| Autor: | Solanis Elkandur |
| Verfasst: | Llorkh, Tarsak 1388 TZ |
| Form: | gebundenes Buch |
| Umfang: | 125 Seiten |
| Sprache: | Chondath |
| Anspruch: | mittel bis hoch |
| Nachweis/Zugang: | Arkaner Zirkel, offen zugänglich |
Das Werk des Halbelfen cormyrischer Abstammung reflektiert die Geschichte der Machtverhältnisse Baators und des Abyss in eindringlichen Schritten, und versucht Ordnung in das erklärte Chaos des Blutkriegs zu bringen. Der Schwerpunkt liegt auf der Ordnung des chaotischen Mit- und Gegeneinander der extrasphärischen Kreaturen dieser planaren Region. Zwar enthält sich der Text einer kryptischen Verquickung mit der Arkanwissenschaft, dennoch ist er nur bedingt leicht zugänglich. Nur entsprechendes Vorwissen erschließt den eigentlichen Wert des Buches.
Inhaltsverzeichnis (ausblenden)
- 1. Einleitung
- 2. Die Teufel
- 3. Die Dämonen
- 4. Der Blutkrieg
- 5. Schluss
1. Einleitung
Das Gefüge von Ordnung und Chaos und gleichzeitig ihr Antagonismus spiegelt sich wohl in keinem Konflikt deutlicher wider als im Blutkrieg?. Mehr noch als Licht und Schatten lässt sich in der Gegenüberstellung und dem Kontrastieren von einer absoluten Situation sprechen, die in ihrem Vorhandensein eine weit weniger historische Dimension annimmt, als Konflikte der Götter. Wohl gibt es bemerkenswerte Schlachten, die geschlagen wurden, und Ausdehnung von Einflussbereichen, die in ihrer Wirkung historisch waren, doch berühren jene nicht den Konflikt selbst, der fortwährend auf Augenhöhe ausgetragen wird. Umso bemerkenswerter ist dies, wo die Parteien doch unterschiedlicher kaum sein könnten, was dann doch die Frage nach Gemeinsamkeiten aufwirft. Diese Frage zu beantworten, soll indes nicht Ziel dieser Abhandlung sein, gilt deren Interesse doch vielmehr den Gründen für die Unlösbarkeit des Konflikts als exemplarisches Konstrukt.
[...]
2. Die Teufel
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Baator? umfasst neun Ebenen, woraus sich die Begrifflichkeit der "Neun Höllen" ableitet. In jeder herrscht ein streng hierarchisches System, an dessen Spitze ein Erzteufel steht. Die Neun Höllen selbst folgen gleichsam einer Rangordnung, im Rahmen derer sich die erste bis achte Ebene der neunten, Nessus, unterordnen. Beherrscht wird jene vom Erzteufel Asmodeus, der praktisch unangefochten über Baator herrscht. Dies indes bedeutet nicht, dass seitens der anderen acht Erzteufel keine Ambitionen auf die Herrschaft über Nessus besteht. Gerade hierarchische Systeme animieren zum Aufstieg aus unterschiedlichsten Gründen. Die Methodik dabei ist jene der Intrige, des hintergründigen Ränkespiels, das erst dann in einen offenen Konflikt mündet, wenn eine Herausforderung deutlich ausgesprochen wurde. Ob dieser Fakt - gleich einem Duell unter Edelmännern - einer traditionalistischen Verwurzelung und damit ungeschrieben Regularien unterliegt, lässt sich nicht mit Gewissheit sagen.
[...]
Indes die Geschichte der Neun Höllen selbst hat gezeigt, dass Asmodeus nicht grundlos seinen Platz einnimmt. Der wohl komplexeste und gleichsam folgenschwerste Versuch wurde durch den ambitionierten Herrscher der siebenten Ebene der Höllen (Maladomini) unternommen: Baalzebul. Dessen unbedingter Wille zur Macht löste innerhalb der neun Höllen ein Schisma aus, infolgedessen es zu einer stabilen Machtbalance zwischen den herrschenden Erzteufeln der oberen (hierarchisch niederen) Ebenen kam. Diese Balance ist wohl einer der wichtigsten und aufschlussreichsten Akte, geht es um die Betrachtung des teuflischen Wesens.
