| Autorin: | Kathaphaia |
| Verfasst: | 1386 TZ |
| Form: | Gebundenes Heft |
| Umfang: | 11 Seiten |
| Sprache: | Loross mit drakonischer Übersetzung |
| Anspruch: | anspruchsvoll |
| Nachweis/Zugang: | Arkaner Zirkel, offen |
Der Text rekonstruiert die Kosmologie des alten Netheril anhand des Sphärenmodells des berühmten Arkanisten Oberon (? bis 1004 vor TZ). Der Text erschließt etwas mühsam die Götterwelt, Assoziationen und auch theoretischen Vorbegriffe für Beschwörungsmagie nach der arithmetischen Tradition Netherils sowie der Sphärenzeittheorie nach Leos. Fraglich muss bleiben, aus welchen Quellen die Autorin manche Detailanmerkung nahm. Auf dem beengten Raum von nur 11 Seiten, ist es jedenfalls eine erhebliche Verdichtung von Wissen, was dem Papier die Note eines "Arbeitspapieres" gibt.
Inhaltsverzeichnis (ausblenden)
1. Die Brillianz der Sphären nach der Tradition Netherils
Es war der Verdienst des Arkanisten Oberon (2839 bis 2905 NZ) die Struktur der Ebenen und Sphärenwelt, wie sie unsere primäre materielle Sphäre „umgibt“ in ein Modell zu übersetzen. Dieses Modell trägt den Namen des „Brillantmodells“. Es war das erste arkane Sphärenmodell in der Geschichte menschlicher Arkanwissenschaft, das den Anspruch einer umfassenden Erkundung des Sphärenraumes erfüllte. Davor war nur den Psionikern Jhaamdaths etwas Vergleichbares gelungen. Die Arkanisten des frühen Calimshan vermieden im Allgemeinen den Blick in fremde Sphären, aus Angst vor den rachelüsternen Dschinn und Efreet. Wenn sie es doch wagten, so blickten sie meist nur auf die Inneren Ebenen hin.
Die Rekonstruktion des nesischen Sphärenmodells ist heutzutage vor allem einem historischen Interesse geschuldet, denn das Sphärenmodell bildet die damalige Götterwelt des Hohen Netheril ab. Die Sphärenwelt ist in ständiger Bewegung. Und was uns aus der Vorzeit an Überlieferung erreicht, ist uns oftmals ein Mysterium verschlüsselter Bedeutungen. Dieses Mysterium zu entschlüsseln erlaubt es ein Verständnis zu erlangen, wie sich Götterwelt, Arkanwissenschaft und Ebenennavigation im alten Netheril vereinten.
Das dargestellte Modell entspricht der vollendeten Fassung durch Oberons Schülerkreis, das um das Jahr 3300 NZ datiert wird (entspricht -559? TZ).
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2. Prinzip des Aufbaus
Das Prinzip des Aufbaus ist leicht und rasch erschlossen. Die Sphären wurden in ein Brillantmodell eingefügt. Ein Brillantschliff kann von der Oberseite oder Unterseite her betrachtet werden und besteht im Wesentlichen aus 8 Schliffmerkmalen:
- Die Rundiste ist die Kreiskante an der sich Ober- und Unterteil berühren. Sie ist an den Kanten gebrochen.
- Die Tafel ist die flache Hauptfläche der Oberseite.
- Die Oberen Hauptfacetten sind ein Anschliff von der Tafel zur Rundiste hin.
- Die Oberen Rundistfacetten sind ein Anschliff von der Rundiste zur Tafel hin und kleiner als die Hauptfacetten.
- Die Tafelfacetten sind Brechungen zwischen Tafel und Hauptfacetten.
- Die Kalette ist die Spitze der Unterseite, in der sich die unteren Hauptfacetten berühren.
- Die Unteren Hauptfacetten sind ein Anschliff von der Kalette zur Rundiste hin.
- Die Unteren Rundistfacetten sind Anschliffe von der Rundiste zur Kalette hin, ohne diese jedoch zu erreichen.
Das Bild verdeutlicht die Benennungen in Drauf- und Seitenansicht. Es gilt nun folgende Zuweisung der Schnittflächen:

- Oberseite: Toril und Innere Ebenen
- Primär-materielle Ebene = Tafel
- Transitive Ebenen = Haupt-/Tafelfacetten
- Fugenebene = Hauptfacetten
- Elementarebenen = Rundistfacetten
- Energieebenen = Rundistfacetten
- Epochalebenen = Rundistfacetten
- Unterseite: Äußere Ebenen
- Nesisches Pantheon = Rundistfacetten
- Humanoides Pantheon = Rundistfacetten
- Menschliches Pantheon = Rundistfacetten
- Unterreich-Pantheon = Hauptfacetten
- Abyss / Baator = Hauptfacetten
- Kalette entspricht dem Blutstrom
- Rundiste hat eine unklare Funktion
So formt sich ein perfekter Körper, der als Sinnbild der Sphärenordnung begriffen werden kann. Es seien nun die einzelnen Ebenen kurz umrissen dargestellt.
3. Die Ebenen der Oberseite
3.1 Die primär-materielle Ebene
Toril selbst ist Referenzpunkt für das Brillantmodell Oberons. Es ist unsere diesseitige Welt – Toril. In ihr verweben sich die Elemente zum materiellen Sein, entfalten sich die Kräfte des Äthers, des Gewebe Mystras und der Schatten. In sie hinein reichen die äußeren Ebenen durch Portale. Die primär-materielle Ebene ist ihrer wesentlichen Bestimmung nach durch eine Ausgewogenheit gekennzeichnet. Die Ausgewogenheit zwischen Materie und Geist, Entstehen und Zerfall sowie den Elementen. Wohl keine andere bekannte Ebene erlaubt so vielen Wesenheiten eine vergleichsweise angenehme Existenz. Menschen, Götter, Dämonen und Engel können gleichermaßen in und auf Toril existieren.
3.2 Die transitiven Ebenen
Die transitiven Ebenen existieren parallel zur primär-materiellen Ebene. Sie durchdringen sie nahezu gänzlich und Übergänge sind häufig und oft naturgegeben (coexistent und angrenzend). Ein Übergang lässt sich theoretisch überall herstellen und die Sphärenzeit beträgt theoretisch ~1~.
