Theoretische Philosophie Band I

Buch: Theoretische Philosophie I - Einführung in die Logik

Autor:Vladislak
Verfasst:Llorkh, 1387 TZ
  
Form:Buch
Umfang:417 Seiten
Sprache:Chondath
Anspruch:anspruchsvoll
Zugang:offen zugänglich

Vladislak, ältester Schüler der Arkanen Früherziehung zu Llorkh, legte am 28. Ches 1387 TZ überraschend ein umfassendes Werk zur formalen Logik vor. damit exponierte sich der junge Mann als verborgenes Talent aus der Unterstadt Llorkhs. Er war grade einmal 16 Jahre alt gewesen. Das Werk ist ein wohl umrissenes Kompendium zur Betrachtungsweise des logischen Denkens und wurde vor dem Arkanen Zirkel erfolgreich verteidigt.

Inhaltsverzeichnis

I. Vorwort
II. Wahr und Falsch – Die Aussagenlogik

  II.1 Symbolisierung von Aussagen 
  II.2 Syntax der Aussagenlogik 
  II.3 Grundregeln der Aussagenlogik 
  II.4 Operatoren und Theoreme 
  II.5 Das logische Quadrat 
  II.6 Kalkül des natürlichen Schließens 
  II.7 Grenzen der Aussagenlogik 

III. Bereiche des Wahren – Die Felderlogik

  III.1 Symbolisierung von Feldern 
  III.2 Syntax der Felderlogik 
  III.3 Grundregeln der Felderlogik 
  III.4 Operatoren und Theoreme 
  III.5 Modellwelten und Gegenstandsbereiche 
  III.6 Grenzen der Felderlogik 

IV. Raum des Verständnisses – Die Räumlichkeit der Logik

  IV.1 Abgrenzung des Raumes 
  IV.2 Universalität und Partikularität 
  IV.3 Vorstellungsbeziehungen 
  IV.4 Wahrheitszuweisung des Unvorstellbaren 

V. Anwendungsbeispiele

Vorwort

Seit jeher hat die Philosophie ihren rechtmäßigen Platz unter den höchsten und angesehensten Wissenschaften verteidigt. Und welcher Geist mag ernsthaft bestreiten, dass Grundlage jeder Wissenschaft die Wissenschaft des Denkens selbst ist. Jede Theorie, jeder Vorschlag, der mit Recht ernst genommen werden will, verlangt nach der Offenlegung seines Ausgangspunktes, seines Ursprungs, aller vorausgesetzten Annahmen und die Begründung zur Auswahl derselben. Das Fundament, auf dem der prächtige Palast allen Denkens schlussendlich errichtet wird, ist die Logik. In ihr findet die Philosophie alle Notwendigkeiten, die zur Errichtung einer Wissenschaft erforderlich sind und die anderen Disziplinen des Geistes finden das ihre in der Philosophie. Die Logik, das ist die Disziplin der rationalen Systematisierung von Gesetzen und Normen unseres Denkens und Räsonierens.

Unter den Wissenschaften sind die Meister der Arkanen Kunst diejenigen, die am offenkundigsten Gebrauch von dieser Lehre machen. Tag für Tag wird die Welt zum Spielball ihrer Überlegungen. Und ihre Überlegungen werden in Arkaner Macht manifestiert. Die Alten nannten die Logik das Werkzeug richtigen Denkens und in dieser Weise wird sie von den Magiern der Gegenwart in pragmatischer Weise genutzt. Jeder Magier kennt die Theoreme und gebraucht sie. Doch wieviele haben sich mit ihrem Wesen auseinandergesetzt und sie einmal selbst hergeleitet? Wieviele Magier haben das Fundament ihrer Kunst Kraft ihres eigenen Geistes einmal selbst erbaut? Man wird derer nur sehr wenige finden. Diese alte und notwendige Kunst wird unverdient unachtsam gebraucht. Ich verstehe die Kunst nicht als Werkzeug, sondern als Denknotwendigkeit. Man wird finden, dass ein begnadeter Schmied keine Kunde über die Gewinnung des Metalls benötigt, wenn es ihm doch gelingt wundersamste, filigrane Formen in den Werkstoff zu arbeiten. Doch sein Geschick ist von dem Gelingen Anderer im kritischsten Maße abhängig. Eine kleine Veränderung ihrer Gewinnung oder der Zusammensetzung wird die Kunst unseres genannten Schmiedes zerstören und er benötigt einen Lehrmeister, um zu alter Blüte wiederzufinden. Diese Abhängigkeit gilt es auch für die Magier zu beseitigen.

Im Folgenden sei der Versuch gewagt, die Grundlagen der Logik darzulegen. Ich werde mit den denkbar einfachsten Vorstellungen beginnen, um den Leser Stück für Stück auf der Treppe der Logik hinaufzuführen. Wahr und Falsch können hierbei einem jeden ein verständlicher Begriff sein. Das erste Kapitel begreift alle Aussagen unter dem Bivalenzprinzip, dass niemals auch nur eine Aussage falsch sein kann, die zugleich wahr ist und das niemals eine Aussage weder wahr noch falsch sein kann. Es ist sehr leicht verständlich, dass dies lediglich Anwendung bei affirmativen Aussagen findet. Das zweite Kapitel führt den Leser auf das weit umfangreichere Gebiet von Feldern. Im Sinne des vorigen Kapitels lässt sich vereinfacht sagen, dass hierbei etwas von etwas anderem als Teil eines gewissen Feldes gesehen wird oder nicht. Aus dieser leicht verständlichen Änderung leiten sich eine Vielzahl neuer Betrachtungsmöglichkeiten ab. Man wird finden, dass der anwendbaren Logik in der existierenden Welt ein beträchtliches Stück näher gekommen wird. Im dritten Kapitel führe ich den Leser auf das schwer greifbare, räumliche Verständnis dieser Felder. Was wäre, wenn die vormals betrachteten Bereiche eine räumliche Tiefe besäßen und verschiedene Felder untereinander verschieden doch in einer ihrer drei Dimensionen Berührungspunkte hätten? Nicht ohne Grund trägt der letzte Abschnitt den Titel: „Wahrheitszuweisung des Unvorstellbaren“. Wir haben die notwendige Kenntnis des gewöhnlichen Arkanen Gelehrten verlassen. Abschließend will ich zeigen, wie die dargelegten Kenntnisse und Methoden formal anzuwenden sind. Außer der Notation seien hier zwei Übungen aus jeweils dem ersten und zweiten Kapitel gegeben. Aufgrund der Komplexität des dritten Kapitels können auf einer Seite kaum Beispiele folgen. Doch ich werde dem Verlangen gerne nachkommen, wenn mir dazu von Angesicht zu Angesicht Gelegenheit gegeben wird. Keinem Leser wird geraten, sich auf das nächste Kapitel zu verständigen, wenn er das vorige nicht in aller Ausführlichkeit begriffen hat. Da ohne das vorige, das folgende nicht verstanden werden kann, wäre es eine Verschwendung von Mühe und Zeit.

Also sei dem Leser aller Mut und Verstandeskraft gegeben, welche mich bei der Erstschrift dieser einführenden Darlegung ergriff.

[...]


Autor: Mukade