So forderte denn nun Baalzebul, Herr der Fliegen, Asmodeus heraus und wurde von jenem bezwungen, wenngleich Asmodeus' Zutun selbst nur in geringem Maße den Ausschlag für dessen Obsiegen leistete. Ein anderer Erzteufel, ebenso mit Ambition auf Nessus, intervenierte: Mephistopheles, Herrscher der achten Ebene (Cania). So wurden die Mächte des Herrn der Fliegen zurückgeschlagen und es oblag Asmodeus, Baalzebul zu bestrafen. Es wäre vermessen zu behaupten, dass es Asmodeus nicht möglich gewesen wäre, die Existenz des Baalzebul für immer zu beenden, doch hier offenbart sich der Charakter des Asmodeus quasi exemplarisch für die Funktionsweise der Neun Höllen und dem, was Faerûn und andere Ebenen als charakteristisch für Baatezu einschätzen. Statt Baalzebul zu töten oder ihn in seinem Rang zu degradieren und damit einen anderen Erzteufel aufrücken zu lassen, forcierte Asmodeus den Beibehalt des Status quo. Baalzebul verblieb - wenn auch geschmäht durch eine Veränderung seines Äußeren - als Herrscher Maladominis. Die Konkurrenzsituation und das Machtgleichgewicht der ersten bis achten Unterebene bleibt erhalten, wenngleich Loyalitäten zwischen den Erzteufeln vakante Gebilde sind.
Das Handeln des Obersten Souveräns Baators zeigt ein außerordentliches Geschick und Gefühl für die Methoden des Machterhalts, der immer gleichzeitig den Unwillen zur Veränderung repräsentiert. Die Bedeutung von Rache ist gering und der unbedingte Drang durch Akte der Brachialität die eigene Macht zur Schau zu stellen, ist nicht vorhanden. Wissend, dass eine Abkehr vom etablierten Status - selbst durch den Wunsch nach mehr Macht - immer bedeuten kann, am Ende gar keinen Status mehr zu haben.
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So sind nach den Äonen die Neun Höllen vor allem eines: das, was Asmodeus will. Und er setzt seinen Willen nicht mit eiserner Hand durch und nicht durch das Verbreiten von Angst und Unterdrückung der anderen Erzteufel, sich drüber bewusst, dass jede offensichtliche Intervention dazu führen würde, dass einer der Erzteufel den anderen übervorteilt sieht und sich gegen Asmodeus richtet, die Balance damit gefährdet und die Lawine der Veränderung losbräche. Gleichsam besitzt Asmodeus sehr wohl die Weisheit zu erkennen, was ein offener Konflikt, der alle Neun Höllen umfasst, für den Fortgang des Blutkriegs bedeuten würde. Doch hierzu mehr an anderer Stelle.
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Gleichwohl es sehr viel mehr zum Wesen der Baatezu und Baators zu sagen gäbe, genügt dieser kurze Abschnitt bereits, um die Grundlinien und die Mentalität der Herrscher der Neun Höllen und damit der Neun Höllen selbst darzustellen. Zusammenfassend bliebe also zu sagen, dass der Wille zum Erhalt des eigenen Status' in Abwägung der Risiken immer größer ist als die Ambition auf Machtzuwachs. Da diese zwei Belange jedoch nicht kontrastieren, sondern in einem bewussten, ja harmonischen Verhältnis zueinander stehen, greift der Teufel in seinem Bestreben auf subtile Methoden zurück und profitiert von der kollektiven Ordnung, die über Hierarchien steht, und damit Regularien, gegen die er sich von seinem Wesen her nie wenden kann und wird.
3. Die Dämonen
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Die Abyss? ist ein Hort der Vielfalt und des offenen Konflikts, der Machtkämpfe und Anarchie, die für eine erstaunliche Konstanz sorgt. Das Wesen der Kreaturen, die dort leben, lässt sich schwerlich nun vereinheitlichen, doch erzeugt es symptomatisch einen nie enden wollenden Prozess der Selbstregulierung und damit archaischer Gerechtigkeit. So absurd es scheinen mag im Zusammenhang mit Dämonen von Gerechtigkeit zu sprechen, so muss sie doch als ein Aspekt betrachtet werden, der seit jeher für das Fortbestehen des Abgrund sorgt, auch wenn sie danach strebt, sich selbst zu verzehren, ist sie doch kein Umstand, der gewollt und bewusst erzeugt wird, sondern sich zwangsweise aus dem gleichsam komplexen wie in seiner Natur simplen Chaos ergibt.