3.3 Die Astralebene
Die Astralebene wird im Oberon-Modell durch die gelb gefärbten Tafelfacetten dargestellt.
Die Astrale Ebene verbindet alle Ebenen untereinander und ist damit eher ein Übergangsmedium als eine abgegrenzte Ebene. Sie wird sinnlich als unendliche Weite und graue Leere wahrgenommen, durchbrochen nur von wenigen Körpern und Portalen. Bisweilen erscheint sie auch als unendlich weiter, grau-silbriger Horizont ohne festen Grund. Gravitation ist willensabhängig und die Zeit steht im Verhältnis zur primär-materiellen Ebene still.
Wichtigste Erscheinungen auf der Astralebene sind die Farbfelder und Farbteiche, die Durchgänge in andere Ebenen markieren und deren Farbgebung als primärer Anker bei Ebenenreisen dient.
Die Eigenart der Astralebene ist es, dass sie notwendig ist für jegliche Bewegung zwischen Ebenen, seien sie körperlich oder nur geistig. Dabei kann eine Bewegung zwischen äußeren oder inneren Ebenen nur über den Umweg der materiellen Ebene stattfinden. Ausnahmen bilden dauerhafte Portale die durch göttlichen Willen geschaffen wurden. Aufgrund dieser Scharnierfunktion wird die Astralebene bisweilen auch Äther (im Sinne eines alles durchdringenden Stoffes) genannt, was jedoch irreführend ist. Ebensowenig ist die Astralebene mit dem Gewebe Mystras identisch. Die Abgrenzung des Arkanen Gewebes von der Astralebene ist jedoch durchaus problematisch zu nennen. Unfraglich ist die Astralebene ein mächtiger teil des Gewebes, denn alle Magie wirkt dort rascher und unmittelbarer.
Im Alten Netheril besaß die Astralebene eine identische Erscheinung und Funktion. Lediglich das Verhalten des arkanen Gewebes war radikal unterschieden, wie es allgemein für die arkane Kraft vor Karsus' Fall gültig ist.
Für weitere Geheimnisse zur Natur des Astralraums verweise ich auf Eisglanz, Sabia: Über den Astralraum, 1387.
3.4 Die Schattenebene
Die Astralebene wird im Oberon-Modell durch die schwarz gefärbten oberen Hauptfacetten dargestellt.
Die Ebene der Schatten ist Residenz schattenhafter Kreaturen und erscheint als verzerrtes, farbloses Abbild der primär-materiellen Ebene. Dennoch können entscheidende Unterschiede festzustellen sein, wie zum Beispiel fremde Straßen oder falsche Türen, die an Orte führen, die es in der primär-materiellen Ebene nicht gibt. Zwar wirkt die Schattenebene nicht als perfektes Medium für den Wechsel in andere Ebenen, doch es gibt zahlreiche Wege die in andere Welten, d.h. Materielle Ebenen, führen. Auf den dunklen Wegen der Schattenebene sollen so manche, bisher unbekannte Reiche erreicht werden können.
Eine besondere Eigenschaft dieser Ebene ist deren Formbarkeit durch Schattenmagie. Arkane Magie die sich der Kraft der Schatten bedienen kann, ist in der Lage massive Änderungen auf der Schattenebene vorzunehmen. Entsprechend ist jegliche Schattenmagie sehr verstärkt und jede Form von Lichtzauber ist stark gehemmt.
Entdeckt wurde die Schattenebene durch den nesischen Arkanisten Schatten (3214 bis 3469 NZ). Ein Schüler des Meisters Karsus, widmete sich Schatten der Erforschung von Halb- und Quasi-Ebenen. Diese Art der Forschung brachte ihm breite Ächtung und Verfolgung ein. Letztendlich blieb ihm nur die Enklave Karsus seines Meisters übrig, an der er 11 Jahre lang an einem Durchbruch arbeitete. Das Ergebnis war ein Standardwerk zur Halbebene der Schatten: »Die fühlbare Bindekraft formloser Körperlichkeit«.
Im Brillantmodell musste die Schattenebene (und die unmittelbar im Anschluss entdeckte Ebene der Gefangenschaft) eine neue Verortung finden, da Oberon zur Zeit ihrer Entdeckung bereits verstorben war. Diese Aufgabe übernahm sein Schülerzirkel. Die Neukonzeption war nicht unerheblich, da die Ebene der Schatten eine maßgebliche Bedeutung für Sphärenreisen, Zauberwirkung, Beschwörung und auch Mystik besitzt.
Es ist wahrscheinlich, dass die Schattenebene auch heute noch in Erscheinung und Eigenschaften identisch mit ihrem Zustand zu Netherils Zeiten ist.
Ein wichtiges Detail des Brillantmodells ist, dass die Schattenebene damals noch nicht als Heimatebene der Göttin Shar bekannt war. Man rechnete ihr eine eigene Residenz zu, die nicht direkt mit der Schattenebene in Verbindung gebracht wurde. Es ist denkbar, dass Shars Palast des Verlustes noch nicht bei der Erforschung der Schattenebene entdeckt worden war.
3.5 Die Ätherebene
Die Ätherebene wird im Oberon-Modell durch die purpurn gefärbten Tafelfacetten dargestellt.
Diese Ebene ist vielleicht die am engsten mit der primär-materiellen verwobene. Eine Ebene aus grauen und bunten Nebel, die jedes orientieren erschweren. Man kann die Umrisse und Umgebungen der materiellen Welt schemenhaft erkennen, jedoch existieren keine körperlichen Hindernisse. Wände und Gegenstände können durchschritten werden. Zwar ist der Blick auf die primär-materielle Ebene möglich, nicht jedoch umgekehrt. Es herrscht dort keine Schwerkraft und die Ebene selbst ist durch profane und arkane Kraft veränderbar.
Die Nähe zur primär-materiellen Ebene ermöglicht es, dass Magie, die sich der reinen Kraft des Arkanen bedient, von der primär-materiellen Ebene auf die Ätherebene wechseln kann. Dies gilt auch für bestimmte Bannmagie. Umgekehrt ist es jedoch nicht möglich.
