| Autor: | Kathaphaia, A.M. |
| Verfasst: | Llorkh, Nachtal 1387 TZ |
| Form: | Buch |
| Umfang: | 85 Seiten |
| Sprache: | Chondath |
| Anspruch: | mäßig |
| Nachweis/Zugang: | Arkaner Zirkel, verschlossen |
Diese Kompilation fasst Schlüsseltexte zusammen, welche die Geschichte und den Fall der silbernen Drachin Yriszdraliz unter Orlbar beschreiben. Sie dokumentiert letztlich den Hergang und die Entstehung der Ereignisse, die zum Tod der Drachin durch die Kräfte Llorkhs führten.
Inhaltsverzeichnis (ausblenden)
- 1. Wie es sich dereinst mit Yrizdralisz begab
- 2. Empfehlung zur Tat
- 2.1 Die Gefahr: Spaltenbestien
- 2.2 Die Lösung: Silberne Drachin
- 2.3 Das Problem: Erreichbarkeit und Umkämpfung
- 2.4 Empfehlungen
- 2.5 Notwendigkeit des Handelns
- 2.6 Tod oder Leben der Drachin
- 2.7 Allianzfrage
- 2.8 Präferiertes Szenario
- 2.9 Vom Risiko das mit allem einher gehe
- 2.10 Handlungsrelevante Notwendigkeiten
- 2.11 Mindermeinungen und abweichende Rede
- 2.12 Kreis der Beratschlagenden
- 2.13 Liste des beigelegten Schriftwerks
- 2.14 Vermerk zur Festung Llorkh
- 3. Kampfplan zur Befriedung der Silbernen
- 4. Bericht zur Befreiung der Silbernen
- 4.1 Mitglieder der Gewaltexpedition (2. Lanze)
- 4.2 Aufmarsch und Abstieg
- 4.3 Durchschreiten des Portals
- 4.4 Hinweg zur Silbernen
- 4.5 Die Herbeirufung der Allianzpartner
- 4.6 Ankunft der Allianzpartner
- 4.7 Ausharren und harte Kämpfe
- 4.8 Weitere Bündnispartner und voranschreitende Befreiung
- 4.9 Die Befreiung der Yriszdraliz
- 4.10 Ein alter Feind neu belebt
- 4.11 Irreführung und drohende Niederlage
- 4.12 Die Tilgung von Schuld und das Wunder der Errettung
- 4.13 Rückzug, Neuordnung und Auflösung des Verbands

1. Wie es sich dereinst mit Yrizdralisz begab
Einstmals lebte und verstarb ein junger Barde mit dem Namen Thiredes. Er war seliger Gefährte eines Dreiergespanns tiefer, inniger Freundschaft gewesen und zog als Abenteurer mit ihnen durch die Lande des Nordens. Ein Jugendfreund, der abenteuerliche Recke Halnir aus der Dolchfurt, und dessen Geliebte, die mysteriöse und wunderschöne Yrene Himmelstiefe waren ihm treue und geliebte Freunde.
Die Drei hatten sich dem Kampf gegen die allerorts aufkeimenden Übel verschrieben und nutzten die Freiheit des Geistes und Stärke der Jugend, um durch die Lande zu reisen und hilfreichen Dienst zu bieten, wo er gebraucht wurde. Die wunderschöne Yrene war es derzeiten, die oft die Wirkmacht der Gefährten in die Schatten stellte, denn sie war eine begabte Hexenmeisterin.
Nach gemeinsamen Tagen, Monaten und Jahren begab sich ein schicksalhaftes Gespräch. Yrene schilderte dem Geliebten Halnir, den Ursprung ihrer großen Macht. Er läge in ihrem Blut, denn in Wahrheit hieße sie Yrizdralisz. Und wie sie dies dem geliebten Halnir so gestand, lauschte der Barde Thiredes heimlich den Worten. Schon immer hatte er ein heimliches Auge auf die Wunderschöne geworfen. Doch er konnte ja nicht ahnen, welche Macht er mit diesem Namen erlangt hatte. Denn es war der Wahre Name der Frau. Die gar keine Menschenfrau war. Doch das wusste er noch nicht.
Thiredes glaubte weiterhin, Yrene wäre 'lediglich' eine Jüngerin der Drachen. Menschliches Blut, gewürzt mit dem Feuer drachischer Kraft und Leidenschaft. Das Verraten ihres eigenen, wahren Namens im Liebesrausch, und die Tatsache, dass davon jemand wusste, sollte die Tragödie der Drachin einleiten.
Später in der Zeit. - Gemeinsam lagen die Gefährten im blutigen Widerstreit mit einer Armee Grauorks aus den Graugipfeln östlich des Delimbiyr-Tals. Der Kampf war unerwartet und Beshaba beschehrte Unheil für die Drei. Gegen die Übermacht unterlagen Halnir und Thiredes und stürzten geschlagen zu Boden, des Lebens beraubt. Zurück blieb die Wunderschöne, Yrizdralisz. Sie vernichtete mit Ingrimm die Orken und bewahrte so die Leichen der Freunde vor der Schändung. Doch für das Leben war es zu spät. Freund und Geliebter lagen im Sterben.
Doch wieso hatte es soweit kommen müssen?
Vor dem blutigen Kampf gegen die Grauorken entbrannte ein Streit zwischen den Dreien, ein Streit der Beziehungen. Thiredes, der den Wahren Namen erfahren hatte, wagte es ihn auszusprechen und erlangte Herrschaft über die verwandelte Drachin. Der Fähigkeit selbst und frei zu handeln war sie auf einen Schlag beraubt, als ihr Name zwischen Liebe und Zorn gefangen war. Und in diesem schicksalsschweren Moment entbrannte das blutige Toben als die Orken den Kampf eröffneten. Die Silberne flehte und konnte doch nichts ausrichten. Zu keiner Handlung war sie fähig. Erst als beide im Tod danieder lagen, fiehl der Bann und sie riss die Orken allesamt in den Tod hinab mit der Kraft einer Ehrwürdigen Silbernen, im gerechten Zorn und in Trauer gebadet. Thiredes' Macht, die er über die Drachin aus Eifersucht ausgeübt hatte, wurde ihm und seinem Freund so zum Verhängnis.
