Lied: Hymne an die Irrenstadt
| Autor: | Liedgut, verfasst durch Kjartan | |
| Verfasst: | 1386 TZ | |
| Form: | lose Schriftrolle | |
| Umfang: | lose Schriftrolle | |
| Sprache: | Chondath | |
| Anspruch: | niedrig | |
| Zugang: | mündlich weitergegeben | |
Nach der Gefangenschaft und Flucht aus dem Llorkher Irrenhaus fühlte sich einer der Entflohenen durchaus inspiriert. Nicht dass die Versuche des schwarzgewandten Magus, die Probleme dezent aufzulösen, spurlos an Kjartan vorbeigegangen wären, aber wie so oft erzeugte Gewalt doch Gegengewalt. Und so vermochte der geneigte Zuhörer ein Sangesstück zu vernehmen, das zwar durchaus finster daherkam, aber die hintergründige Fröhlichkeit des triefenden Sarkasmus in sich trug, um das Ganze auch appetitlich für die Zuhörerschaft zu gestalten. Die Erwähnung von Namen tat ihr übriges.
Der Wahnsinn geht um in der dunklen Stadt,
die deswegen ein Irrenhaus hat.
Jenes geleitet von perfiden Gestalten,
die glauben, sie müssten Verstand verwalten.
Doch offensichtlich ist das Problem,
betrachtet man sich das Geschehen
mit all den wirren, kruden Personen:
nicht Unfreiwillige, die das Haus bewohnen!
In Llorkh da steht ein Irrenhaus.
In Llorkh geht nie der Irrsinn aus.
Denn Llorkh ist eine Irrenstadt,
wo mancher Irre ein Amt innehat.
Die Llorkher, sie sind gut mit Worten,
mehr noch als Leute an anderen Orten.
Das Irrenhaus man nicht als Irrenhaus kennt,
weil man es schlicht "Sanatorium" nennt.
Geleitet wird diese Heilungsstätte,
von einem Mann - gewiss nicht nette,
und nie aufgelegt zu einem Scherz,
mit dem schönen Namen Aschenherz.
In Llorkh da steht ein Irrenhaus.
In Llorkh geht nie der Irrsinn aus.
Denn Llorkh ist eine Irrenstadt,
wo mancher Irre ein Amt innehat.
Dann gibt es einen Magier dort,
wie soviele an diesem Ort,
der Name - er bleibt unbekannt -
gemeinhin nur "Schwarzkutte" genannt.
Es mögen diese tristen Kleider sein
und vielleicht auch zu wenig Sonnenschein,
die so hart den Verstand angreifen,
doch wie das ohne Verstand begreifen?
In Llorkh da steht ein Irrenhaus.
In Llorkh geht nie der Irrsinn aus.
Denn Llorkh ist eine Irrenstadt,
wo mancher Irre ein Amt innehat.
Dann gibt es noch einen Herrn,
den mögen die Irren Llorkhs sehr gern.
Natürlich ist er ein Arkanist,
dem der Wahn nichts Fremdes ist.
Nicht wenige kamen in den Genuss
der Gesellschaft des Beil-Fabius.
Die Glatze reflektiert das Tageslicht,
so erreicht es seine Gedanken nicht.
In Llorkh da steht ein Irrenhaus.
In Llorkh geht nie der Irrsinn aus.
Denn Llorkh ist eine Irrenstadt,
wo mancher Irre ein Amt innehat.
Die Herren und auch Frau Wolfendorn,
die ganze Bagage von hinten bis vorn
sollte sich viellleicht selbst einweisen
und sich mächtig in die Ärsche beißen.
Denn würden diese illustren Gesellen
in ihren selbst geschaffnen Zellen
vermutlich erkennen, was Wahnsinn ist,
wenn jeder in seine Eck pisst.
In Llorkh da steht ein Irrenhaus.
In Llorkh geht nie der Irrsinn aus.
Denn Llorkh ist eine Irrenstadt,
wo mancher Irre ein Amt innehat.
Einen Rat mag man diesen Leuten geben,
wie sie zukünftig ohne Irrsinn leben:
Sucht euch wen, gebt ihm ein Beil,
lasst rollen eure Köpfe und ihr seid heil!
Und so würde auf Dauer gescheit,
Llorkh nach und nach vom Irrsinn befreit.
Zuweilen muss man halt kopflos agieren,
damit irre Beamte die Köpfe verlieren.
In Llorkh da steht ein Irrenhaus.
In Llorkh geht nie der Irrsinn aus.
Denn Llorkh ist eine Irrenstadt,
wo mancher Irre ein Amt innehat.
Autoren: DyingDespot