Spielwelthintergrund: Was ist der Grüne Regent?
Jene unter euch, die neu in Lautwasser und dem Delimbiyrtal sind, mögen sich die Frage stellen: "Was ist der Grüne Regent?" Nun, die Antwort ist erfreulich einfach und dennoch kompliziert. Denn die Antwort lautet: "Es kommt darauf an."
Teseryne Reinsilber, Tochter von Talanthe Reinsilber, im Jahr der Unbändigen Magie
Inhaltsverzeichnis (ausblenden)
1. Der Grüne Regent ist ein Traum
Ein greifbar gewordener Traum. Das Delimbiyrtal liegt der Gottheit Mielikki am Herzen. Sie wacht über das Land und schützt es vor allen, die seine heranreifende Schönheit zu zerstören trachten. Mielikki träumt von Harmonie zwischen Natur und Zivilisation und möchte aus den Gebieten am Leuchtenden Fluss eine Zuflucht für ihre Ideale und ihre Anhänger machen. Dieser Traum ist die Richtlinie des Grünen Regenten.
Richtlinie mag falsch formuliert sein, denn der Grüne Regent hat keinerlei tatsächliche Macht inne. Er herrscht jedoch über die Herzen und Gedanken aller guten Bewohner von Lautwasser. Ohne eigene Burg, oder Ländereien und ohne eine eigene Armee ist die Herrschaft des Regenten symbolisch, hat jedoch einige spürbare Auswirkungen.
Unter dem Grünen Regenten verhalten sich die Jäger vorsichtig, um den Tierbestand zu erhalten. Holzarbeiter wird schonend betrieben, es wird totes Holz gesammelt und Waldstücke sorgfältig ausgewählt, ebenso wie neue Bäume gepflanzt, wenn der Wald zu sehr ausdünnt. Waldläufer und Druiden bieten ihre Führung an, wenn sie benötigt wird und Kleriker der Mielikki haben ein wachsames Auge auf das Delimbiyrtal.
Der Grüne Regent bewahrt das Tal üblicherweise vor feindlichen Übergriffen und anderen Bedrohungen für die Harmonie der Waldjungfer. Diesem Beschützer dienen die Sprösslinge, eine eingeschworene Handvoll Getreuer, die den Traum teilen. Barden vergleichen das Gebiet um den Leuchtenden Fluss gern mit einem üppigen Garten, in dem die natürliche Schönheit vorsichtig beschnitten wird, um ein fast übernatürliches Paradies zu schaffen. Ein großer Teil ist dabei dem unermüdlichen Wirken des Grünen Regenten und seinen Sprösslingen zu verdanken.
Wenn die Herrschaft des Regenten, den manifestierten Traum darstellt, ist Lautwasser sein Abbild.
In den Gärten der Grottenstadt blühen Blumen zwischen üppigem Gras, Efeu rankt sich über die Gebäude und zieht die Stadt förmlich in die Umarmung der Natur. Hinter den Wachstationen und Erdwällen der Stadt finden sich fruchtbare Felder und die Bauern ziehen außerordentliches Gemüse heran. Den größten Teil des Jahres werden die Weiden durch Wildblumen geschmückt und in den Wäldern leben Feenwesen, Zentauren und Einhörner.
2. Der Grüne Regent ist erwählt
Der Grüne Regent ist Erwählter von Mielikki. Ähnlich dem Magister, der Vefechter der Götter der Magie ist, wirkt der Regent um Mielikkis Willen in Faerûn umzusetzen. Sein Mantel ging an verschiedene Personen im Laufe der Jahrzehnte, wie es die Bedürfnisse der Herrin der Wälder diktierten. Doch nur an Jene, die den Traum Mielikkis teilen und bereit waren sich ihm ganz zu verschreiben.
Im Gegensatz zur Geschichte des Magisters, wird der Mantel des Grünen Regenten in einer friedlichen Zeremonie zu jedem Schildtreff? weitergereicht. Der Titel beinhaltet keine lebenslange Pflicht. Kein Regent trug den Mantel je länger als vier Jahre.