Gefangen in Trauer und peinlich berührten Schuldgefühlen, floh die Drachin von der Stätte des Unglücks. Die Zerwühltheit über die Fehler die sie begangen hatte, vermochte auch ihre Wahrnehmung zu trüben. Als sie das Leid des noch jungen Orlbars nach dem Einschlag sah, saß die Trauer und Verwirrung noch tief. So war sie ein leichtes Opfer für die dunklen Mächte. Sie wurde aus der Luft geraubt und in die Tiefen gezerrt und hörte auf Yrizdralisz zu sein, wie sie einst war.
So hatte die Silberne ein Schicksal mit vielen vor ihr geteilt. Sie hatte die Belange der Sterblichen zu den ihrigen gemacht und Liebe gegeben die keinen dauerhaften Wert haben konnte. Gab es nicht einen Schwur, der den Alten Drachen auferlegte die Menschengestalt nicht zu nutzen, um nicht in die Wirrnisse der Welt zu geraten? Wenn es ihn gab, wurde er gebrochen und die Götter vergolten stehenden Fußes mit Unglück den Frevel. So kam das Schicksal der Yrizdralisz zu seiner Erfüllung.

2. Empfehlung zur Tat
Als der Krater zu Orlbar begann Spaltenbestien auch in das Umland auszusenden, also ausserhalb des engeren Kraterumlandes, sah sich der Rat der Stadtverteidigung Llorkhs genötigt eine klare Handlung vorzunehmen. Es fand eine umfangreiche Erörterung des beratschlagenden Standes der Stadt Llorkh statt, die letztlich in einer 'Empfehlung zur Tat an Seine Arkane Maiorität zu Llorkh' endete.
2.1 Die Gefahr: Spaltenbestien
Die unsägliche Entwicklung der Schrecknisse Orlbars haben dazu geführt, dass die als Spaltenbestien bezeichneten Kreaturen seit Anfang des Jahres 1387 in der Lage sind, die Stätte des Kataklysmus Orlbar in relevantem Maße zu verlassen. Die schwächeren wie mächtigeren Kreaturen strömen ins Umland und Stellen eine direkte und unmittelbare Bedrohung der Stadt Llorkh dar, auf welche der Rat der Stadtverteidigung zu reagieren hat.
Der Arkane Zirkel sieht mittelfristig die ernste und enorme Bedrohung durch eine weiter voranschreitende Entwicklung der Bestien gegeben. Es ist anzunehmen, dass weitere Entwicklung dieser Bestienrasse zum einen zur Fortpflanzung wie bei Mensch und Tier führen könne, oder aber, wie den Bienen gleich, sich Königinnen bilden. Sie wären damit auf lange Sicht als Rasse gänzlich unabhängig von Orlbar. Zudem ist abzusehen, dass die schrecklichsten, weit gereiften Bestien des Kraters mit der Zeit ebenfalls den Krater frei verlassen können. Diese beiden Gründe rechtfertigen von einer eiligen Bedrohung zu sprechen.
2.2 Die Lösung: Silberne Drachin
Die Lösung der Bestienplage wird durch die Silberne Drachin Yrizdralisz gegeben. Jene gefangene Kreatur ist durch Orlbar korrumpiert und wird seit den ersten Tagen Orlbars im Krater gefangen gehalten und ausgebeutet. Sowohl durch das als „Paktbinder“ bekannte Bündnis einzelner, begabter Individuen, als auch durch die Spaltenbestien.
Für die Spaltenbestien ist die Silberne derzeit noch Mutter. Aus ihr gebähren sich neue Bestien, die durch die Spaltenbestien gehegt und aufgezogen werden. Eine Beendigung der Ausbeutung der Silbernen ist gleichbedeutend mit einer Beendigung neuer Kreaturen dieser Art. Ihre Zahl wäre endlich und die Bestienplage greifbar. Zudem würde ein Ende der Drachin auch ein Ende weiterer Entwicklungsstufen der Bestien bedeuten.
2.3 Das Problem: Erreichbarkeit und Umkämpfung
Die Silberne ist identifiziert und ihre Erreichbarkeit soweit greifbar. Es ergeben sich drei wesentliche Problemlagen zur Lösung der Bedrohung.
- Erstens ist die Zugänglichkeit zur Drachin derzeit Abhängig von der Willkür eines Wesens, dass Llorkh nicht direkt kontrollieren kann.
- Zweitens ist die Silberne Drachin wertvoll für beide Konfliktparten unmittelbar vor ort: die Paktbinder und die Spaltenbestien. Beide führen Krieg über sie, doch werden sie in uns einen gemeinsamen Feind finden. Diesen Kampf zu vermeiden oder zu gewinnen ist eine Hauptherausforderung.
- Drittens gibt es mindestens zwei weitere, relevante Parteien, die sich um die Silberne mit verschiedenen Absichten bemühen. Die Shadovar Tulthantars und die diversen Gruppierungen Lautwassers.
2.4 Empfehlungen
Die beratschlagenden Stände der Stadt Llorkh haben die Erkenntnisse abgewogen und kommen zu nachstehenden Empfehlungen und Mindermeinungen.
2.5 Notwendigkeit des Handelns
Es besteht Notwendigkeit des Handelns, die uns auch die Bürde des Risikos auferlegt. Die beratschlagenden kommen überein, dass Zögerlichkeit die Gefahr mehr. Dies vor allem aus drei Gründen:
Erstens, die Bedrohung durch die Spaltenbestien nimmt mit der Zeit unbillig zu.