Wie kann ein derart chaotisches System wie jenes der Abyss bestehen? Wo Wesen nach Macht und Hegemonie streben und der Stärkere obsiegt, müsste es in der Theorie eigentlich zu einer klaren Hierarchie kommen, an deren erster Stelle der Stärkste und an letzter Stelle der Schwächste steht. Dennoch kennt die Abyss eine solch stringente Rangordnung nicht. Wohl gibt es Dämonenprinzen mit immenser Machtfülle und darüber hinaus göttliche Mächte, von denen die prominenteste wohl die Lolth, die Spinnenkönigin, ist, doch besteht keine Rangordnung.
Der Grund hierfür ist recht simpel: die Kräfte heben sich gegenseitig auf. Der schiere Wille zur Gewalt und Drang nach Macht der dem Verhalten der Dämonen innewohnt unterscheidet sich nicht. Die fortwährend ausgetragenen Konflikte sorgen dafür, dass Territorium und Machtbereich in Form der Herrschaft über diese und jene Unterebenen des Abgrunds, nie lang in der Hand eines Eroberers bleibt. Auf eine kurzzeitige Stärkung folgt eine Schwächung und keine Partei schafft es, sich über die andere zu erheben. Doch erklärt dies allein nicht, warum es eine so hohe Anzahl machthabender Wesen in der Abyss gibt und sich keines über alle stellen kann.
Hierfür korrelieren zwei Aspekte miteinander, die tief verwurzelt in der Mentalität der Dämonen sind. Denn wenngleich es sich bei ihnen um durchaus intelligente Wesen handelt, bündeln die fortwährenden Konflikte doch ihre Kräfte in Richtung des direkten und unmittelbaren Feindes, der die größere Bedrohung ihrer Macht darstellt. Zwar sind Intrigen durchaus möglich, doch beruht die Intrige selbst auf der Kalkulation. Dort wo hintergründige Denkweisen allerdings nicht kalkulierbar sind und kein Moment der Ruhe Platz für subtilen Einfluss schafft, kann eine Intrige nicht fruchten und der aus ihr resultierende Machterhalt niemals das Ausmaß erreichen, wie in einer streng geordneten Gesellschaft. Somit mangelt es weniger an der Fähigkeit zu subtilem Vorgehen, sondern vielmehr an der Möglichkeit und in Erkenntnis darüber auch an einsehbarem Gewinn.
Der zweite Aspekt allerdings darf nicht vernachlässigt werden, denn wenngleich es keine erkenntliche Machtordnung in der Abyss gibt, kristallisiert sich im Gesamtbild ein Gefüge von Machtebenen heraus. Eine dieser Machtebenen mag die der Dämonenprinzen sein, doch daneben gibt es eine Vielzahl weiterer, auf denen sich die Konflikte zwischen ähnlich starken Fraktionen abspielen. Anhand der vereinfachten Abbildung gesagt, lässt es sich folgendermaßen beschreiben: der Machtwille ist vertikal auf eine höhere Machtebene gerichtet. Das Streben dehnt sich dabei horizontal aus, wo es mit dem Streben anderer Fraktionen kollidiert und sich die Kräfte schließlich aufheben, so dass das Erreichen einer höheren Machtebene nicht möglich ist.

Interessant ist hierbei, dass dieser Zustand zu einer zwangsläufigen Ignoranz niederer Machtebenen führt, der sich einerseits auf der Kenntnis darüber begründet, dass Fraktionen niederer Machtebenen nur sehr schwer auf eine höhere gelangen können und andererseits aus der dämonischen Mentalität selbst, dem vertikal auf eine höhere Ebene gerichteten Machtwillen. Darüber hinaus kann auch die Arroganz gegenüber Schwächeren als Begründung angeführt werden und demzufolge auch eine Haltung, die eine Beachtung oder den Umgang mit ihnen obsolet werden lässt.
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Zusammenfassend lässt sich also von einer Art Kompensation der Mächte sprechen, die durchaus dafür sorgen kann, dass Nischen entstehen, in welchen sich einzelne Fraktionen, insbesondere Götter, die eine der Unterebenen der Abyss beherrschen, ohne Beteiligung an Machtkämpfen freie Hand haben. Dies ist insofern praktikabel, dass sie sich damit Freiraum schaffen, ihren Machtbereich auf anderen Ebenen als jenen des Abgrunds auszudehnen. Doch dies soll an dieser Stelle nicht weiter von Belang sein.