Die prominentesten Bewohner der Ätherebene sind Geister und körperlose Kreaturen. Sie stellen die größte Gefahr für Ätherreisende dar, In ihrer Gestalt und ihren Eigenschaften ist die Ätherebene Netherils mit der heutigen vergleichbar.
4. Die Inneren Ebenen
4.1 Die Ebene positiver Kraft
Die Ebene des Positiven wird im Oberon-Modell durch die beige gefärbten oberen Rundistfacetten dargestellt.
Die Ebene des Positiven ist wie eine ewig blutende Wunde im Leib der Schöpfung, die ihr Blut in unsere Welt ergiesst. Aus ihr strömt das Lebensspendende heraus. Sie ähnelt in ihren Eigenschaften der Ebene der Luft, jedoch scheint sie durch und durch mit der Kraft des Lebens zu glühen. Ihre Eigenschaften ähneln sonst der Elementarebene der Luft. Die Schwerkraft kann subjektiv beeinflusst werden.
Diese rohe Quelle der Schöpfung ist gefährlich für die meisten Besucher und es erfordert massiven Schutz dort zu verweilen. Magie positiver Energie wird stark gefördert, negative Energie gehemmt. Die Ebene des Positiven gleicht heute noch dem Aufbau zu Netherils Zeiten.
4.2 Die Ebene negativer Kraft
Die Ebene des Negativen wird im Oberon-Modell durch die meergrün gefärbten oberen Rundistfacetten dargestellt.
Die Ebene des Negativen ist der Strudel einer überfüllten Regenrinne, in den alles Lebendige hineingezogen wird. Die Ebene reicht in die primär-materielle hinein, genauso wie auch die Ebene des Positiven. Doch was jene erschafft, fällt jener zum Verfall anheim. Endlichkeit und Lebensfeindlichkeit sind die Merkmale dieser Ebene.
Der Aufenthalt auf der Ebene des Negativen entzieht sukzessive das Leben. Die Ebene selbst erscheint als endlose, graue Wüste aus Nichts. Ein hoffnungsloser und verlorener Ort an dem nichts lange bestehen kann. Obwohl diese Ebene einen festen Grund besitzt, ist die Schwerkraft subjektiv beliebig beeinflussbar.
Die Ebene des Negativen gleicht heute noch dem Aufbau zu Netherils Zeiten.
4.3 Die Ebenen der Elemente
Die Ebenen der Elemente werden im Oberon-Modell durch oberen Rundistfacetten dargestellt. Ihre Farben sind Rot, Blau, Braun und Graublau.
Allgemein anerkannt sind vier Grundelemente, Feuer, Wasser, Erde und Luft. Und diese vier Grundelemente finden sich in reiner Form als transitive Ebenen im Sphärenraum wieder. Jede der vier Elementarebenen wird durch ihr jeweiliges Element dominiert und ist entsprechend gefährlich oder tückisch. Mag es auf der Ebene der Luft noch erquickend zu sein durch endlosen Raum zu fallen, von Brisen und Stürmen getragen, so ist die Ebene des unendlichen Wassers tödlich ohne arkanen Schutz. Auch die Magmaseen und Feuerstürme der Feuerebene oder die endlosen, sich ständig verwerfenden Tunnel und Felsmassen der Ebene der Erde sind nicht weniger gefährlich, wenn auch auf andere Weise.
Die Schwerkraft ist auf den Ebenen der Luft und des Wassers frei beeinflussbar, auf den Ebenen des Feuers und der Erde jedoch normal. Prinzipiell wird jede Elementarmagie der entsprechenden Art stark unterstützt und die Komplementärelemente unterdrückt.
Üblicherweise finden sich zahlreiche Lebewesen und auch bewohnte Orte auf diesen Ebenen. Ihnen allen ist zumeist gemein, dass sie sich auf allen Elementarebenen aufhalten können, ohne sofort den Elementen zum Opfer zu fallen.
Zu Netherils Zeiten existierten die Elementarebenen in gleicher Weise wie heute. Jedoch gab es keine göttlichen Elementarherren. Kossuth, Istishia, Akadi und Grumbar existierten möglicherweise bereits als Wesenheiten, hatten aber keinen göttlichen Status inne. Für die Götterwelt Netherils waren sie bedeutungslos.
Für eine vertiefende Betrachtung der Inneren Ebenen siehe Akkiz: Über die Inneren Ebenen, 1385.
5. Die Fugenebene
Die Fugenebene wird im Oberon-Modell durch grau gefärbte obere Hauptfacetten dargestellt.
Die Fugenebene ist der Verweilplatz der Verstorbenen und Residenz der Götter des Todes. Es ist eine begrenzte, endliche Ebene, die durch die graue Stadt des Urteils dominiert wird. Zu Netherils Zeiten stand dort die Residenz des Gottes Jergal, der auch heute dort noch verweilen soll. Jergal war der Herr aller Enden, der Herr der Toten, Knochen und Bewahrer der Namen aller Toten. Seine Residenz auf der Fugenebene war die Knochenfestung. In der Gegenwart hat der neue Gott Kelemvor die Knochenfestung zu seinem Kristallturm umgeformt.
Allgemein bekannt sind die Eigenschaften der Fugenebene. Dort verweilen die Geister der jüngst Verschiedenen und harren den Sendboten der Höllen und Himmel, die sie in die ihnen je zugedachten, Äußeren Ebenen geleiten. Dort wird die Mauer der Verdammnis gepflegt und es rekrutieren die Heerschaaren des Dämonenkrieges die namenlosen Soldaten für ihren ewigen Krieg. Ähnlich wie auf der Astralebene steht die Zeit relativ zur primär-materiellen Ebene still.
Eine Besonderheit im Sphärenmodell des Oberon ist, dass auf der Fugenebene die Heimstadt der Weltenschlange liegen soll. Der Weltenschlange selbst ist jedoch auch eine eigene äußere Ebene zugeordnet. Inwieweit dies zu verstehen ist, wird nun bei den Epochalebenen geklärt werden.