Zweitens, andere Parteien könnten handeln und Llorkh damit einer Gestaltungsmacht berauben oder die Stadt durch die Folgen des Handelns bedrohen.
Drittens, die neue Freizügigkeit der Spaltenbestien könnte ein Ungleichgewicht unter den Kräften des Kraters (Paktbinder, Spaltenbestien) hervorbringen. Eine Hegemonie einer der Parteien wird als Gefahr Llorkhs erachtet.
2.6 Tod oder Leben der Drachin
Die Frage nach der Art und Weise der Herauslösung der Drachin aus Orlbar findet ihre Zuspitzung in der Frage nach ihrer Befreiung oder ihrer Tötung. Die Beratschlagenden kommen überwiegend zur Ansicht, dass der Tod der Drachin als vorrangige Option anzustreben ist. Dies aus drei wesentlichen Gründen:
Erstens, zeigen alle Erkenntnisse, dass die Hinnahme des Todes die Lösung ist, welche vor Ort weniger Ressourcen beansprucht und größere Wahrscheinlichkeit eines Erfolgs beschehrt. Aus militärischer Sicht ist der Versuch einer Befreiung und Heilung sehr viel riskanter und schwerer durchzusetzen.
Zweitens, nötigt die Rechtschaffenheit der Rasse der Silbernen die Befürchtung auf, dass eine Befreiung der Drachin später Llorkh schädigen könnte (siehe Einschätzung des NvF). Die Silberne ist bekannt dafür, sich in sterbliche Belange eingemischt zu haben, in früheren Tagen.
Drittens, erlangte die Silberne (die gefangen aber klaren Verstandes scheint) in der Vergangenheit sensible Informationen über Llorkh und wichtige Amtswalter unserer Stadt. Die Verbreitung dieses sensiblen Wissens ist ein Risiko.
2.7 Allianzfrage
Die Frage der Allianz Llorkhs mit anderen Parteien zur Beseitigung der Bedrohung wurde am innigsten diskutiert. Hier besteht der größte Bedarf an klugem Ratschluss durch unseren geachteten Souverän. Als Tendenzen gemeinsamen Ratschlusses zeichnen sich jedoch ab:
Erstens, sei eine gänzlich durch Llorkh getragene Unternehmung mit einem enormen Risiko behaftet. Ein Scheitern würde einen sehr hohen Blutzoll und Verlust für die Stadt bedeuten.
Zweitens, ist eine Allianz mit Lautwasser als sehr schwierig zu bewerten. Die Mehrheit lehnt sie ab. Als Mindermeinung werden jedoch gute Argumente auch dafür angebracht. Als Mittelweg zeichnet sich ab, Lautwasser als Stadt keinesfalls in eine Allianzerwägung einzubeziehen. Wohl aber eine der zahlreichen Gruppierungen in und um Lautwasser. Eine Prüfung und Klärung der Initativen, Absichten und Wortführer wird angestrebt. Solange hier keine Klarheit besteht, lautet die Empfehlung gegen eine Allianz mit Lautwasser als Stadt.
Drittens, wird auch eine Allianz mit den Shadovar Tulthantars überwiegend kritisch bewertet. Hier jedoch gibt es mehrere, sachliche Gründe, die eine solche Allianz dennoch sehr anraten. Dies ist vor allem die Tatsache, dass die Shadovar eine Möglichkeit haben die Drachin aus Orlbar herauszulösen (unter Inkaufnahme ihres Todes). Desweiteren ist eine wesentlich größere Bündnistreue und Disziplin der Shadovari zu erwarten, als es mit Lautwasser der Fall wäre. Der Kriegsrat, namentlich Sturmkar Caentigern, Hochwürden von Richtertor und Arkanistin Kathaphaia, setzen ihre Einschätzung über die der anderen Beratschlagenden und empfehlen gemeinsam die Annahme des Allianzangebots Umbras.
Die Erwägung einer Allianz mit mehreren Parteien kann erst dann erfolgen, wenn über die Bestrebungen der ungeordneten und undurchsichtigen Bemühungen Lautwassers klare Erkenntnisse vorliegen.
2.8 Präferiertes Szenario
Nach reiflicher Ansehung des Wissensstandes und Einbeziehung der klugen Beratschlagung durch Llorkhs Amtswalter, zeichnet sich nachstehendes Szenario als derzeit erstrebenswert ab:
- a) Das Vordringen einer schlagkräftigen Kohorte Llorkhs zum Portal unter Orlbar, welches zur Silbernen führt. Sicherung des Rückweges und des Portals diesseitig.
- b) Durchschreiten des Portals mit hinreichender Schlagkraft um zur Höhle der Gefangenen zu gelangen. Dies soll umfassen: Soldatenstand, Klerus, Arkanisten und Beratschlagender Stand sowie Hilfstruppen. Dort nun, jenseitig, wird unmittelbar eine Anrufung der Shadovar vorgenommen, um den allierten Truppen Umbras das Eindringen in die Drachenhöhle zu ermöglichen.
- c) Der jenseitige Verband bezieht defensive Stellung um gegen Feinde auszuharren und den Shadovar eine Herauslösung der Drachin aus Orlbar zu ermöglichen. Die Dauer dieser Tat wird auf eine Stunde geschätzt. Absehbar ist ein Kampf gegen Spaltenbestien und Paktbinder an zwei
- d) Während des Stellungskampfes werden Verletzte durch das Portal nach möglichkeit zurückgezogen und Nachschub aus dem Diesseits nachgezogen.
- e) Sicherstellung und Prüfung der Herauslösung und Tötung der Drachin nach verrichtetem Werk der Shadovar durch mindestens drei vertrauensvolle Personen Llorkhs.
