Buch: Lektionen der Lehre zur Erleuchtung
| Autoren: | Worlan DuRog |
| Verfasst: | Marpenrot 1386 TZ |
| Form: | Buch |
| Umfang: | 94 Seiten |
| Sprache: | Chondath |
| Anspruch: | mittel bis anspruchsvoll |
| Zugang: | offen |
| Bibliothek: | Abtei der Leuchtenden Hand |
Inhaltsverzeichnis (ausblenden)
Lektionen der Lehre zur Erleuchtung - Orientierungshilfe auf dem Weg zur inneren Erleuchtung
Dieses Werk ist eine Sammlung unterschiedlicher Lektionen zu vielen Themengebieten, die Worlan DuRog zur Ausbildung seiner Novizen und Ordensbrüder und -schwestern hielt. Zu jeder Lektion finden sich persönliche Anmerkungen, Erläuterungen und Beispiele.
1. Vorwort
Geneigter Leser,
dieses Werk erhebt nicht den Anspruch der Weisheit letzter Schluß zu sein. In meinem noch jungen Leben war und bin ich in einem stetigen Prozess der Selbstfindung. Auf meinem Weg zur Erleuchtung mag ich manchen Schritt gemeistert, manch unnötigen Umweg eingelegt und so mache Schritte auf der Stelle gemacht haben. Und doch verfestigten sich in meinem Verständnis des Glaubens, des Weltgefüges und der Selbstentwicklung viele Grundpfeiler und Leitlinien, die meiner Überzeugung nach auch anderen auf ihrem beschwerlichen Weg helfen könnten.
Ich bin in tiefem Glauben geprägt von dem Wirken und den Lehren des Hohen, von der Ausbildung und der Gemeinschaft des Ordens der Leuchtenden Hand und meinen bisherigen Lebenserfahrungen. Ich hoffe dem geneigten Leser Denkanstöße und Hilfestellungen geben zu können.
Möge der Hohe uns in unserem Handeln ein Vorbild sein. Mögen wir nie vom Pfad er Erleuchtung abkommen, den der erleuchtete Azuth in seiner Weisheit uns aufzeigt.
2. Lektion: Körper und Geist
Es mag logisch erscheinen, dass der Geist stets über dem Körper zu stehen hat, doch ist dies eine Annahme, die unberechtigt ist. Körper und Geist bilden eine Einheit, deren Gleichgewicht und beidseitige Förderung zur Perfektionierung des Selbst beitragen. Ein gesunder Körper stärkt den Geist und fördert den Verstand. Ein wacher Verstand kann zur Kontrolle über den Körper führen.
Selbstdisziplin und beständige Übungen sollen stets beide Seiten fördern. Ein gesunder Körper vermag sich positiv auf den Verstand auswirken, ein kranker Körper schwächt die Gedanken. In der Meditation findet ihr die Zeit und die Kraft euch eurem Gleichgewicht zu besinnen. Bringt Körper und Geist in Einklang und versteht, dass das Eine nicht ohne das Andere funktioniert.
Nutzt die verschiedenen Formen der Meditation. Nutzt die Ruhe, die Regungslosigkeit, die Konzentration und die Fokussierung. Aber genauso gut vermag der morgendliche Dauerlauf, die Durchführung der Kampfbewegungen und das Kopieren eines Buches eine meditative Handlung darstellen. Lernt es zu nutzen, verinnerlicht und lernt.
Öffnet euren Geist, schult euren Körper. Strebt nach der Perfektion.
3. Lektion: Wahrheit
Die Wahrheit ist eine eine Tugend, der es in allen wesentlichen Dingen nachzukommen ist. Doch vermag auch eine Wahrheit eine Träne der Trauer entlocken. Die Wahrheit mag verletzen, die mag zu Streit und Krieg führen. Wahrheit kann tödlicher als ein Schwert sein. Nachhaltig ist die Wahrheit.
Lernt es abzuwägen. wann ihr besser an Worten sparen solltet. Lernt die Kunst der Rhetorik, versteht, welche Worte ihr in welchem Zusammenhang wählen solltet. Die Wahrheit ist ein elementares Wissen. Kraftvoll und azuthgefällig. Doch jede Wahrheit bedarf der angemessenen Worte sie zu sprechen. Eine unbedachte Wahrheit mag kränken, verletzen und zu Zorn führen. Keinem ist damit gedient und das Wissen falsch instrumentalisiert.
Lernt eure Worte ebenso wie euren Körper zu gebrauchen. Mimik und Gestik vermögen manch Wort entkräften. Ein Lächeln vermag mehr als eine Rede, ein zorniger Blick mehr als ein böses Wort. Lernt euch selbst zu verstehen, lernt euren Körper bewusst innerhalb einer Kommunikation zu verwenden. Diplomatie ist die Kunst, Worte weise zu gebrauchen, den Körper zu beherrschen und die Wahrheit nach bestem Willen und Wissen zu nutzen.
4. Lektion: Gottesfürchtigkeit
Azuth der Geliebte der Mystra ist unser Schutzpatron. Ihm verdanken wir die Künste, die wir hier erlernen.
Jeder von uns ist mit dem Funken Azuths gesegnet. Wir lernen unseren Verstand nach seinen Lehren zu gebrauchen. Wir lernen zu lernen. Wir erfahren, wir studieren, wir probieren und wir kommen zu Ergebnissen.