6. Die Epochalebenen
Die Epochalebenen sind eine ungewöhnliche Konzeptionierung. Dabei handelt es sich um zwei äußere Ebenen, die im Sphärenmodell jedoch auf der Oberseite des Brilliants platziert sind. Sie werden damit unerwartet nah an die primär-materielle Ebene herangerückt und als etwas Besonderes hervorgehoben. Die Begründung geht zurück auf den Erdenseher Arthindol, der Oberon angeblich hierzu den Anlass gab. Demnach sind diese beiden Ebenen der Weltenschlange und des Drachenhorstes so eng mit dem Schicksal und der Geschichte Torils verbunden, dass sie enger wie manche Götterheimstadt an die primäre Ebene gebunden sind.
6.1 Die Weltenschlange
Die Weltenschlange wird im Oberon-Modell durch moosgrün gefärbte obere Rundistfacetten dargestellt.
Die Weltenschlange ist eine begrenzte Ringwelt aus dichtem Dschungel und tiefen Tunnelnetzen. Über diese Ebene ist sehr wenig bekannt, doch es scheint als residierten oder residieren dort Wesenheiten, die in der Frühzeit Torils maßgeblich deren Schicksal mitbestimmt haben. Riesige, tempelgleiche Bauten sollen die Dschungel durchziehen und die Schwerkraft ist bi-direktional. Man kann steile Berge erklimmen und an die Decke der Ringwelt klettern.
Zwei Dinge sind besonders fragwürdig mit Blick auf diese Ebene. Zum Einen gilt die Weltenschlange als eine Kreatur oder Wesenheit, die auf der Fugenebene ihre Residenz hat. Diese gigantische Schlange soll hunderte Schritt messen und bei der Schöpfung Torils selbst bereits existiert haben. Die Kreatur besitzt mehrere Namen: Dendar, Set, die Weltenschlange, die Nachtschlange und Merrshaulk sind einige davon. Es scheint so, als wäre die Ebene der Weltenschlange innerhalb dieser Kreatur verortet. Kreatur und Ebene wären also identisch. Man gelangt in diese Ringwelt, indem diese Gigantenschlange sein Opfer verschlingt, so zumindest die Legenden aus nesischer Zeit. Es würde jedoch erklären, warum die Weltenschlange als äußere Ebene für arkane Sphärenreise unerreichbar scheint.
Das zweite Bemerkenswerte ist die häufige Darstellung der Weltenschlange innerhalb des Brillantmodells als Rundiste (siehe dort). Demnach umfasst die Schlange das gesamte Sphärenmodell und berührt nahezu alle Ebenen. Dies deckt sich mit der überlieferten Sage, dass diese Weltenschlange alle existierenden Ebenen durchkriechen könne. Demnach könnte sie sowohl den Weltenbaum erklettern als auch den Blutstrom nach belieben durchschwimmen.
Insgesamt ist die Weltenschlange eine furchtbare Figur. Ein lautloser Gigant, der nach manchen Ansichten die Welt irgendwann verschlingen wird. Warum diese Figur oder Ebene so prominent im nesischen Ebenenmodell platziert ist, ist unklar. Heute jedoch ist sie der Sphärenkunde nahezu unbekannt.
6.2 Der Himmlische Drachenhorst
Die Himmlische Drachenhorst wird im Oberon-Modell durch türkis gefärbte obere Rundistfacetten dargestellt.
Der Drachenhorst ist Heimstadt des Pantheons der Drachen. Himmlische und Höllische Drachen residieren dort ebenfalls. Die Ebene zeigt sich als erschütternd hohe Bergspitze mit einem prächtigen Bauwerk. Umgeben ist die luftige Residenz von flüchtigen Wolken und klarem Himmel.
Ähnlich wie bei der Weltenschlange, erklärt sich die Platzierung dieser Ebene auf der Brillantoberseite durch die historische Relevanz, die Oberon bei dieser Ebene sah. Wir wissen, dass die Drachen noch vor den Elfen herrschten und auch die Königreiche der Riesen bedrängten. Entgegen den Riesen, hatten die Drachen jedoch wesentlich mehr Ambitionen die geringeren Völker zu formen, zu beeinflussen oder zu beschützen. Daher wohl, rührt die Entscheidung die Ebene des Drachenhorstes als epochale Ebene zu betonen.
Heute ist der Drachenhorst eine äußere Ebene unter vielen. Die schreckliche Tiamat erkor sich den Horst erst nach dem Ende des Pantheons von Unther als Wohnstätte aus. In Netherils Zeiten war der Drachenhorst also nicht durch Tiamat bewohnt. Bekannt waren jedoch die Drachengötter Hlal, Null und Task.
Worin genau der sphärentheoretische Sinn dieser Epochalebenen lag, ist nicht mehr klar zu erkennen. Scheinbar spielten der Anteil der Drachen und der Weltenschlange an der Geschichte, der Entstehung und dem Schicksal Torils eine große Bedeutung. Möglicherweise gibt es auch einen praktischeren Grund, der in der Arkanwissenschaft und Sphärentheorie zu finden ist.
7. Die Ebenen der Unterseite
Die Unteransicht des Brillantmodells zeigt die charakteristischen, scharfen Keilschliffe. Die unteren Rundistfacetten stehen dabei mit der Rundiste und den Inneren Ebenen in nahem Bezug. Die unteren Hauptfacetten sind entfernter und treffen sich in einem spitzen Punkt, der Kalette.
Fast alle äußeren Ebenen sind im Brillantmodell an der Unterseite platziert. Die Ebenen der nesischen Götter und guten Pantheon sind auf die 16 Rundistfacetten verteilt. Die 8 Hauptfacetten sind mit den höllischen Gefilden und feindlichen Pantheon belegt.
7.1 Das Pantheon Netherils
Jede Gottheit Netherils besaß eine eigene Ebene, in welcher sie uneingeschränkt herrschten. Da es nur 10 Götter gab, waren die Portfolios mächtiger und breiter als in unseren Tagen. Keiner der nesischen Götter musste sich ein Portfolio oder eine Ebene teilen.
Festung der Ewigen Sonne (Amaunator)
Die Sonnenfestung war Residenz des obersten Gottes Amaunathor, der Bewahrer der Ewigen Sinne – der Gelbe Gott. Er residierte in einer prunkvollen Festung die manche Gelehrte mit dem Haus der Triade vergleichen. Doch der Vergleich ist oberflächlich.
