| Autor: | Laflanna Tialasar |
| Verfasst: | 1386 TZ |
| Form: | Vortragsprotokoll |
| Sprache: | Chondath |
| Anspruch: | mittel |
| Zugang: | Abtei der Leuchtenden Hand, offen Arkaner Zirkel, offen |
"Über die Verbindung von arkaner und göttlicher Magie" war ein Vortrag, den die Elfe Laflanna Tialasar anlässlich des ersten Symposiums der Wissenschaften in Lautwasser am Abend des 18. Mirtul 1386 TZ hielt. Er wurde anschließend als Niederschrift des Gesagten in der Bibliothek der Abtei hinterlegt.
Das Thema Magie allgemein ist ein sehr weites, spannendes und vielschichtiges Feld. Nicht nur Jene, die selbst Magie nutzen und zu wirken wissen befassen sich damit. Obwohl es wohl kein Sterblicher jemals genau erfahren wird, so nehmen wir doch an, dass Magie als eigentlich, rohe Kraft in allem ist, das wir kennen. Jedem Wesen und Ding, in jedem Element. Womöglich ist Magie sogar der schöpferische Funke. Auf jeden Fall vermag sie alles zu beeinflussen.
Was wir über die Entstehung unserer Welt wissen, sind Legenden. Die Meisten von uns kennen die Sagen vom Krieg zwischen Licht und Dunkel. Es war jener Kampf, der auch die Magie erschuf, so wie vieles. Denn es geschah, dass ein Teil roher göttlicher Essenz als Waffe gebraucht wurde und so Mystryl als Tochter des Lichts, als erste Göttin der Magie, aber auch Verkörperung dessen was wir Magie nennen entstand.
Viele von uns, besonders hier, so nahe an den ewigen Zeugnissen des Untergangs, wissen ebenso um den Fall Nesserils und den Tod Mystryls. Sie starb, um das was sie war und gleichzeitig geschaffen hatte, das "Gewebe", wie wir es heute nennen, zu retten und somit nicht nur die Magie, sondern auch das Leben an sich.
Bis heute lebt ihr Erbe fort. Wir nennen die Gottheit, deren Körper zugleich das Gewebe ist heute Mystra und wir wissen, dass dieser Name nicht mehr die gleiche Gottheit anspricht, wie noch vor einigen Jahrzehnten. Doch wir wissen, Magie ist um uns und das Gewebe hat Bestand. Viele Götter stehen für die Magie, oder einen speziellen Teil. In jedem Volk gibt es verschiedene unsterbliche Gottheiten, die den Mysterien verbunden sind. Auch Azuth, Schirmherr dieser Abtei zählt zu ihnen. Doch Mystra ist das Gewebe und durch sie wirkt alle Magie.
Dieses "Gewebe", wie wir es nennen, ist nach unserem Glauben ein Geflecht, eine Schöpfung Mystryls. Nicht die Magie selbst, die überall fließt, sondern eine Art Netz oder Gespinst, das alles umgibt und uns den Zugriff auf die magischen Energien ermöglicht. Weben wir einen Zauber, egal welchen und welcher Art, egal auf welche Weise, so verändern wir das Gewebe ein wenig. Wir verdrehen - bildlich gesprochen - seine Fäden. Diese Veränderung ist es, die mittels magischer Energie einen Effekt hervorruft.
Und derer gibt es zahlreiche. Erkenntniszauber, beispielsweise der einfache Effekt Magie zu erkennen, zu sehen wie stark sie an einer spezifischen Stelle wirkt, ermöglicht uns einen begrenzten Blick auf das Gewebe selbst. Wir erkennen in welcher Weise es verändert wurde und dadurch welche Art von Effekt wirkt. Bannmagie glättet und entwirrt das Gewebe und richtet den ursprünglichen Zustand wieder her, wenn sie gelingt und so löst sie bestehende Effekte auf. Magie, die andere Magie unterdrückt kann das Gewebe umleiten und so in einem bestimmten Bereich das Wirken von Zaubern verhindern. Das Gewebe ist sehr allumfassend und schwer zu beschreiben und wir wissen ebenso, dass es beschädigt werden kann, oder gar an einigen Stellen gänzlich zerstört. Wir sehen dies auch hier in der Nähe in den Tiefen des Kraters von Orlbar.