So folgt denn das Chaos der Abyss einer ungeschriebenen, ungewollten Ordnung, die in ihrer chaotischen Natur immense Auswirkungen auf den Blutkrieg hat. Der Wille und Drang zur Macht als Bestandteil dämonischer Mentalität selbst folgt keiner Struktur. Er richtet sich situativ bedingt gegen alles und jeden, ohne dabei dumm oder banal zu sein oder wirken zu müssen. Der Dämon wird immer danach streben, seine Macht zu mehren, ohne Rücksicht auf eventuelle Vorteile existenter oder Nachteile eventuell entstehender Hierarchien. Längerfristig angelegte Optionen der Machtausdehnung können als lohnend erkannt werden, aber werden das Nachsehen gegenüber unmittelbaren Wegen der Machtgewinnung haben.
4. Der Blutkrieg
Nach Betrachtung der beiden Parteien soll die Konklusion im Blutkrieg betrachtet werden. Hierzu gilt es, einige Aspekte gegenüberzustellen und ihre ausgleichende Wirkung erkenntlich zu machen. Doch zuerst einmal ist es nötig, der Frage nachzugehen, worin die Gründe für diesen komplexen, langanhaltenden Konflikt liegen, der sich gemäß den Prinzipien der Logik auf den ersten Blick nicht erschließen mag.
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Die Dämonen als Repräsentanten des Chaos begründen ihre Machtposition auf eben jenem Prinzip. Sie profitieren von Unsicherheiten, Instabilität, Varianz und all jenem, was sie als Schwäche betrachten. Die einzige Ordnung, die sie akzeptieren, ist ihr persönlicher Wille, mit dem sie nach Belieben die Dinge zu ihren Gunsten gestalten und herrschen können. In dieser Willkür kann der Baatezu indes nur eine Gefahr sehen, denn wo das Chaos Einzug hält und herrscht, wird das Spiel der Intrigen, das maßgeblich auf Kalkulierbarkeit beruht, gefährdet. Andersherum ist es blanker Hass der Horden der Abyss, die sie gegen die Einschränkungen einer Ordnung, wie sie die Teufel vertreten und damit die Teufel selbst vorantreibt. Während sich als die Teufel bewusst für das Prinzip der Ordnung einsetzen, folgen Dämonen unbewusst dem Prinzip des Chaos. Dort wo die Prinzipien, wie sie ihre Vertreter ausleben, miteinander kollidieren, wird der Blutkrieg ausgetragen.
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Während die infernalische Ebene der Blutkluft eines der Schlachtfelder darstellt, auf dem seit jeher offen der Krieg tobt, bei dem immerfort die Herrscharen Baators und der Abyss aufeinander treffen, findet der Blutkrieg auch subtilere Schauplätze und schwerlich nur ist zu sagen, wo und auf welche Weise er in Faerûn zurzeit ausgetragen wird. Historisch betrachtet finden sich unterschiedliche Versuche der Einflussnahme beider Seiten, die jedoch seltener als Teil des Blutkriegs anzusehen sind. Am bekanntesten dürfte jedoch das Beispiel der Höllentorfeste nahe des Flusses Delimbiyr am Rande des Hochwalds sein, wo zuerst vom Magier Wulgreth beschworene Baatezu die Kontrolle übernahmen, um jene im weiteren Verlauf der Machtkämpfe um das frühere Ascalhorn an Dämonen zu verlieren. Da mag es fast exemplarisch sein, dass die Teufel auf subtile Weise und durch Intrigenspiel die Herrschaft übernahmen, während die Dämonen die Feste schlicht gewaltsam überrannten.