Der Weg des Wissens ist ein endloser. Die Richtung ist ebenso wenig ersichtlich wie der Weg an sich. Der Schleier der Unwissenheit verbirgt so viel, er verdunkelt, er verwirrt.
Es ist unser Glaube der uns den Weg bereitet. Es ist der Glaube, der uns anhält eine bestimmten Richtung zu folgen. Azuth in seiner Weisheit leitet uns an, er ist uns ein Licht durch den Schleier, er ist jener, welcher verstanden hat.
Haltet an ihm fest, laßt euch sicher leiten und führen. Vertraut auf ihn und bewahrt euch eure Neugier und euren Wissensdurst. Hinterfragt stets, sucht nicht nur nach Antworten, sondern sucht auch neue Fragen.
Gehen wir den Weg Azuths, folgen wir seinen Lehren, so beschreiten wir den Weg der Erleuchtung.
5. Lektion: Ordnung und Chaos
Es stellt sich nicht die Frage was zuerst da war, das Chaos oder die Ordnung. Die Frage mit der wir uns beschäftigen und die uns eine leitende sein mag ist die Frage, woran wir unser Leben ausrichten mögen.
Ordnung wird aus dem Chaos geboren und Chaos entsteht, wenn Ordnung zerfällt. Unsere Gedanken mögen das Chaos in sich tragen, doch erst geordnet und strukturiert sind wir in der Lage sinnvolle und schaffende Dinge zu bewirken.
Die Gedanken ähneln einer Bibliothek, bei vielen herrscht ein großes Durcheinander, es ist schwer die richtigen Dinge zu finden und noch schwerer Verbindungen zu schaffen und Wissen zu kombinieren. Der Zufalls ist es hier und vielleicht etwas Glück, wenn aus diesem Chaos etwas nützliches entsteht.
Eine geordnete Bibliothek hingegen, ein geordneter Verstand erspart Zeit, maximiert die Möglichkeiten Neues zu entdecken aus der Kombination des Vorhandenen. Ordnung verschafft Zeit sich auf die wichtigen Dinge zu besinnen, Klarheit und Struktur beschleunigen die Gedanken.
Ordnet Euch stets, besinnt Euch in der Meditation und erfüllt Euer Leben mit Ordnung und Struktur. So werde ihr belohnt mit der Fähigkeit zu schaffen, wahrhaftig zu denken und der Weisheit ein Stück näher zu kommen.
6. Lektion: Gehorsam und Eigeninitiative
So wie die Ordnung in unserem Leben ein elementarer Bestandteil ist und unser Schaffen beflügeln kann, so ist der Gehorsam ein wesentlicher Teil der Ordnung. So ist zugleich Respekt ein wichtiger Teil des Gehorsams.
Ordnung besteht, wenn Strukturen geschaffen werden und diese Strukturen eingehalten werden. So gilt es für die Jungen und die Unerfahrenen von den Alten und Gelehrten zu lernen. Respektiert stets die Erfahrung, respektiert das Alter. Doch habt ihr immer das Recht für euch persönlich zu hinterfragen. Eine Frage in angemessenem Ton und mit einer Intention die nicht verletzend beabsichtigt ist, ist stets berechtigt und azuthgefällig. Fragen drücken Interesse und Wissensdurst aus und sollten als solche stets angemessene Beachtung erfahren. So ist es keine Form des Ungehorsam zu hinterfragen.
Laßt euren Umgang mit Anderen von Respekt leiten. Stellt eure Fragen wohl überlegt. Achtet das Wissen anderer und versucht deren Wissenslücken wohlwollend, ohne Drang und mit Geduld zu schließen.
Respektiert die Ordnung, respektiert Strukturen.
7. Lektion: Vervollständigung, Spezialisierung und Verantwortung
Wir haben unser Leben dem Streben nach Wissen verschrieben. Wir suchen nach Antworten und neuen Fragen. Dabei eignen wir uns ein umfangreiches Wissen und sind bestrebt Lücken zu füllen.
Unser Wissen gleich einer Bibliothek erweitert sich unablässig. Neue Regale werden aufgestellt und mit Büchern voller Wissen gefüllt. Neue Gänge geschaffen um Verbindungen zu ermöglichen. Und wie es im Sinne Azuths unsere Pflicht ist stets in alle Richtungen zu streben, dürfen wir uns keinerlei Wissen verschließen. Wer seinen Geist in eine Richtung verschließt wird sich Angriffen aus dieser schlechter erwehren können.
Doch bedenkt stets, dass ein jedes Wissen Verantwortung mit sich bringt. Wissen kann verletzen, es kann töten, beleidigen und vielerlei Schmerzen bringen. So hat der Wissende zu jeder Zeit die Pflicht sich seiner Verantwortung bewußt zu sein und Wissen sinnvoll und azuthgefällig zu verwenden.
Wissen soll eine Hilfe darstellen und keine Bedrohung. Wissen ist immer eine Form von Macht, lernt euch zu zügeln, zeigt Verantwortung und seid zu jeder Zeit demütig vor Azuth und Mystra.
In der Anwendung von Wissen werden sich eure Absichten offenbaren. Daran wird man euch richten, daran wird man euch definieren. Prüft eure Entscheidungen, prüft eure Worte, erfasst eure Wirkungen, seid euch stets der Nachhaltigkeit bewußt.
Autor: Worlan