- f) Rückzug des jenseitigen Verbandes durch das Portal ins Diesseits. Rückzug an die Oberfläche. Versiegelung des Portals nach ermessen.
2.9 Vom Risiko das mit allem einher gehe
Der zu erwartende Blutzoll an Soldaten ist hoch.
Ein Verrat durch die Shadovar vor Ort wird als verhältnismäßig gering eingeschätzt.
Ein Misserfolg der Herauslösung ist nicht einschätzbar und obliegt der Einschätzung der Shadovar. Eine Alternative zur Herauslösung der Drachin durch die Shadovar existiert nur in Form mundaner und arkaner Tötung. Ob dies Erfolg haben kann, bei der vollständig in Kristall eingeschlossenen Drachin, ist unsicher.
Die letztendliche Kontrolle über das Zugangsportal ist nicht in Llorkhs Hand. Wenngleich die arkanen Möglichkeiten zur Manipulation des Portals vorhanden sind, ist das Portal selbst mit einer anderen Wesenheit verbunden, wie in den Berichten dargelegt.
2.10 Handlungsrelevante Notwendigkeiten
Spionage muss Klarheit über die Initiativen und Gruppen in Lautwasser besorgen um gegebenenfalls einen ausgewählten dritten Bündnispartner unter Llorkhs Führung einzubinden.
Eine Überprüfung der Drachenhöhle muss erneut und mehrmals erfolgen. Es ist notwendig abzuschätzen, ob es bevorzugte Zeitpunkte für die Durchführung gibt (Ruhephasen).
Es muss versucht werden, weitere Zugangswege zur Drachin zu ergründen. Vermutet werden drei weitere: einer in Hand der Paktbinder, einer oder mehrere in Kontrolle der Spaltenbestien sowie ein Zugangsweg von Lautwasser aus (ehemals infiziertes Landgut).
Es ist zu klären, ob von Seiten der Paktbinder Unterstützung zu erwarten ist. Bekanntermaßen sprechen die Paktbinder nicht mit einer Stimme und verfolgen untereinander abweichende Ziele.
Die notwendigen Paraphernalia für die Durchschreitung des Portals sind zu besorgen.
Teilnehmer für den diesseitigen und jenseitigen Verband (Kriegsstand, Beratschlagung, Klerus und Hilfstruppen) sind auszuwählen und angemessen vorzubereiten. Dies in Form von Unterweisungen und Manövern.
2.11 Mindermeinungen und abweichende Rede
Sturmkar Caentigern / Kthph: Die Schattennesser könnten auf eine Herauslösung der Silbernen Drachin verzichten und mit uns gemeinsam einen Stellungskampf führen. Die Drachin würde dann lediglich getötet und eine Befreiung vom Grünen Schein schlichtweg nicht vorgenommen. Ob dies möglich ist, bleibt unklar. Es muss mit Umbra und direkt vor ort erwogen werden.
Sturmkar Caentigern: Eine Dreierallianz zwischen Lautwasser, Llorkh und Schattennesser könne geschickt so inszeniert werden, dass sowohl Llorkh und Umbra, als auch Lautwasser scheinbar zufällig gleichzeitig zur Drachin vorstoßen. Aus der Situation vor Ort wäre eine Allianz unter Llorkhs Vormacht seiner Ansicht nach denkbar.
Arkanistin Kathaphaia: Wenn Lautwasser oder eine Einzelpartei Lautwassers einer Tötung der Drachin zustimmt, sei eine Dreierallianz von Llorkher Seite her verhandelbar.
Arkanisten von Farlorn und Eisglanz: Es sei anzunehmen, dass die Drachin durch Orlbar korrumpiert ist, auch im Geiste. Würde man sie freisetzen, bestünde Gefahr dass sie als Kreatur Orlbars fortbestünde oder gar ihre „Brut“ (die Bestien) schützen würde.
Arkanist Neran d.Ä.: Es sei eine Zusammenarbeit mit dem Dunkelelf Xun und einigen Söldner unter seiner Führung zu erwägen, der angeblich von der Drachin auserwählt wurde. Die Verlässlichkeit dieses Allianzpartners wird in Frage gestellt.
Arkanist von Wolfendorn und Neran der Ältere lehnen eine Allianz mit den Shadovar ab.
Arkanistin Eisglanz sprach sich für eine Allianz mit Lautwasser aus, um den Blutzoll zu vermindern.
2.12 Kreis der Beratschlagenden
Es beratschlagten bisher: Arkanist Neran d.Ä., Arkanist Mandaar, Arkanist Amron von Wolfendorn, Arkanistin Mafalda, Arkanistin Eisglanz, Arkanistin Akkiz, Arkanist und Nachtklinge von Farlorn, Sturmkar Caentigern, Hochwürden von Richtertor.
Es werden noch Stellungnahmen erwartet von: Rottenfphrer Arras Khatib, Vikar Caer von Wolfendorn, Arkanist Neran d.J., Arkanist Harl.
2.13 Liste des beigelegten Schriftwerks
- Weisung unseres Souveräns
- Schlüsselerkenntnisse zur Bestienplage
- Erkenntnisse zur Rasse der Silbernen (NvF)
- Erkenntnisse zur Yriszdraliz im Besonderen (noch nicht offen)
- Zusammenkunft zur Debatte des Arkanen Zirkels
- Einschätzung des Abelard
- Einschätzung des Mnd
- Einschätzung des Sturmkar Caentigern
2. Elasias, 1387 TZ Arkanistin Kathaphaia, A.M.
2.14 Vermerk zur Festung Llorkh
Vermerk zur Festung Llorkh, 24. Elasias 1387
Unser Souverän hat die durch den beratschlagenden Stand vorgelegte Empfehlung akzeptiert und die Ausführung befohlen. Die Befehlsgewalt zur Durchführung obliegt dem Kriegsrat nach klugem Ratschluss. Zur Ausführung bestimmt und verpflichtet sind alle als notwendig erachteten Kräfte Llorkhs. Namentlich insbesondere: die Nachtklingen, die Kirche des Tyrannos, der Arkane Zirkel sowie jedwede Bürger oder Gäste der Stadt, deren Verpflichtung zur Bewältigung der Aufgabe nach Maßgabe des Kriegsrats erforderlich ist.