Amaunathor regierte über das Recht, die Ordnung, Herrschaft und den Fluss der Zeit. Die Sonne war sein Symbol und von allen Göttern hatte er auf das Imperium Netheril den meisten Einfluss. Der gigantische Beamtenapparat funktionierte nur unter Besinnung auf die Idee des Beamtentums und der Staatsordnung wie sie Amaunathor lehrte.
Die Ebene Amaunathors wurde mit dem Untergang Netherils zerstört. Diese Ebene existiert heute nicht mehr. Einige Mystiker sind der Ansicht, dass ein Aspekt Amaunathors als Lathander fortbestehe. Vereinzelt wird Amaunathor selbst sogar noch Verehrung entgegen gebracht.
Haus der Natur (Jannath)
Jannath, die Gelbe Göttin und Erdmutter residierte im Haus der Natur. Als Korngöttin übersah sie die wilde und nutzbar gemachte Natur, wilde Tiere, Natur und See. Die Ebene selbst ähnelte dem heutigen Haus der Natur. Eine endlose, friedliche Wildnis, die naturverbundener Magie ungeahnte Kraft verlieh.
Zu Netherils Zeiten teilte sich Jannath mit dem Gott der Chulter, Ubtao, das Haus der Natur. Heute sind es mehrere Götter, die sich diese Ebene teilen: Chauntea, Lathander, Silvanus, Eldath, Mielikki, Lurue, Gwaeron Windstrom, Shiallia, Nobanion und weiterhin Ubtao.
Es sei daran erinnert, dass zu Netherils Zeiten das Druidentum noch nicht begründet worden war. Das, was sich heute als Druidentum bezeichnet stand damals im Klerikerdienst der Göttin Jaanath.
Pandesmos (Kozah)
Pandesmos oder der Turm des Zerfalls, ist die Ebene des Sturmsterns Kozah gewesen. Der Zerstörer und Ereiferte. Sein Reich glich dem heutigen Herz des Zorns, der Residenz der Zorngötter. Mächtige Stürme und brutale Naturgewalten prägten seine Ebene. Feuersbrünste, Flutkatastrophen, Erdbeben und Stürme waren Teil seines harten Regiments.
Heute ist Kozah untergegangen. Seine Herrschaftsgebiete zerfiehlen auf zahlreiche Götter. Am ehesten lässt sich Kozahs Ebene mit dem Herz des Zorns vergleichen. Höchstwahrscheinlich ist diese Ebene nur ein Erbe von Pandesmos.
Rarandreth (Moander)
Der Schmutzwall Rarandreth war Heimstatt des Gottes Moander, der Dunkelbote, Verfaulende Gott oder das Große Grauen. Verwesung, Korruption und Zerfall machten sein Reich aus. Jede erdenkliche Krankheit wartete auf verletzliche Opfer und zahlreiche Parasiten stürzten sich auf waghalsige Besucher seiner Domäne.
Der Gott Moander wurde in den Zeit der Sorgen getötet und seine Ebene Rarandreth driftet derweil im Astralraum davon. Sie ist nicht mehr existent im gegenwärtigen Sphärenraum.
Dweomertor (Mystryl)
Dweomertor war die Ebene der Göttin der Magie, Mystryl. In der Formelburg, ein Reich aus purer Magie, pflegte sie das Gewebe der Welt. Die Herrin der Mysterien gestattete dem Reich Netheril den Zugriff auf die unglaublichen Mächte arkaner Kunst, die heute nie wieder erreicht werden können.
Dweomertor endete als Karsus das Gewebe ungewollt zerstörte. Doch mit der Wiedergeburt Mystras entstand ein neues Reich, Dweomerherz. Inwieweit diese beiden Ebenen vergleichbar sind, kann nur schwer gesagt werden. Sicher ist jedoch, dass Dweomertor unter ging und heute nicht mehr als Teil des Sphärenraumes gelten kann.
Palast des Verlusts (Shar)
Die Herrin der Nacht regierte schon damals ein Sphärenreich gänzlicher Schwärze, einen Palast des Ewigen Verlusts. Heute glauben wir zu wissen, dass Shar sich auf der Ebene der Schatten verbirgt und damit unserer Welt ständig näher ist wie alle anderen Götter. Doch damals in Netheril, hatte man dies noch nicht entdeckt. Die Nachtsingerin hielt sich verborgen im grade erst neu entdeckten Schattenreich.
Es kann davon ausgegangen werden, dass der Palast des Verlustes und die Schattenebene als Ebene der Ungesehenen auch heute noch so besteht wie ehemals. Lediglich der Gott Maske ist heute auch Gast in diesem Reich. Damals gab es diesen Gott nicht.
Die Mondtore (Selûne)
Was über die Nachtsingerin gesagt wurde, kann auch über die Mondgöttin gesagt werden. Die Mondtore befinden sich auf einer steinigen Insel inmitten eines endlosen Meeres. Ein silberner Tempelbau krönt die Insel und unter einer ewigen, aber monderhellten, Nacht steigt die Unendliche Treppe hinauf in die Sterne.
Die Mondtore blieben also unverändert Teil des Sphärenraums seit Netherils Zeit. Lediglich die neuen Götterwesen Shaundakul und Finder Lindwurmsporn sind in die Mondtore eingezogen.
Kriegers Ruh (Targus)
Der Plünderer und Herr des Krieges, Targus, der Leiberzermalmer. Sein Reich war die Ebene Kriegers Ruh. Ein sich ständig wandelndes Schlachtfeld, deren Landschaft und Kontrahenten in ewiger Bewegung gefangen sind. Es gibt keine festen Allianzen. Der schiere Wille kann reichen um diese Ebene im Kampfgetümmel zu formen.
Heutzutage besteht die Ewige Schlacht noch immer, doch Kriegers Ruh wird von anderen Mächten bewohnt. Garagos, Tempus, Uthgar, Valkur und die Rote Ritterin teilen sich die Ebene mit den Wesen, die schon vor den jungen Göttern dort ewig stritten: den Titanen der frühen Zeit. Kriegers Ruh besteht also noch heute, doch Targus ist lange schon fort.