Der Ritus der Wahl beginnt einfach: Während der Festlichkeiten zum Schildtreff finden sich alle interessierten jungen Männer und Frauen vor der Fürstenhalle ein. Dort, in einer geheimnisvollen Zeremonie unter Aufsicht des Hirschzirkels, einer zurückgezogenen Gruppe Mielikkidruiden, trinken die Kandidaten von einem Gebräu, das als Grüner Trank bezeichnet wird, aus dem Kelch der Herrin. Die genaue Zusammensetzung des Tranks ist ein gut gehütetes Geheimnis, es strahlt selbst keine Magie aus, aber der Kelch jedoch tut es. Wenn Mielikki den Aspiranten als Sprössling des Grünen Regenten annimmt, erscheint ihr Symbol in einem smaragdgrünen Licht auf der Stirn der Person. Sollte Mielikki ihn ablehnen, ekelt ihn der Trank und er ist unfähig ihn zu schlucken.

Nach der Zeremonie fasten alle Sprösslinge einen Tag und trinken nichts außer Wasser aus einem fließenden Strom. In dieser Nacht hält jeder in einem anderen Teil des Hochwaldes nördlich von Lautwasser Wache. Die Tradition erlaubt ihnen ein kleines Feuer für Wärme und Licht, sofern es den Wald nicht gefährdet. Während der Nacht erscheint einem der Anwärter ein prachtvolles Einhorn. Er muss dem Wesen in die Tiefen des Waldes folgen. Wohin das Einhorn den Spross führt, oder was an diesem Ort geschieht, ist einzig Mielikki und dem Grünen Regenten bekannt, doch es muss außergewöhnlich sein, denn wenn der ehemalige Spross zurückkehrt, trägt er den Mantel des Grünen Regenten und die Zeichen des Erwählten Mielikkis, verschlungene smaragdfarbene Symbole, die sich Efeu gleich am gesamten Körper des Erwählten entlang ranken. Wenn die Regentschaft vorüber ist (durch Tod oder das Verstreichen der Frist), verbleiben die Symbole, färben sich aber schwarz und gleichen normalen Hautzeichnungen.
3. Der Grüne Regent ist ein Held
Talos und Malar verabscheuen Mielikkis Traum und entsenden ihre Anhänger bei jeder Gelegenheit gegen den Grünen Regenten. Schon einige Male versuchten Kulte des Zerstörers, Gewalt und Tod über die idyllische Region am Fluss Delimbiyr zu bringen. Eine bekannte Begebenheit trug sich vor 35 Jahren zu, als Kalahar Zweihand, der spätere Fürst Lautwassers als Grüner Regent diente. Talositen beschworen einen furchtbaren Sturmelementar, tief im Süden der Graugipfel, östlich des Delimbiyrtals und ließen die Kreatur über Llorkh und Orlbar herfallen. Regen trommelte auf das Land herab und die Winde des Sturms rissen die Dächer von den Häusern, der Graufluss trat über die Ufer und spülte große Teile Llorkhs weg. Unter dem Kommando des Kultes schien das Monster die Verwüstung des gesamten Grautals anzustreben.
Kalahar führte eine Gruppe seiner Sprösslinge gegen den Kult und nach einem heftigen Kampf im Sturm, auf dem Gipfel eines Berges, gelang es ihm den Zauber aufzuheben, der die Kreatur an die Faerûn band. Nach dem Verlust ihrer Anführer und der Vereitelung ihres Plans, zerstreute sich der Kult.
Die Verwüstungen durch die Anhänger des Bestienfürsten Malar, nahmen nie ein solches Ausmaß an. Statt dessen versuchten sie die Harmonie Mielikkis durch Überfälle auf kleine Dörfer oder vereinzelte Höfe zu stören. Malariten verachten, das was sie als Weichheit und Schwäche derer bezeichnen, die unter der Regentschaft des "Grünen" stehen und erfreuen sich daran, Furcht im Delimbiyrtal zu verbreiten. Sie lauern in den Tiefen des Hochwaldes, an einem Ort, den sie das Dickicht nennen. Viele von ihnen sind Werwesen.
1369 TZ ging ein blutroter Mond über dem Delimbiyrtal auf und die Malariten interpretierten dies als Omen ihres schrecklichen Gottes. Sie fielen in einem Blutrausch, aus den Wäldern über das Tal her. Die folgenden drei Nächte jagten die Lykanthophen, drangen in Häuser ein und vertrieben die zu Tode erschrockenen Bewohner Lautwassers und des Umlandes. Das Volk der Grottenstadt wehrte sich und der junge Stedd Rein vermochte sich in diesen Kämpfen zu beweisen, aber der malaritische Blutdurst hielt an. Der Grüne Regent dieser Zeit, Galaer Graswelle wurde durch die Anhänger des Bestienfürsten erschlagen und sie spießten seinen Kopf auf einen Pfahl außerhalb der Wälle von Lautwasser. Nach drei langen Nächten färbte sich der Mond wieder normal und die Malariten zogen sich in die Wälder zurück, ebenso irrational wie auch ihr Angriff erfolgt war.