Kathaphaia, A.M.
3. Kampfplan zur Befriedung der Silbernen
Erörtert und aufgeschrieben durch den Rat der Stadtverteidigung zu Llork, 18. Eleint 1387 (Das Dokument ist nur dem Auge des Inneren Zirkels zugedacht und gilt als geheim)
- Aufmarsch Tross und 1. Lanze - Vorland Orlbar; am Hungersee; Kommando: Hochklinge Denhagen oder Offizier unter Vegilar Hadiljon
- Leichtes Entsatz- und Meldelager 1. Lanze; Stellungsbezug an der Krateroberfläche; Kommando: nicht erteilt
- Eindringen der Sturmmannschaft 2. Lanze; Kommando: Caentigern, Stellvertretung Abelard; Arkane Adjutanz zu Caentigern: Kthph
- Weg zur Portalhöhle: Schrein der Chauntea - Leiterbastieg zum Abgrund - Weg am Abstieg zum Betrachterstock vorbei - Überbrücken der Klamm mittels arkanem Steinformen - Aufmarsch zur Dryaden höhle.
- Sicherung der diesseitigen Portalmündung; 4 Soldaten, 1 Arkanist; Kommando: nicht erteilt
- Ausspähung durch das Portal; Übertritt eines einzelnen Arkanisten unter Beobachtung: Prüfung auf jenseitige arkane Umstände.
- Übertritt der Sturmmannschaft - Zollzahlung
- Geländesicherung
- Dachin sichern; Kontaktaufnahme?
- Zugänge versperren mittels Schanzwerk und Magie (RN, Mgh)
- Beschwörung der Allianzpartner Umbras (SE)
- Transformation der Drachin durch die Schatten
- Überwachung des Prozesses
- Zwischenmeldung an die Oberfläche
- Verteidigung der Stellung - arkane Versperrung der gegnerischen Zugänge (RN, Mgh)
- Meldung von Erfolg oder Misserfolg an die Oberfläche.
- Geordneter Rückzug aller Truppen (abzüglich Besatzungstruppen vor orlbar?) in 4 Etappen:
- D. Dryadenhöhle - Erstversorgung
- C. Entsazlager an der Oberfläche - Deckung des Rückzugs
- B. Trosslager - Krankenversorgung, Regruppierung, Meldung und Nachbesprechung
- A. Llorkh - Auflösung des Kampfverbandes und der Feldordnung
Umfang des Verbands: 12 bis 20 ausgewählte Elite aus des Hadiljons Hand; 1. und 2. Lanze unter Hadiljon, ausgewählte Männer und Frauen mit felderfahrung unter Sturmkar Caentigerns Führung; Abelard vom Richtertor nebst Schwarze Garde; Arkanisten des Arkanen Zirkels (genaue Aufgabenverteilung steht aus); Rekrutierung weiterer Bürger Llorkhs (genannt wurden Tarik Karayan, Alicia Schwarzhaupt, Tsamila Jyvindar); Lazarett der Heilerstube als Tross abkommandieren (?).

4. Bericht zur Befreiung der Silbernen
6. Nachtal, 1387 TZ
Wie es der beratschlagende Stand Llorkhs in den Vormonaten erörtert hatte, und wie es unser Souverän letztlich als gut und füglich beschied, so passierte der Abstieg hinab in die Kavernen zur Silbernen Yriszdraliz. Nachfolgend der Erfahrungsbericht nebst Bewertungen, soweit es mein Urteil erlaubt.
4.1 Mitglieder der Gewaltexpedition (2. Lanze)
| Verteidigender Stand: | Rottenführer Arras Khatib, Hochklinge Samuel Förster, Nachtklinge Belian Windfall, Nachtklinge Saahira Kerry, Nachtklinge Cyrill, Nachtklinge Kai Ta'kar?. |
| Arkaner Stand und Verbündete: | Arkanist Neran d.Ä., Arkanistin Sabia Eisglanz, Arkanistin Mafalda, Arkanistin Tsamila Jyvindar, Arkanistin Alicia Schwarzhaupt. |
| Klerus der Stadt und Verbündete: | Koravi Dabir Azim, Gardist des Hohen Tyrannen Serelath Neran?, Gardist des Hohen Tyrannen Arathnon Badorn, Gardist des Hohen Tyrannen Marcus Schwertbann, Arkanist und Kleriker des Velsharoon Tarik Karayan. |
Das Kommando führte Sturmkar Tyrnon Caentigern, ihm Stellvertreter war Rottenführer Arras Khatib. Arkane Adjutanz zum Kommando: Arkanistin Kathaphaia, ihr Stellvertreter war Arkanist Neran d.Ä.
4.2 Aufmarsch und Abstieg
Gemäß dem Kampfplan zur Befriedung der Silbernen erfolgte der Aufmarsch der 1. und 2. Lanze unter Vegilar Hadiljon am alten Nachtklingenlager vor Orlbar, nunmehr der Hungersee. Tross und erste Lanze unter Hochklinge Denhagen lagerten dort nieder als Rückzugslager. Eine leichte Meldelanze wurde an den Kraterrand gelegt. Letztanweisungen wurden durch das Kommando ausgegeben und die arkanen Hilfsmittel zum Bestehen vor dem Feind ausgeteilt: die Bedeutung des Speerträgers Khatib und der Allianzruferin Eisglanz wurden erläutert und eingeschärft. Der Ritus des Durchschreitens wurde dargelegt.
