Buch: Höhere Ki-Theorie
| Autoren: | Worlan DuRog |
| Verfasst: | Marpenrot 1386 TZ |
| Form: | Buch |
| Umfang: | 162 Seiten |
| Sprache: | Chondath, Drakonisch |
| Anspruch: | hoch |
| Zugang: | offen |
| Bibliothek: | Abtei der Leuchtenden Hand |
Inhaltsverzeichnis (ausblenden)
1. Höhere Ki-Theorie - Vom Gleichgewicht und Fluß der Kräfte
1.1 Grundlagen des Ki
Kräfte mannigfaltiger Art und Beschaffenheit umgeben uns in jedem Wesen, in jeder Ebene, in jedem Ablauf und jedem Ereignis.
Jedes körperliche lebende Wesen der materiellen Ebene durchfließt eine besondere Art der Kräfte, mit welcher sich in diesem Werk analytisch und theoretisch auseinander gesetzt werden soll. Jene besonderen Kräfte werden der monastrischen Tradition und Lehre als Ki-Kräfte bezeichnet. Ki ist weder sichtbar, noch kann es mit dem Auge erfasst oder mit dem logischen Verstand gänzlich erfasst werden.
Wie jene Kräfte, die einen Fluß fließen lassen, einen Samen zum Keimen bringen oder Hitze durch Reibung entstehen lassen, so können auch die Kräfte des Ki sich sichtbar auf die Umwelt auswirken, ohne jedoch die eigentliche Kraft visuell erfassen zu können.
So vielfältig die monastrischen Orden in ihrer Lehre und Gestaltung sind, so divergent sind auch die Vorstellungen und die Erfassungen der Beschaffenheit des Ki.
Der Orden der Leuchtenden Hand erfasst seit dem vierten Konzil der Erleuchtung fünf Zentren des Ki. Jene verorten sich in humanoiden Lebensformen in fünf spezifischen Körperregionen, welche durch langjährige Erfahrung bestimmung fanden, ohne jedoch wissenschaftlich mit letzter Sicherheit Bestätigung finden konnten.
Namentlich lauten diese Zentren des Ki:
Das Ki des Geistes.
Das Ki der Intuition.
Das Ki der Kraft des Lebens.
Das Ki der körperlichen Kraft.
Das Ki der Verbindung zum Gewebe Mystras.
Verortung finden jene Zentren in folgenden körperlichen Regionen:
Das Ki-Zentrum des Geistes läßt sich im Mittelpunkt des Kopfes verorten, dort wo sich die horizontale Achse der Augen mit der vertikalen Achse des aufrechten Körpers trifft.
Das Zentrum der Intuition hat seinen sitzt zwischen den Augen direkt unterhalb der Schädelplatte.
Zentrum der Kraft des Lebens bildet das Herz.
Das Zentrum der körperlichen Kraft hingegen wird auf der Höhe des Bauchnabels verortet.
Das Zentrum der Verbindung mit dem heiligen Gewebe Mystras ist in seiner genauen Lage ein Mysterium. Verortet wird es sowohl im Kopf als auch in den Händen und manche Stimmen sprechen für ein Zentrum in der Bauchgegend.
1.2 Vom Fluß der Ki-Kräfte
Die Zentren des KI kanalisieren die Kräfte und lassen sie in einen fortwährenden Fluß durch den Körper strömen. Hierbei stößt dieser Kreislauf auf Beschwernisse und Störungen. Krankheit, Schlafmangel, Verletzungen, tiefe Emotionen und andere Beeinträchtigungen von Körper und Geist verlangsamen den Fluß des Ki oder führen gar zu veränderten Flüßrichtungen.
Jedes körperliche Wesen verfügt über diese Zentren, wenngleich unterschiedlich starker Ausprägung. Beispielsweise ist das Zentrum der Verbindung zum Gewebe bei den Elfen von Natur aus besser entwickelt als bei den Menschen.
Durch Übung und mittels meditativer Techniken ist es möglich die Zentren des KI in ihrer Bündelung der Kräfte zu verstärken und bewußt zu nutzen.
Die Flußrichtungen, Geschwindigkeiten und Intensitäten können durch jahrelanges Studium und angewandter Übung verbessert und kontrolliert werden.
Mittels angepasster Techniken und Übungen können Körper und Geist zu Leistungen gelangen, die weit über dem Durchschnitt der Leistungen jener anderer Vertreter einer Rasse sind. Beispielsweise kann ein Körper gegen Krankheiten und die Einwirkung vieler Gifte immunisiert werden, der Geist kann zu einem Bollwerk gegen Geistesbeeinflussung gefestigt werden oder gar Schmerz und Bewußtsein aktiv beeinflußt werden.
2. Bedeutung und Wesen des Ki der Verbindung zum Gewebe Mystras
Das Zentrum des Ki der Verbindung zum Gewebe Mystras und der von diesem ausgehenden Kraftflüsse stellen einen besonders interessanten und gewichtigen Forschungsbestand dar.
So führten Studien über längere Zeit und bei hohen Fallzahlen zu dem Ergebnis, dass die Ausprägung des Zentrums von bestimmten Faktoren abhängig ist.
