
Abbildung A
| Autor: | Felyn |
| Verfasst: | Llorkh, 29. Eleint 1388 TZ |
| Form: | Bericht |
| Umfang: | 6 Seiten |
| Sprache: | Chondath |
| Anspruch: | leicht |
| Nachweis/Zugang: | Arkaner Zirkel, offen |
((Warnung: Dieser Text beschreibt unapetitliches.))
Sezierung eines Illithiden
29. Eleint 1388 TZ
Kreatur
Das Wesen dessen Leichnam vorliegt, wurde am 8. Kytorn 1388 TZ in den Tiefen der Narbe zu Orlbar durch mehrere Pfeilschüsse getötet. Seither befindet sein Körper sich in Gewahrsam des Labors des Arkanen Zirkels zu Llorkh, wurde entkleidet, gesäubert und regelmäßig mit einer Webung der Sanften Ruhe? bedacht. Nach vollzogener Sezierung ist eine nachhaltige Konservierung angedacht.
Gestalt
Die äußerliche Gestalt des Leichnams ähnelt der eines schlanken Menschen mit einer Gesamtlänge von 171 cm und dem Gewicht von 64 kg. Weiterführende Abmessungen sind der beiliegenden Abbildung A zu entnehmen.
Die Haut ist weich, von blassvioletter Färbung, glitzert und ist von einem dünnen Schleimfilm bedeckt.
Eine jede Hand weist vier lange, dünne Finger auf, der vorderste erfüllt die Funktionsweise eines Daumens. An den Füßen sind jeweils zwei Zehen vorzufinden, durch eine Art Schwimmhaut verbunden. Finger- und Zehennägel weisen die Form langer Krallen auf, bestehen jedoch aus weichem Knorpelgewebe.
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| Abbildung B | Abbildung C |
Kopf
Der zweilappige Kopf ist birnenförmig, weist ausgeprägte Augenbrauenwülste, nierenförmige Ohrlöcher und unregelmäßige Beulen im oberen Schädelbereich auf.
Er setzt sich an der Vorderseite nach unten hin in vier sehr muskulösen, beweglichen und dehnbaren Tentakeln fort, die eine äußerste Länge von durchschnittlich 86 cm, einen Durchmesser am Ansatz von durchschnittlich 14 cm und an der Spitze von durchschnittlich 3 cm aufweisen. Feine Haargefäßöffnungen an den Innenseiten dieser Gliedmaßen münden in drüsenartige Organe, welche die Produktionsstätten für eine dünnflüssige Substanz zu sein scheinen. Die gesammelten Proben erwiesen sich für eine Deutung als unbrauchbar, so sind genauere Untersuchungen an einer noch lebenden Kreatur ratsam.
Die Fangarme umgeben eine runde, kieferlose Mundöffnung die mehrreihig von kleinen, spitzen Zähnen mit rauer Oberfläche umkranzt wird und, mit den Tentakeln verglichen, eine deutlich weniger ausgeprägte Muskulatur aufweist. Es scheint keine Zunge gegenwärtig, aufgrund entsprechender Vernarbungen am Boden der Mundhöhle ist jedoch zu vermuten, dass zumindest in einem früheren Entwicklungszustand der Kreatur ein solches Organ vorhanden gewesen sein könnte.
Die tief liegenden, humanoiden Augen zeigen sich milchig weiß und weisen keine Pupillenöffnung auf, was Blindheit vermuten lässt. Der fein ausgebildete Aufbau des Augeninneren widerspricht einer solchen Annahme hingegen gänzlich.
Es ist äußerlich kein abgegrenztes Geruchsorgan auszumachen, doch sind oberhalb des Rachens zurückgebildet erscheinende Nasenhöhlen zu finden.
Obwohl keine Ohrmuscheln vorhanden sind, scheinen die inneren Gehörorgane für einen humanoiden normal ausgebildet.
Das Gehirn weist im Verhältnis zum Körper eine beachtliche Größe auf. Es ähnelt in seinem Aufbau einer schmarotzenden, lurchartigen Lebensform, wenngleich keinerlei Selbstständigkeit festzustellen ist und es als unentbehrlicher Teil des Leibes angesehen werden muss. Auffällig ist das einige, für Humanoide unerlässliche Drüsen nicht vorzufinden sind; beispielsweise die Produktionsstätten Körper eigner Botenstoffe, womit fraglich ist, wie der Leib derartiger Kreaturen so am Leben und tätig bleiben kann.
Organe
Der Leichnam verfügt in Anordnung und Funktionsweise über alle wesentlichen inneren Organe eines einschlägigen Humanoiden. Darüber hinaus sind im Besonderen ausgeprägte Ähnlichkeiten zu einem Menschen zu erkennen.
Das Geschlecht weist sowohl männliche als auch weibliche Ausprägungen auf, wie es bei manchen wirbellosen Tieren, beispielsweise Regenwürmern vorkommt. Es ist wahrscheinlich, das diese Kreaturen sich zwittrig vermehren, da keine Anzeichen einer außertürlichen Missbildung bei diesem Leichnam vorliegen.
Das Nervengewebe zeigt sich in einer beträchtlichen Ausdehnung und vielschichtig verzweigt. Es verbindet das Gehirn auf unmittelbarem Weg mit jedem Teil des Leibes und lässt, derart hoch entwickelt, auf ein ausgeprägtes Körper-Bewusstsein schließen.
Eine besonders hohe Dichte an Nervengewebe findet sich in den Bereichen der Verdauungsorgane, welche Gehirn-ähnliche Merkmale aufweisen. Aufgenommene Nahrung scheint in einem, für Humanoide ungewöhnlich umständlichen Ablauf über mehrere Magenkammern und Darmabschnitten hinweg verwertet zu werden. Entnommene Nahrungsreste konnten ausgewertet und als Fleisch, womöglich Innereien, erkannt werden.
Abschließende Folgerung
Die gewonnenen Kenntnisse lassen keine eindeutigen Schlüsse, jedoch Mutmaßungen über biologische Eigenheiten von Illithiden zu:
Es handelt sich bei diesen Kreaturen um geistig höchst entwickelte Lebewesen der Gattung Lurche. Ihre Entwicklung beginnt als Kaulquappe in einem Gewässer. Das gewaltsame Eindringen in eine Humanoide Lebensform und die Einnistung in deren Körper bildet den nächsten Entwicklungsschritt. Die Gehirnmasse des Opfers dient dem heranwachsenden Illithiden als Nahrung, bis dieser den Schädel vollends ausfüllt. Der besetzte Leib wird mit einem ausgedehnten Nervengeflecht durchwoben, vollends übernommen und im Sinne des Schmarotzers gewandelt. Das Lurchwesen ist nicht imstande dem Stoffwechsel eines humanoiden Wirtkörpers in jeder Hinsicht gerecht zu werden um diesen und damit sich in ihm am Leben zu erhalten. Daher müssen bestimmte Mängel durch den Verzehr von zielgerichteter Nahrung ausgeglichen werden. Die Organe anderer humanoider Lebensformen erscheinen dafür am geeignetsten. Bei einem Mahl halten Kraftvolle Fangarme die Beute lange genug bewegungsunfähig, bis erste Verdauungssäfte sie weit genug zersetzt haben und ihr Leib als Fleischmasse aufgesogen werden kann.

Autoren: totentanz (Text), Ban-Druidh (Bilder B und C)
Quelle: Lords of Madness - The Book of Aberrations