Die 2. Lanze unter Sturmkar Caentigern bildete die Sturmmannschaft für den Abstieg. Angeführt durch Hochklinge Förster als Vorausspäher kreuzte die Sturmlanze die Krateroberfläche und drang in den westlichen Sumpf vor. Dort hinab in Höhlen und wässrigen Grotten, dann alsbald zum Abgrund unweit der Dryadenhöhle. Bis dorthin waren die Widerstände moderat und keine Gefahr für den Gewalthaufen. Arkanistin Mafalda und Hochklinge Förster spähten die riskanten Abgründe aus und versuchten Seilsicherungen für die schweren Rüstwerke anzubringen. Doch es half nichts. Ein sicherer Hinweg, und noch vielmehr ein sicherer Rückweg mit Verletzten, schien nicht möglich. Doch Arkanist Neran ermöglichte dann der Sturmlanze das gefahrlose Umgehen der Abgründe durch Steinverformungen und so kam die Sturmlanze alsbald zur oasengleichen Dryadenhöhle, doch hatten wir keine Zeit darnieder zu liegen und zu rasten.
4.3 Durchschreiten des Portals
Arkanistin Kathaphaia nahm unmittelbar die Verhandlung mit der korrumpierten Dryade auf. Eine Portalanalyse brachte Bestätigung, dass der Grüne Magister den Portalausgang umgelegt hatte. Weiter zurück, in den Tunnel hinein, der zur Drachin führen würde. Die Dryade schien davon nichts bemerkt zu haben. - Sodann gab Arkanistin Kathaphaia die vereinbarten Zollzahlungen. Zuerst zur einen Hälfte nur der Onyx ausgeteilt, worauf Neun hindurchschritten, durch die blaue Flamme, welche das Portal zur Drachin war. Als erstes ging der Sturmkar selbst, ihm folgten acht nach. Darunter zwei Arkanistinnen und ein Kleriker. Als wir sahen, dass dies gut war und das Portal wie gewünscht funktionierte, erhielt die Dryade den Rest der abgemachten Zahlung in Feenstaub. Sodann schritten wir allesamt hindurch.
Auf die Einrichtung einer diesseitigen Geländesicherung in der Dryadenhöhle wurde verzichtet, da wir um die neuerliche Instabilität der Portale wussten. Es war unwahrscheinlich geworden, dass wir hier wieder zurückkommen würden.
4.4 Hinweg zur Silbernen
In den finsteren Tunneln formierten wir uns neu. Hochklinge Förster erhielt den tarnenden Flickenumhang, ein altes Artefakt aus Orlbar, das jedoch keinen besonderen Nutzen mehr entfalten konnte. Wir gingen voran. Nach einigen Dutzend Schritten begannen erste Kampfhandlungen. Ätherische Spaltenbestien waren es, welche nahe des Hauptweges an einem Grünbewuchs zu ruhen schienen. Arkanistin Mafalda wurde hernach zurückgesandt um eine Probe des Busches zu verwahren. Der Haupttross zog weiter voran. Schnell erreichten wir dann die Große Kaverne, in welcher die Silberne eingefroren in der Zeit verharrte und litt.
Die Beschaffenheit des Gewebes, so wussten wir, würde in der Kaverne zwar füglich sein, bei der Drachin selbst jedoch zerrüttet. Denn sie hatte sich erst wenige Tage zuvor im Gefängnis etwas regen können. Und als sie ihr Odem gegen die streitenden Parteien warf, vereiste sie das Gewebe selbst.
4.5 Die Herbeirufung der Allianzpartner
Arkanistin Eisglanz wurde angewiesen den Ritus der Herbeirufung zu beginnen. Etwas zurückgesetzt, im Gang, den wir gekommen waren. Es galt absolute Lichtdisziplin, denn jeglicher Lichtquell sollte das Ritual gefährden. Ausgerichtet wurde der Rufkreis auf die Silberne selbst, von wo aus man als Nullpunkt den Kreis abzog, unter leichter Bewachung durch die Sturmlanze. Die Verbündete Sarleen Kyyra ward als Leibwache der Arkanistin beigestellt.
Alldieweil das Kommando die Große Kaverne gesichtet hatte, und wir uns vom Antlitz der Silbernen soweit erholt hatten um zu handeln, wurden die beiden Ausgänge linker und rechter Hand besetzt und Späher vorausgesendet. Rechter Hand schien die Brutstätte der Spaltenbestien, linker Hand das Refugium der Paktbinder. Noch war alles ruhig und ohne Kampf.
Arkanist Reliar Neran und Koravi Dabir Azim beflissen sich alsdann den Gang zu den Spaltenbestien zu versperren, wie es der Kampfplan vorsah. Doch erschien der Tunnel breiter als vormals ausgespäht. Nur einen Behelfswall konnten wir errichten, der jedoch wertvolle Zeit erkaufte und das Vordringen der Spaltenbestien verangsamte.
4.6 Ankunft der Allianzpartner
Nach ersten Scharmützeln gegen kleinere aber auch entsetzliche Versehrte gelang die Anrufung der Arkanistin Eisglanz. Drei mächtige Todesalpe erschienen wie versprochen. Sendboten der Marschällin Zurprass Erklagon. Sie begannen umgehend damit, sich auf die leidende Silberne zu werfen, die ihr baldiges Ende und ihre Befreiung herbeisehnte. Nun also waren wir entdeckt und völlig klar lagen unsere Absichten dem Feind dar.
Arkanistin Eisglanz bemühte im Folgenden den Rufkreis erneut, um die zugesicherten Kampfverbündeten zu rufen. Und sie kamen. Drei nesische Schildwächter der alten Enklave Thultanthar. Die arkanen Konstrukte wurden an strategischen Punkten platziert und gaben uns wertvolle Entlastung für das Kommende.