Zu diesen Faktoren gehören die Rasse, die Erziehung, das Alter, die Blutlinie und das geographische Umfeld.
Das Geschlecht scheint lediglich aufgrund gesellschaftlicher Bedingungen zu einer unterschiedlichen Ausprägung eine Rolle zu spielen, scheint jedoch nicht aufgrund des natürlichen Geschlechtes an sich einen Faktor zu bilden.
Beispielsweise scheint das Volk der Gnome von Geburt des Individuums an mit einem ausgeprägteren fünften Zentrum des Ki ausgestattet zu sein, als ein Vertreter der Menschen. Ein Mensch hingegen weißt eine bessere Ausprägung als ein Vertreter der Gnolle auf.
Erste Untersuchungsergebnisse bestätigten beim Volke der Elfen und der abgesplitterten Linie der Dunkelelfen einen Einfluß geographischer Faktoren. So scheint durch das Mysterium das Faerzress das fünfte Zentrum bei den Dunkelelfen stärker ausgepräft, als bei den nahen Verwandten der Oberfläche.
Innerhalb jedes Volkes bestätigte sich die Vermutung, dass eine arkane Begabung und eine starke Ausprägung des fünften Zentrums der Ahnen auf die Nachkommen auswirkt.
Erziehung und Ausbildung wirkt sich ebenfalls direkt und nachhaltig auf die Ausprägung des fünften Zentrums aus.
2.1 Wechselbeziehung zwischen arkaner Nutzung des Gewebes und dem Fluß der Ki-Kräfte
Das fünfte Zentrum des Ki ermöglicht es einem Wesen intuitiv durch natürliche Begabung oder durch erlerntes Verständnis die Kraft des Gewebes zu nutzen. Kein arkaner Zauber kann gewoben werden ohne dieses Zentrum des Ki und die einhergehenden Flüsse indirekt zu nutzen.
Dieser Umstand legt zwei Vermutungen nahe:
- Da alle Ki-Zentren und deren Kraftflüsse in einer Wechselbeziehung stehen und sich tiefgreifend aufeinander auswirken können, kann die arkane Kraft des Gewebes sich auch auf den Kraftfluß des Ki auswirken.
- Da die Ausprägung des fünften Zentrum des Ki variabel ist wie die anderen vier und zwischen den fünf Zentren eine direkte Wechselbeziehung besteht, wirkt sich Befähigung des arkanen Wirkens von Magie direkt auf das Ki-Gefüge aus.
Beide Vermutungen fanden nachweisbare Bestätigung in meinen dahingehenden Studien und Übungen, deren Wesenheit ich nachfolgend näher ausführen möchte um es dann in einem wissenschaftlichen Rahmen zu erfassen.
2.2 Selbststudie und theoretische Einbettung
Unter der Annahme, dass mittels des fünften Ki-Zentrums die arkane Kraft des Gewebes in den Fluß der Ki-Kräfte eingespeist werden kann, begannen die ersten dahingehenden Übungen.
Jedes Ki-Zentrum ist eine Art Quelle beziehungsweise Transformationspunkt der Ki-Kräfte. Das fünfte Zentrum ermöglicht es der Theorie nach die externe Kraft des Gewebes in das Ki-Gefüge einzubetten, die Kräfte zu transformieren und zu bündeln.
Ich begann einen einfachen Zauber des Lichtes mittels des mir erlernten Wissens und Techniken als ausgebildeter Magus zu formen. Doch statt der üblichen direkten Transformation der Gewebekraft in einen unmittelbaren arkanen Effekt versuchte ich das geformte arkane Kraftmuster und meinen Körper zu kanalisieren. Zahlreiche Übungen und Versuche führten letztendlich zum Erfolg und dem ersten Beweis eines Teils meiner Theorie.
Es gelang mir dieses Kraftmuster über das Ki-Gefüge durch meinen Körper zu kanalisieren und mittels Berührung eines materiellen Wesens oder Gegenstandes durch meine Hände oder Füße freizusetzen. Jeder Zauber, der eine Berührung für seine Wirkung benötigt kann durch diesen Prozess ohne Formel, eigentliche Geste, zeitgleich mit einem Schlag oder Tritt bzw. sachter Berührung ausgeführt werden.
Meine Theorie, dass die arkanen Kraftmuster im Ki-Fluß transformiert werden könnten um zu veränderten Wirkungsweisen zu führen zeigte sich ebenfalls bestätigt.\\
So ist es möglich, die arkanen Kraftmuster memorierter Zauber jeglichen Grades in äquivalente heilende Wirkung des Körpers zu transformieren. Mit anderen Worten, ein memorierter Zauber kann in direktem Zusammenhang zu seinem Grad in körperlich heilende Wirkung ähnlich eines klerikalen Heilzaubers transformiert werden. Diese Transformation ermöglicht außergewöhnlich schnell den Heilungsprozess. Wunden können sich je nach Schwerer binnen kurzer Augenblicke schließen und Blutungen gestoppt werden.
Autor: Worlan