Dennoch unterscheiden sich die Zauber, die wir wirken sehr grundlegend. Wir teilen sie in sogenannte arkane Magie und die göttlichen Segen. Das was wir die arkane Kunst nennen, ist die Methode selbst auf das Gewebe zuzugreifen und es zu formen. Wir erreichen dies durch Studien und Formeln, die es uns begreiflich machen, oder eine direkte Verbindung und die Kraft unseres Geistes, ja selbst Melodien vermögen dies.
Die göttliche Kraft hingegen ist uns von den Göttern gegeben. Durch unsere Hingabe an sie werden uns magische Kräfte verliehen und die Fähigkeit Zauber zu wirken. Auch diese Kraft wird nicht auf den gleichen Wegen erreicht. Es gibt Gesegnete, die erwählt wurden mit Tat und Magie für ihren Gott zu wirken und Priester, die sich dem Gott widmen und durch Gebete und Riten seine Macht wirken.
Diese Wege scheinen also sehr verschieden und sie bringen sehr verschiedene Zauber, also magische Effekte hervor. Ein Priester vermag die Herzen der Leute zu segnen und ihnen so Mut und Tatkraft verleihen, ein Magier formt feurige Vernichtung für seine Feinde. Doch es gibt ebenso Effekte, die sich nicht nur ähneln, sondern sich, trotz der unterschiedlichen Weise sie zu wirken, gleichen. Ich werde etwas vorführen und jeder hier, der in der Lage ist, selbst Magie zu erkennen, möge dies bitte tun.
An dieser Stelle wurden je ein Lichtzauber durch arkane Formel und göttliche Kraft gewirkt, die auf zwei Handschuhen dem prüfenden Blick der Zuhörer ausgesetzt wurde.
Der Effekt den wir beobachten unterscheidet sich nicht. Selbst mit dem Blick in das Gewebe, lässt sich der Unterschied nicht mehr feststellen. Der Weg den wir also beschritten haben, um das Gewebe zu formen, führt uns am Ende an den gleichen Punkt. Es gibt viele solcher Zauber.
Erneut wurde ein Zauber auf beide Arten gewirkt, der zwei der Hörer vor den Einflüssen von Hitze und Kälte bewahrte.
Auch hier, kein Unterschied im Effekt. Wie jeder Magier habe ich mein Zauberbuch studiert und mir beide Formeln eingeprägt, um sie nun wirken zu können und wie andere Priester auch, habe ich Sehanine im Licht der Sterne gebeten, sie mir ebenso zur Verfügung zu stellen. Wie uns die Erkenntnismagie enthüllt, wurde beide Male das Gewebe verformt und auf die gleiche Weise verändert, so dass sich der gleiche Effekt ergeben hat.
Das Gewebe also und damit die rohe Magie der Welt selbst, ist die Quelle aus der diese Effekte stammen. Alle Magie ist somit Eins und stammt aus der gleichen Quelle. Alle Magie, arkan oder göttlich, Kunst oder Kraft wird über das Gewebe geformt. Mir ermöglicht das Studien des Gewebes und der Formeln, die einen Effekt beschreiben, es direkt zu beeinflussen und diesen Effekt zu erzeugen. Ebenso schenkt mir Sehanine die Macht, aus ihrer Energie Ähnliches zu tun. Doch dies sind lediglich verschiedene Wege. Sie enden am gleichen Punkt und sie beginnen an der selben Stelle. Dem Gewebe.
Es gibt sogar arkane Formeln von hoher Macht, die es erlauben Effekte, welche sonst nur durch göttliches Wirken kanalisiert werden nachzubilden. Die Verwebungen sind vielfältig und offenbaren uns die Einigkeit der Dinge. Magie, diese Energie, die wir kaum erfassen können, kennt unsere Wege nicht und unterscheidet nicht. Sie ist neutral. Ebenso ist das Gewebe ungefärbt und nur das Mittel, das wir nutzen. Die Art und Weise, den Weg, bestimmen wir. Nur unser Tun trennt, was letztlich Eins ist.
| Quellen: | Kampagnenset Vergessene Reiche, Magic of Faerûn |
| Autor: | Jhaan |