Die Glänzenden Wasser (Tyche)
Ein prächtiges Land mit lieblichen Anwesen und üppiger Natur im Einklang. Allgemein herrscht eine ausgelassene, fröhliche und erbauliche Stimmung für alles Lebendige und Empfindsame. So war das reich der gutgesinnten Schicksalsherrin Tyche. Sie-die-lächelt regierte über Glück und Unglück und bewillkommte Handel, Abenteuerlust und Erkundungsdrang. Ihre Residenz war der Götterhügel in der Ebene der Glänzenden Wasser.
Heute residieren in Tyches ehemaligem Reich Liira?, Sharess?, Sune, Tymora und Waukeen. Allesamt Folgegötter, die sich Tyches Portfolio annahmen und an ihrer statt nun diese freundliche Ebene übersehen.
7.2 Die Pantheon der Nachbarvölker
Zigguraxus
Diese Ebene war die Heimat der Gottherrscher von Unther. Es herrschten dort die Befreier des Volkes von Unther, dem es gelungen war sich mit Hilfe ihrer alten Götter aus der Sklavenherrschaft Jhaamdaths zu befreien. In Zigguraxus residierten Assuran, Gilgeam, Girru, Inanna, Ki, Marduk, Nanna-sin, Nergal, Ramman, Utu und Tiamat. Heute bleibt von der Ebene Zigguraxus nur noch Erinnerung. Mit dem Tod des Pantheons von Unther ist die Ebene zusammengebrochen.
Heliopolis
Diese Ebene beheimatet das Pantheon des Volkes von Mulhorand, welches sich, ähnlich ihren Leidensgenossen von Unther, mit Hilfe ihrer Götter von der Knechtschaft Jhaamdaths befreite. Die Ebene Heliopolis glich einer Wüste, durchzogen vom lebensspendenden Fluss Isis, der grün und fruchtbar flankiert ist. Eine Lebensader in einer unendlichen Wüste. Dort residierten zu Netherils Zeiten die Götter Anhur, Geb, Hathor, Horus-Re, Isis, Nephthys, Osiris, Sebek, Set und Thoth.
Diese Ebene ist heute noch durch das Pantheon von Mulhorand bevölkert und im Sphärenraum existent.
7.3 Die Ebenen des Erschaffens
Diese Ebenen wurden den großen, schaffenden Völkern zugeordnet, denen man im Allgemeinen eine positive Rolle in der Geschichte Torils beimaß. Alle diese Ebenen sind auch heute in der Sphärenkunde als vorhanden, bewohnt und erreichbar eingestuft. Es besteht also kein elementarer Unterschied zum nesischen Sphärenmodell.
Zwergenheim
Ein belebtes Gebirge bildet das Idealbild zwergischer Lebensart. Hügelsiedlungen, Vorstätte und unendliche Bingen in festem Stein. Sicher umschirmt leben dort die Götter der Zwerge und ihr Gefolge: Abbathor, Berronar, Moradin, Clangeddin Silberbart, Dugmaren, Dumathoin/Vergedain, Gorm Gulthyn, Haela, Marthammoc Druin, Sharindlar und Thard Harr.
Arvandor
Wunderschöne Landschaften, Wälder, Berge, Seen und Flüsse formen das Reich der Seldarin, die Götter der Elfen. Ihre einzelnen Domänen gehen grenzenlos ineinander über. Als residierende Gottheiten wurden zu Netherils Zeiten ebenso wie heute gezählt: Aerdrie Faenya, Corellon Larethian, Sehanine Mondbogen, Sashelas, Eilistraee, Erevan Ilesere, Fenmarel Mestarin, Shevarash, Hanali Celani, Labelas Enoreth, Rilifane Rallathil und Solonor Thelandira.
Die Grünen Felder
Sanfte und schöne Hügellandschaft, durchsetzt mit zahlreichen, verstreuten Dörfern und Weilern an gelegentlichen Auen zeichnen die Ebene des Halbling-Pantheon aus. Arvoreen, Cyrrollalee, Sheela Peryroryl, Yondalla, Brandobaris und Urgolan residieren hier.
Inwieweit die Ebene der Grünen Felder eine Änderung durch den Exodus der leichtfüße aus Luiren erfuhr ist fraglich. Prinzipiell bestand der Pantheon der Hin jedoch schon zu Netherils Zeiten und dauert bis heute fort. Mit ihm auch die Ebene der Grünen Felder.
Die Goldenen Hügel
Eine Landschaft aus sieben sanften Hügeln – einen für jeden Gott des Gnomenvolkes. Das Licht scheint golden und stets glühend über die Landschaft, in der gnomische Lebensart in paradisischer Schönheit gezeichnet ist. Baervan Wildwanderer, Baravar Schattenmantel, Callarduran Glatthand, Flandal Stahlhaut, Gaerdal Eisenhand, Garl Glittergold und Segojan Erdrufer nennen diese Ebene ihr Reich.
Zu Zeiten Netherils waren die Gnome nurmehr Sklaven bis zu ihrer Freilassung 1472 NZ. Ihre Kultur bestand also schon in der heutigen Form und die Ebene der Goldenen Hügel ist damals wie heute Teil des Sphärenraumes.
Jotunheim
Ein riesiges Land der Riesen. Alles ist um ein vielfaches größer. Es gibt riesige Wälder und gigantische Berglandschaften, Seen, Flüsse und Vulkane. In dieser überwältigenden Welt sind die kleinen Völker hoffnungslos verloren. Es residieren hier auch nur die Götter der Riesenhaften: Annam, Grolantor, Hiatea, Ialannis, Memnor, Skoraeus Stonebones, Surtr, Thrym, Stronmaus und Vaprak der Zerstörer.
Die Riesen sind selbst ein Urvolk und ihr Reich Jotunheim besteht heute ebenso fort wie in der Zeit Netherils. Nesische Arkanisten haben bemängelt, dass Oberons Brillantmodell dem Drachenhorst zwar den Rang einer Epochalebene zubilligt, Jotunheim aber nicht. Die Begründung Oberons war die Distanz der Riesen zum Treiben der anderen, jüngeren Kulturschaffenden Völker. Insgesamt haben die Riesen weniger Einfluss und Anteilnahme gezeigt, was ihnen einen Nachrang gegenüber den Drachen einräumte. Oberon konnte diese Argumentation jedoch nie schlüssig begründen. Er bezog sich hier mehrmals deutlich auf die Offenbarungen des Erdensehers Arthindol. Das genaue Motiv bleibt vorerst jedoch ein Geheimnis.
