Bastardschwert
im Spiel: Exotische Hiebwaffe mit 1w10 Schaden ; Krit.Treffer 19-20/x2
Das Bastardschwert (auch Anderthalbhänder genannt) ist ein Typ des spätmittelalterlichen europäischen Langschwerts. Die historisch korrekte Bezeichnung ist das lange Schwert.
Beschreibung:
Anderthalbhänder sind eine Weiterentwicklung des bis dahin üblichen Einhandschwertes, welche durch die veränderte Kriegsführung ausgelöst wurde. Die Schwerter haben eine Klingenlänge bis zu 100 cm und zeichnen sich durch einen bis zu 30 cm langen Griff (Gehilz) aus. Dadurch wurde es möglich, mit der zweiten Hand unterstützend den Knauf, den verlängerten Griff oder die Klinge zu packen. Sie unterscheiden sich deutlich vom Zweihänder, welcher außer der bis zu zwei Meter langen Klinge noch einen wesentlich längeren Griff besitzt.

Geschichte
Die Entwicklung der Waffentechnik und Kriegstaktik, beispielsweise die Einführung des Langbogens oder der massierte Einsatz von Fußvolk mit Stangenwaffen, führten zu einer Veränderung der Schutzwaffen. Der Schild wurde immer kleiner und die Rüstung musste um so besseren Schutz bieten. Die Rüstungen, die bis dahin vornehmlich aus Ringgeflecht bestanden, wurden zunehmend mit Platten verstärkt. Damit wurden die bis dahin üblichen Schwerter wirkungsärmer. Um das auszugleichen, wurden natürlich auch die Waffen angepasst. Da auf Grund der überragenden Schutzwirkung von Plattenrüstungen im Kampf kein Schild mehr getragen werden musste, konnte man beide Hände für das Führen des Schwerts benutzen (daher auch der längere Griff bei den langen Schwertern), was einen höheren Anspruch an die Verbesserung der Fechtkunst zur Folge hatte.
Die rekonstruierende zeitgenössische Fechtkunst beschäftigt sich oft mit dem Anderthalbhänder; dieser wird dabei stets zweihändig geführt und lediglich für einzelne Techniken eine Hand vom Griff genommen. Allerdings gab es etliche Techniken, bei der das Schwert mit einer Hand am Griff und mit einer an der Klinge geführt wurde, die sogenannte Halbschwert-Technik. In den Quellen wird der Anderthalbhänder als "langes Schwert", seltener auch als Zweihandschwert bezeichnet.
Eine noch spätere Entwicklung, um Rüstungen zu brechen, waren spezialisierte Schwerter, die für die oben erwähnte Halbschwerttechnik gedacht waren und darüber hinaus auch zum festen Stich taugten, die sogenannten Bohrschwerter. Diese besaßen zwar stumpfe Klingen, dafür aber extra verstärkte Spitzen und speziell geformte Klingen und wurden auch Estoc genannt.