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Rein zahlenmäßig sind die Dämonen den Baatezu bei weitem überlegen, doch sorgen die internen Querelen der Dämonen dafür, dass die zahlenmäßige Überlegenheit hinreichend kompensiert wird, um von einer quantitiven Ausgeglichenheit zu sprechen. So ließe sich durchaus die Frage stellen, ob die Teufel in Anbetracht dessen nicht vom Chaos profitieren, das die Verhältnisse des Abgrunds bestimmt. Doch wenngleich dieser Umstand naheliegt und vielleicht auch zutreffend sein mag, so kann er doch nur die Ansicht fördern, dass Chaos in diesem Falle mit Schwäche gleichzusetzen ist. Andererseits wurde im Verlauf dieser Abhandlung dargestellt, dass die Verhältnisse der Abyss durchaus einer ungewollten Ordnung folgen, die zumindest die Art der Machtkämpfe und der in ihrem Rahmen sich kompensierenden Kräfte bestimmt. Es wäre jedoch vermessen zu sagen, dass dieser hintergründige Aspekt im Kern mit den Prinzipien der Teufeln, die eine kontrollierte Ordnung anstreben, konform geht. Insofern gestaltet sich das Chaos im Hinblick auf die bloße Anzahl der Streitenden als ein regulierendes, ausgleichendes und gleichsam unabwendbares Faktum.
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Dass das primäre Attribut, nach dem beide Seiten streben, Macht in ihrer reinsten Form ist, kann insofern als interessant betrachtet werden, dass Macht weder dem Prinzip der Ordnung noch des Chaos unterliegt. Macht ist etwas absolutes, das nur dann relativiert wird, wenn sie praktisch erlangt und erhalten werden soll. Ist dies der Fall, so wird die absolute Macht zu einer relativen und damit streitbaren. So begründet sich der Blutkrieg auf dem bestehen relativer Macht zweier Seiten mit dem Willen zur Erringung der absoluten Macht, die, wenn sie errungen würde, sich wiederum relativ gestalten täte. Hierdurch jedoch würde ein Vakuum entstehen, das andere Kräfte mit anderen Prinzipien als jenen des Machthabenden zu füllen gedächten, wodurch nie ein anhaltender Status gewährleistet werden kann. Dies ergibt insbesondere für die Baatezu ein Problem, da nie ganz ausgeschlossen werden könnte, dass chaotische Elemente sich subversiv auf die etablierte Ordnung auswirken könnten.
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Was geschehen würde, sollte Asmodeus durch einen offensiveren Erzteufel abgelöst werden, ist indes fraglich. Vielleicht würde die Angst unter den Erzteufeln präsenter, womöglich das Schisma der Neun Höllen enden. Ebenfalls besteht die latente Gefahr, dass es Asmodeus - auf welche Weise auch immer - gelingt, den Status eines Gottes an sich zu reißen, wobei der Herr von Nessus wohl eher auf einen günstigen Augenblick dazu wartet, anstatt selbst unmittelbar dafür etwas zu tun. Doch sollte es eine Veränderung im Gefüge der Neun Höllen geben, so könnte dies auch Auswirkungen auf den Blutkrieg haben. Auf Seiten der Dämonen indes könnten aus dem vorherrschenden Chaos Wirkungen hervorgehen, die eines der mächtigen Wesen - ob Dämonenprinz oder Gott - in eine plötzliche Hegemonialstellung bringt, die ihn über bestehende Ebenen der Macht hinaus zum unangefochtenen Herrscher des Abgrunds werden lassen. In einer derartigen Position wäre es unter Umständen möglich, die größeren Konflikte zwischen den Mächten der Abyss zu unterdrücken, was ein Erstarken der Dämonen bedeuten würde, das sich unmittelbar auf die Schlachten in der Blutkluft und andernorts niederschlagen könnte. Doch sind all dies Spekulationen und es bleibt fraglich, ob die bestehende Ordnung der Neun Höllen oder das konstante Chaos der Abyss sich in ihrer Form jemals so verändern könnten, dass aus dem Aufeinanderprallen der Baatezu und Dämonen im Blutkriege jemals ein Sieger hervorgehen könnte.
5. Schluss
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All dies bedeutet für den Blutkrieg im Grunde, dass solange keine der streitenden Parteien obsiegen wird, bis entweder schwerwiegende interne Veränderungen innerhalb der Neun Höllen oder der Abyss eintreten oder ein erheblicher externer Einfluss abseits des Machtbereiches von Erzteufeln und Dämonenprinzen auftritt, bei dem sich von kaum etwas anderem als Zufall sprechen ließe, nämlich dem Zusammenspiel einer Vielzahl von Ursachen, die in eine unabsehbare und damit unkalkulierbare Wirkung münden. Doch wenngleich dies das Ende des Blutkrieges bedeuten könnte, würden Ordnung und Chaos doch immerfort bestehen bleiben, da sich diese Prinzipien gleichsam bedingen wie aufheben.

Autor: dyingdespot