4.7 Ausharren und harte Kämpfe
Wir wussten, dass die Transformation der Silbernen gut eine Stunde dauern würde. Die Todesalpe warfen sich auf die Silberne und nach und nach erschienen Schattenwesen, klein wie ein Mensch, oder groß wie ein Haus. Alle warfen sie sich auf die Drachin um sie aus dem Grünen Schein herauszulösen, wie es vorhergesagt wurde. Alldieweil jedoch, kamen die Paktbinder und Spaltenbestien über uns. Der linke Zuweg wurde durch Sturmkar Caentigern kommandiert. Der rechte durch Rottenführer Khatib. Nachtklingen, Schwarze Garde und Arkanisten verteilten sich gleichmäßig mal hierhin, mal dorthin. Wo die Not drängte. Alle verhielten sich nach soldatischem Vorbild tadellos und ich sah niemanden die Fassung verlieren noch das Kommando anzweifeln.
Die Paktbinder warteten nicht mit Klonen auf, denn sie waren ihrer verlustig gegangen und geschwächt. Doch brachten sie zahlreiche, mächtige Versehrte vor sowie arkane Konstrukte in Spinnenform und schädliche Magie. Auf der anderen, der rechten Flanke, kamen Spaltenbestien an. Grässlich war es anzusehen. Und die eiligen Bestien konnten an Decken und Wänden um unsere Stellungen brechen. So kam es, dass einige der kleinen, quirligen Flügelbestien unter die Arkanisten und Kleriker fuhren und grausame Ernte hielten. Dies war der erste wahrhaft ernste Kampf. Doch er wurde gewonnen. Drei mussten auf der Stelle vor dem Tod gerettet werden.
4.8 Weitere Bündnispartner und voranschreitende Befreiung
Während der Kampfverband ausharrte, folgte ein Heerführer der Schatten dem Ruf der Arkanistin Eisglanz und erfragte weitere Direktiven. Auf meine Weisung hin wurde entschieden, dass wir die Kraft der Verbündeten nicht weiter für unsere Kampfunterstützung in Anspruch nehmen würden. Vielmehr sollten sie alles was sie aufbringen könnten, gegen die Drachin werfen, um den Prozess zu beschleunigen. So blieben uns nur die drei Schildwächter Netherils als Beistand im Kampf. Doch bei der Drachin, da tümmelten sich die Schemen.
Als zweiter Bündnispartner erschien - wie versprochen - der Träumer Hakim. Einer der Paktbinder. Er sprach zu Arkanistin Kathaphaia und informierte darüber, dass der Rat der Paktbinder ausser sich vor Zorn und nun zerbrochen sei. Das Angebot der Arkanistin, sich auf die Seite Llorkhs zu begeben und mitzukämpfen, nahm der Calishit aus den Schatten an. Er warf sich in den Kampf gegen die Versehrten und die Apparaturen seiner ehemaligen Bundesbrüder und hielt so Wort. So zahlte es sich aus, den "Feind" nicht vorzuverurteilen, sondern mit Augenmaß die Dinge zu betrachten.
Es schritt alldieweil die Befreiung der Drachin voran, doch konnte es nicht hinreichen. Denn wir waren arg ausgezehrt und es lagen zwei Schildwächter bereits darnieder. Zerstört durch die Klauen der Spaltenbestien.
4.9 Die Befreiung der Yriszdraliz
Es war die kluge Beobachtung des Arkanisten Neran, die uns aufzeigte, dass wir nicht nur warten durften. Wir hatten ein Ansinnen mitgebracht. Einen verzweifelten Plan. Nun galt es ihn durchzuführen, bevor unsere Verteidigung ganz darnieder liegen würde. Arkanistin Kathaphaia gab nach diesem Ratschlag die Anweisung die Drachenlanze einzusetzen.
Der Rat der Stadtverteidigung hatte einst entschieden, dass man eine Waffe fertigen solle die im Notfall zur Hand sei, wenn verzweifelte Taten notwendig wären. Die Lanze wurde durch unseren Souverän Geldarr Ithym übergeben. Unverzaubert zwar, doch mächtig. Denn es war eine der Lanzen, welche die Bestienreiter der Zhentarim auf ihren Flugkreaturen führen, fernhin bei der Mondsee und über den Handelszügen durch die Anauroch. Eine Lanze geschaffen um sich gegen mächtige Gegner zu richten. Sie wurde zwiefach verzaubert. Mit der Magie der Mordlust des Lügenprinzen, geschaffen um Niederzuwerfen was Gut ist. Und als mächtige Magische Waffe gut geschärft zum Stoß.
Auf die Weisung hin nahmen Rottenführer Arras Khatib und Arkanist Neran d.Ä. die Lanze bei den Händen und führten sie mit wuchtigem Stoß in das Herzblatt der Silbernen. Die Schuppen öffneten sich um sie zu empfangen und im Fleisch brannte sich Mordlust und Zorn ein. Von der Hand der Führenden grimmig ausgesäht.
Wir anderen aber, wir standen nur still und riefen die Götter an oder die Kräfte die uns heilig waren. Denn wir sahen eine ehrwürdige Drachin sterben. Und es war uns allen nicht leicht die Sinne beisammen zu halten. Denn die Schönheit und Traurigkeit der Silbernen schnitt wie ein Messer zwischen uns und legte die Herzen frei. Und wer sich umsah, unter den Gefährten, der konnte ganz wahr und klar dem Nebenmann ins Herz hineinsehen. - Es zeichnete sich ebenfalls durch Würde der Sturmkar aus, der den Lanzenführern den bloßen Rücken deckte, gegen mögliche Angriffe der Spaltenbestien. In übermenschlicher Disziplin harrte er aus und wandte kein einziges Mal den Blick in den Rücken. Dorthin, wo Yriszdraliz starb und alles dunkel wurde. Die Schatten verschlangen was ehedem weiss gewesen war und wir eilten fort.