7.4 Die Ebenen des Zerfalls
Ebenen, die durch monströse Kreaturen, schädlichen Wesenheiten und bösen Gottheiten dominiert wurden, maßen die Nether die Bezeichnung „Ebenen des Zerfalls“ zu. Diese acht Ebenen wurden den unteren Hauptfacetten zugeordnet, was auch eine gewisse Ferne zu den Inneren Ebenen und der primär-materiellen Ebene ausdrückt. Sie alle berühren sich in der Kalette, die den Blutstrom versinnbildlichen soll (siehe unten).
Baator
Neun Ebenen des verkörperten Bösen: Avernus, Dis, Minauros, Phlegetos, Stygia, Malbolge, Maladomini, Cania und Nessus. Sie beherbergen seit Ewigkeiten die Teufel als Sinnbild des absoluten Bösen. Diese Ebene war auch zu Netherils Zeiten existent und gleichermaßen in ihren Grundzügen beschaffen.
Baator besitzt neun Dimensionen, die alle unbegrenzte Ausdehnung besitzen. Die Gestalt der Dimensionen zeigt sich gemäßigt, lediglich Phlegethod ist dominiert von Feuer und Cania von Eis. Ganz so, bietet sich Baator auch heute noch dem Sphärenreisenden dar.
Abyss
Unendliche Ebenen die stetig aneinander neu angrenzen und sich mit wechselnden Portalen neu verknüpfen, das ist der Abyss. Die Zahl der Dimensionen und Subebenen des Abyss ist unendlich. Luft, Wasser und Erde scheinen zumeist mit Säure versetzt und extrem lebensfeindlich zu sein, generell wandeln sich die Zustände der einzelnen Unterebenen jedoch ständig.
Auch der Abyss war zu Netherils Zeit bereits vorzufinden und wies identische Eigenschaften auf. Ein maßgeblicher Unterschied ist jedoch die Verbindung zwischen Baator und dem Abyss. Der Ort, an dem der Blutkrieg am heftigsten tobt. Was heute als Blutspalte eine eigene Ebene geworden ist, war für das nesische Sphärenmodell noch ein Grenzübergang zwischen Abyss und Baator, ohne dabei die Charakteristiken einer eigenen Sphäre zu besitzen. Deswegen fehlt die Blutspalte konsequenterweise in Oberons Brillantmodell.
Dämonennetze
Das unendliche, interplanare Geflecht der Dämonennetze ist Teil der äußeren Ebenen mit eigenem, selbstständigen Rang. Es dominiert dort das Pantheon der Ilythiiri: Ghaunadar, Kiaransalee, Lolth, Selvetarm und Vhaeraun.
Oberon wies in seinem Brillantmodell deutlich darauf hin, dass sphärentheoretisch die Dämonennetze als eine Art verfestigte und befestigte Dimension des Abyss zu gelten habe. Angesichts der Dominanz eines elfischen Pantheon wäre es jedoch nicht angemessen die Dämonennetze lediglich als Teil des Abyss zu betrachten. In diesem Sinne hat sich bis heute diese Ebene in der Sphärenwelt erhalten.
Hammergrim
Hammergrim ist so alt wie das Volk der Duergar. Ein düsteres, graues Zwergenreich, durchsetzt von der Melancholie und Depression aber auch Kunstfertigkeit der ehemals versklavten Zwergesippe. Duerra, Laduguer und Urdlen existierten auch zu Netherils Epoche wie heute. Die Berichte über das Schicksal des Duergarvolkes und der begegnung mit den Ilithiden gelangte über Kontakte zu den Zwergen von Delzoun nach Netheril. Dementsprechend bestand und besteht kein nennenswerter Unterschied und gehört Hammergrim auch heute noch zur Sphärenwelt Torils.
Nishrek
Das endlose Schlachtfeld der Orkenfelder war den nesischen Arkanisten gut bekannt. In ihrem Jahrhunderte andauernden Konflikt mit den Orks des Nordens, haben viele Arkanisten versucht dem Feind auch jenseits Torils nachzuspüren. Abgesehen von Veränderungen innerhalb des orkischen Pantheon besteht die Ebene Nishrek bis heute. Es residieren dort Gruumsh, Bahgtru, Ilneval, Luthic, Shargass und Yurtrus.
Clangor
Ähnlich wie in Nishrek streiten hier jedoch die Goblinoide im ewigen Kampf. Eine Landschaft aus Eisen und Rost unter blutrotem Himmel, so bietet sich Clangor dar. Die Goblingötter Hruggek, Kurtulmak und Maglubiyet herrschen hier und unterhalten zum Teil Portale in den Abyss. Diese Ebene war damals wie heute Teil des Sphärenmodells.
Tiefe Kavernen
Die unendliche und schrecklichere Variante des Unterreichs, so nennen viele Schriften die Tiefen Kavernen. Eine Ebene in der sich die Gottgestalten monströser Ausgeburten in dunkelsten Tiefen bewegen und unergründlichen Zielen nachgehen. Diese Monstrositäten tragen Namen wie Die Große Mutter, Ilsensine oder Laogzed. Doch was sich dahinter zu verbergen vermag ist oftmals im Detail ungewiss.
Netheril entdeckte diese Ebene als das Reich mit der Erschließung des Unterreichs begann. Einige Scheusale und Externare des Unterreichs scheinen ursprünglich aus den Tiefen Kavernen nach Toril gekommen zu sein.
Tiefen der Verdammnis
Es ist bekannt, dass der Blutfluss die höllischen Ebenen der Sphären schneidet. Irgendwo in der Ebene des Abyss soll der Fluss entspringen und er ende in einem unendlichen Unterwasserreich aus Salzwasser. Ein Wasserreich ohne Grund und Oberfläche. Eine erdrückende, scheinbar hunderte von Meilen sich auftürmende Masse. Ein Grab aus Salzwasser, in dem namenhafte Kreaturen existieren, und all der Unrat jener Ebenen, die flussaufwärts den Blutfluss schneiden.
