten zieht aus dem besetzten Nachtklingenlager zurück und verschwindet in den Norden. Hunderte von Untote folgen dem Leichnam der sie anführt. Der Hunger bleibt jedoch zurück.
1. Hammer 1387
Lautwasser unternimmt eine Traumreise zur Silbernen Drachin unter Orlbar. Maßgebliche Führerin war Laflanna Tialasar. Der Arkane Zirkel hat Anteil daran und fertigte einen geeigneten Fokus. Es werden Schilderungen der Drachin und ihrer misslichen Lage vermittelt. Auch die Klone der Paktbinder werden gesehen. Das ausfgespannte Schlachtfeld zwischen Paktbinder und Spaltenbestien wird zum ersten Mal konkreter gefasst.
17. Ches 1387
Eine gemeinsame Expedition von Lautwasser und Llorkh, angeregt durch Sevilias Telar, scheitert kläglich unter Orlbar. Zahlreiche Tote bleiben zurück. Ziel war es, in den Bluthöhlen einen Weg zur Drachin zu finden. Der Misserfolg versperrt für die nähere Zukunft weitere Zusammenarbeit der beiden Städte in Bezug auf Orlbar.
Im Zuge der Vorbereitungen seitens Llorkh, kommt es jedoch zu einer Vielversprechenden Nebenabrede zwischen Llorkh und den Paktbindern. Die Paktbinder versäumen es zwar während der Expedition zugunsten der Städte einzugreifen, doch decken sie letztlich den Rückzug und ermöglichen so die Bergung der Toten. - Der Träumer Hakim offenbart sich mit seinen Verratsabsichten das erste Mal.
Ches 1387
Am Krater zu Orlbar beginnen die Spaltenbestien neue Stufen der Entwicklung zu erreichen, gleich den Schmetterlingen die den Raupen entspringen. Sie werden gemeinhin als "Porzellanbestien" beschrieben. Sie wenden sich vor allem gegen Versehrte und Kreaturen der Paktbinder. Damit erreicht der Widerstreit der beiden großen Parteien im Krater eine neue Qualität.
Die Lage beginnt nun Llorkh und auch Lautwasser direkt zu bedrohen, als die neue Enmtwicklungsstufe der Bestien nichtmehr an den Krater gebunden ist. In beiden Städten werden Spaltenbestien gesichtet.
9. Mirtul 1387
Der Hunger wird erfolgreich durch einen Kampfverband Llorkhs am Nachtklingenlager östlich von Orlbar ausgemerzt. In Folge der Ereignisse entsteht der "Hungersee", als die Tunnel des Hungers einsacken und von Regenwaffer unterspült werden.
17. Mirtul 1387
Der beratschlagende Stand Llorkhs legt eine Gefahreneinschätzung Orlbar betreffend vor. Die nunmehr frei umherziehenden Spaltenbestien zwingen den Rat der Stadtverteifigung zu einer offensiven Lösung. Der Arkane Zirkel erschließt sich einen Zugangsweg zur Silbernen Drachin und bestätigt die vermuteten Beziehungen zwischen Drachin und Spaltenbestien. Der Herrscher Llorkhs ordnet daraufhin eine breite Debatte des beratschlagenden Standes an, um eine Lösung zu finden.
11. Flammleite bis 29. Eleint 1387
An der Oberfläche Orlbars werden verschiedene Versuche und Eingriffe unterschiedlicher, teils unbekannter Parteien, beobachtet. So werden Versuche unternommen erschlagene Versehrte zu verbrennen, der Schrein der Chauntea wird mit Göttersegnungen verschiedener Art versehen. Darunter auch ein Versuch Lautwassers, den Übergang in die Schattenebene zu verschließen. Das Ritual scheint erfolgreich, wird jedoch alsbald entweiht oder rückgängig gemacht. Der ominöse Schrank verschwindet.
2. Eleasias 1387
Die Beratschlagungen Llorkhs für eine abschließende regelung in Bezug auf Orlbar werden abgeschlossen und dem Herrscher Llorkhs wird eine Handlungsempfehlung vorgelegt. Die Empfehlung sieht im Wesentlichen einen gewaltsamen Vorstoß Llorkher Truppen und verbündeter Kräfte Thultanthars zur Drachin vor. Ziel ist es, ihr Leben zu beenden um den Spaltenbestien Kraft und Urquell zu rauben. Aufgrund der kühlen Verhältnisse zu Lautwasser und des Desasters der Expedition um Sevilias Telar, wird eine Allianz mit Lautwasser ausgeschlossen.
6. Nachtal 1387
Die geplante Gewaltexpedition zur Silbernen ist erfolgreich. Yriszdraliz wird getötet und befreit. Spaltenbestien und Paktbinder können die Llorkher Unternehmung nicht stoppen. Die Schattenkreaturen Umbras unter Zurprass Erklagon sind bewährte Verbündete, die am Erfolg großen Anteil haben. Als Folge der Drachenbefreiung sind jedoch auch einige der Paktbinder nun befreit vom Bann in Orlbar. Der Doppelgänger unseres Souveräns schwört auf Rache an Llorkh und entkommt den Helden vor Ort.
Insgesamt ist damit eine Zäsur gesetzt. Die Folgen des Erfolgs sind vorerst nicht klar abzuschätzen. Doch es bestehen weitere Schritte die zur Eindämmung Orlbars unternommen werden sollen. Ob nach der Führungsübernahme Llorkhs nun Lautwasser wieder als Allianzpartner in Frage kommen kann, ist jedoch ungewiss.
Autot: Letos