4.10 Ein alter Feind neu belebt
Wir verschnaufften uns einige Minuten und sahen zu, wie die Drachin in Schatten verschwand. Die Bündnispartner hatten Wort gehalten und die Helden der Lanze hatten der Drachin Herz geöffnet um die Schatten hineinzulassen. Es war vollbracht. Die Paktbinder waren größtenteils geflohen. Größtenteils nur.
Als die Arkanisten den besten Rückzugsweg beratschlagten, kamen verhöhnende Stimmen heran und es erschien eine wohlbekannte Gestalt. Der Doppelgänger, der einst unseren Herrscher zu töten versuchte. Er sprach mancherlei wilde Worte und war ausser sich. Ja, er war wahnsinnig, denn sein Wesen war mit der Drachin verschmolzen gewesen, die nun tot lag. Doch wir wussten was zu tun war. Arkanistin Kathaphaia gab die Anweisung unseres Souveräns in Llorkh bekannt, die sie persönlich erhalten hatte: Würde sich der Doppelgänger zeigen, sei er anzugreifen und unbarmherzig zu vernichten. Die höhnenden Worte des falschen Geldarr wurden übertönt vom Angriffsbefehl unseres Sturmkars und wir drangen hart im Laufschritt gegen den Doppelgänger vor. Doch freilich, es war ein Klon gewesen.
4.11 Irreführung und drohende Niederlage
Mithilfe eines Mächtigen Arkanen Blicks und der Schutzbrille der Citia altia Fortia wurde offenbar, dass der echte Doppelgänger unseres Souveräns nahebei stand. Ungesehen. Als der Klon vernichtet war, leitete uns der Verborgene zuerst fehl, zu den Kammern der Paktbinder hin. Doch die Hellsicht offenbarte die Irreführung. Der gesamte Kampfverband eilte dem fliehenden Doppelgänger nach, doch es war eine Falle.
Er führte uns in die bis dahin unerkundete Bruthöhle der Spaltenbestien und lockte uns. Wir blieben hart an und setzten nach. Und dann betraten zwei ausgewachsene Spaltenbestien die Höhle aus einem Spalt. Auf deren Ankommen hatte der Doppelgänger gesetzt. Die Spaltenbestien drangen ungehemmt in unsere Reihen vor und es entbrannte ein harter Kampf der nach meinem Wissen 12 Gefährten die Glieder löste und sie tot am Boden ließ. Doch es stellte sich heraus, dass wir Rettung erfahren sollten. Es zeigte sich ein lebensrettender Vorteil des chaotischen Wesens Orlbars.
4.12 Die Tilgung von Schuld und das Wunder der Errettung
Es zogen sich aus dem Getümmel lebend zurück: Hochklinge Förster, Arkanistin Jyvindar, Sarleen Kyyra, Arras Khatib und Arkanistin Kathaphaia. Umgehend hüllten sich die Arkanen in Unsichtbarkeit und man begann die Niedergestreckten zu bergen. Dabei entdeckten wir, dass die Spaltenbestien vertrieben worden waren, durch eine lichte Frauengestalt. Sie nahm sich der Verendeten an und erhob sie der Reihe nach mit einem Segensspruch der Anerkennung ihrer Taten. Wir konnten nurmehr staunen und die jüngst dem Tod Entrissenen hastig umsorgen.
Es ist dies Wunder, so urteile ich, der Wesensart Orlbar geschuldet. Die Drachin und Orlbar sind eins gewesen, durch die Jahren der Gefangenschaft und Ausbeutung. Die Drachin war nun tot und frei, aber noch immer ein Teil Orlbars. Sie stirbt nun mit diesem Ort dahin, doch sie /ist/ der Ort zu einem Gutteil. So konnte sie, aus der Gefangenschaft befreit, sich selbst eine Form geben, nach eigenem Wunsch. Kein Grüner Schein war mehr um sie. Ihr silberner Glanz hielt die Spaltenbestien fort. Wen soll es verwundern, ist doch nicht die Silberne die Mutter aller Spaltenbestien?
Und so begab es sich, dass die Silberne die Toten erhob, sogar jene, die sich den Göttern der Dunkelheit verschrieben hatten. Und es ist gerecht, dass es so geschah. Denn sie stand in unserer Schuld und wir nun in der ihrigen.
So gingen wir fort und es blieb nichts zwischen uns. Llorkh hat seine Sicherheit verteidigt und sie hat ihren Tod dafür in Kauf genommen, die unsrigen Tode aber geheilt. Und wir verschafften ihr Freiheit, wenngleich durch Gewalt und Schattenkraft. So ist der Handel geschehen unter Orlbar, am 6. Nachtal 1387. Die Lebenden können es bezeugen.
Zurück blieb tot der Schwarze Gardist Arathnon, den auch die Silberne nicht zurückholen konnte. Er soll geehrt sein für das teure Opfer, das zwar 12 von uns zu geben bereit waren, aber nur er allein zahlen musste.
4.13 Rückzug, Neuordnung und Auflösung des Verbands
Die Durchsuchung der Kavernen nach einem Ausgang zeitigte einen baldigen Erfolg. Die Kammern der Paktbinder enthielten einen Portaldurchgang der von Arkanistin Jyvindar gut und füglich analysiert und beurteilt wurde. Das Portal erlaubte es nach belieben an die Oberfläche von Orlbar zu springen. So zogen wir uns geordnet zum Lager der 1. Lanze zurück, nicht ohne jedoch die vier Ritualbücher der Paktbinder an uns zu nehmen.
Sturmkar Caentigern und Arkanistin Kathaphaia durchschritten als letzte das Portal und ließen die Kavernen der Silbernen, der Paktbinder und Spaltenbestien dem Verfall zurück. Der Traum ist beendet.
Kathaphaia, A.M.

Autor: Letos