Diese unergründliche Ebene war nesischen Arkanisten und Sphärenkundlern durchaus bekannt, sie wurde sogar verhältnismäßig früh durch Divination entdeckt. Es besteht also auch hier eine Gemeinsamkeit mit dem Sphärenmodell der Gegenwart.
8. Die Kalette
Die Kalette ist die Spitze an der Unterseite des Brilliantmodells. Oberon sah hierin das vereinende Moment der höllischen Ebenen und identifizierte die Kalette mit dem Blutsrom, der seinen Weg von Baator und Abyss bis in die Tiefen der Verdammnis findet.
9. Die Rundiste
Die Rundiste ist der runde Kranz der Ober- und Unterseite des Brillintmodells voneinander trennt. Die Rundiste ist der umstrittenste Teil des Brillantmodells, weil sie unterschiedlich und mehrdeutig mit Bedeutungen und Interpretationen belegt wurde.
Eine frühe Deutung belegt die Rundiste mit dem Weltenbaum. Diese Anordnung ist sinnig, berührt der Weltenbaum somit doch fast alle himmlischen Ebenen die im Modell auf die unteren Rundistfacetten verteilt sind. Die prinzipielle Unzugänglichkeit des Weltenbaums von der primär-materiellen Ebene aus wurde jedoch bemängelt. Der Weltenbaum selbst sei keine Ebene und auch als Übergangsebene nicht hinreichend als solche ausgezeichnet. So kritisierten einige Arkanisten.
Die zweite Deutung sah die Rundiste als angemessenen Ort für die Fugenebene. Die Fugenebene ist durch den Tod prinzipiell von allen Inneren Ebenen aus erreichbar und von ihr aus kommen Gesandte aller äußeren Ebenen um die Seelen der Verstorbenen zu begleiten, zu entführen oder zu martern. Von daher ist das Bild der Rundiste, die Innere und Äußere Ebenen trennt, passend. Diese Interpretation fand allgemeine Zustimmung und es existieren viele Werke, welche die Fugenebene nicht auf die oberen Hauptfacetten legen, sondern auf die Rundiste.
Darüber hinaus existierte eine dritte Deutung. Sie wurde lange Zeit gar nicht in ihrer Bedeutungsschwere verstanden. Es handelt sich um die Darstellung der Fugenebene als eine Schlange, die sich selbst in den Schwanz beißt. Diese Darstellungen sehen in der Rundiste aber weiterhin von der Funktion her die Fugenebene. Erst ein aufmerksamer Quellenvergleich konnte erhellen, dass diese Arkanisten die Rundiste mehr oder weniger absichtsvoll mit der Weltenschlange (siehe oben) identifizierten. Das war von daher nachvollziehbar, da diese Weltenschlange angeblich als Reisende alle Ebenen durchqueren können sollte und zudem in der Fugenebene ihr „Nest“ besäße.
Es blieb jedoch nicht bei der bloßen Illustration. Einige Varianten von Oberons Brillantmodell, unter anderem auch einige seiner eigenen Spätwerke, identifizieren die Rundiste mit der Weltenschlange selbst und legen den Kopf der Schlange auf die obere Rundistfacette, wie oben erläutert. Oberons bekannteste Darstellung dieser Art zeigt die Rundiste gar als Ring aus fünf Schlangen, die sich jeweils selbst zu verschlingen scheinen. Aufgrund der Tragweite dieser Abbildung und der spekulativen Folgen sei sie als Bild 5 wiedergegeben.

10. Die Halbebene der Gefangenschaft
Die Ebene der Gefangenschaft wurde durch nesiche Arkanisten fast zeitgleich mit der Schattenebene entdeckt. Es ist eine verhängnisvolle und unerforschte Ebene. Sie besitzt die Eigenschaft jede Kreatur, die sie betritt, einzukerkern und gefangen zu halten. Einige Zauber machen sich dies zu Nutze. Viele Arkanisten Netherils vielen dieser Ebene zum Opfer, als man die Schattenebene zu erforschen begann.
Als der Schülerzirkel Oberons das Brillantmodell um die Schattenebene erweiterte, war man lange unsicher, ob man die Ebene der Gefangenschaft mit berücksichtigen sollte. Man entschied sich dagegen, denn sie ähnelt eher einer Halbebene. Auch wenn die Halbebene der Gefangenschaft also keinen Platz im Sphärenmodell Oberons findet, darf sie als wesentliche Entdeckungsleistung nicht unerwähnt bleiben.
Da es in der Natur der Ebene liegt, dass sie keine Erkenntnis über sich heraus dringen lässt, ist ihre Erkundung bisher äußerst lückenhaft. Eine gelegentliche Nutzbarmachung in Form der „Einkerkerung“ oder des „Labyrinths“ konnte daran wenig ändern.
11. Schlussbemerkung
Somit wäre die Darstellung des nesischen Sphärenmodells nach Oberon zu Ende gebracht. Es zeigt den großen Horizont, in dem die Arkanisten jener Zeit sich innerhalb der Sphärenordnung verorteten. Über die reine Illustration hinaus wurde das Brillantmodell als Ausgangspunkt für Bannkreise, rituelle Performanzen, mathematische Sphärenmodelle und Berechnungen hergenommen. Dabei wurde durchaus von der hier wiedergegebenen Anordnung der Farben und Schliffe abgewichen. Es gibt alternative Schliffformen und auch Farbspektren um Zirkelmagie und ritualisierte Performanzen für Kristallomantie, Symbol- und Farbmagie oder Zahlenmagie verwertbar zu machen.
Oberon selber hat sein Sphärenmodell unfraglich im Rahmen seiner Studienzeit an den Nether-Rollen entwickelt. Leider ist es für uns heute kaum möglich zu rekonstruieren, welche großen Geheimnisse ihn dazu bewogen diese und keine andere Zugangsweise zu einem Modell der Sphären zu konzeptionieren. Auch der Einfluss des Erdensehers bleibt fraglich und lässt sich nur schwerlich ableiten.
Autor: Letos