4. Der Grüne Regent ist ein Vermächtnis
Die Identität des ersten Grünen Regenten ist in den Strudeln der Zeit verloren gegangen, doch es wird angenommen, dass Mielikki keinen Verfechter ihrer Sache bestimmte, ehe Menschen sich, von Luskan aus in den Gebieten der Wilden Grenze verbreiteten. Als Mielikkis Kirche wuchs, wählte sie mehrere Regenten aus dem Königreich Athalantar, ehe es unterging. Als sich später Tethyrer am Delimbiyr ansiedelten, könnte die Herrin der Wälder sie für ihre Vision gewinnen und die Tradition des Grünen Regenten lebte in den Königreichen von Phalorm und Delimbiyrian. Nach dem Zusammenbruch der delimbiyrianischen Zivilisation, spalteten sich die Bewohner des Tals in kleine Stadtstaaten auf, doch der Regent wachte weiterhin über die Wälder, die Bevölkerung der Region und Mielikkis Traum.
Die Herrschaft des Grünen Regenten wurde nur einige Male unterbrochen, zum letzten Mal durch den Tod Galaer Graswelles für drei Jahre. Die mit Abstand furchtbarste Unterbrechung wurde durch die calishitische Familie Rensha verursacht, als diese im Jahr der Geißel Lautwasser und große Teile des Tals eroberten. Man sagt Mielikki war abgelenkt, als die Renshas den Ritus der Wahl neuer Spösslinge zum Schildtreff? verboten und den Grünen Regenten als Bedrohung ihrer Macht jagten. Nach einigen Jahren der Verfolgung verschwand der Grüne Regent für mehr als ein Jahrhundert.
Die Herrschaft der Renshas brachte dem Tal den Hauch von Wohlstand und regelmäßigen Kontakt mit der Außenwelt, doch der Erfolg ließ auch die Achtung für die Harmonie zwischen Zivilisation und Natur schwinden. Holzarbeiter drängten die Wälder von den Ufern den Flusses, die Bauern legten neue Felder an und Schürfer förderten erstaunliche Mengen Erz aus den Bergen. Der Reichtum des Landes wurde den Leuchtenden Fluss hinabgespült.

Mit dem Verstreichen der Jahre, fielen die Rensha-Fürsten immer mehr der Dekadenz und näherten sich so auch ihrer eigenen Verderbnis an. Pasuuk, der Letzte ihrer Linie, besiegelte sein Schicksal, als er einer Gruppe käuflicher Jäger befahl, ihm das Horn eines Einhorns zu bringen. Wofür er es brauchte, ist nicht bekannt, aber es wird spekuliert, dass er das Horn für ein magisches Ritual benötigte, um eine Verbindung zwischen seinem Schloss und irgendeinem infernalen Abgrund herzustellen. Später bestätigte sich, dass er durchaus im Diabolismus versuchte.
Nach wochenlanger Suche, spürten die Jäger ein Einhorn auf und brachten es dazu seine Teleportationsfähigkeit zu benutzen, so dass sich damit nicht noch einmal zu retten vermochte. Die Jäger stellten die Kreatur in einer tückischen Biegung im Einhornlauf. Der Anführer der Bande befahl ihrem neusten Mitglied - dem Sohn eines vertreibenen Adligen aus Nimbral - den tödlichen Stoß zu führen. Der junge Mann hob seine Klinge und trat vor, um dem Befehl zu gehorchen, doch als er in die Augen des wunderschönen Tiers sah, brachte er es nicht über sein Herz. Sein Schwert noch erhoben, wandte er sich gegen die Anderen und sagte ihnen, dass er solch ein wunderbares Tier nicht töten und es gegen jeden verteidigen würde, der es wagen sollte, dies zu versuchen. In diesem Moment des Mutes, wurde Nanathlor Grauschwert der erste Grüne Regent seit dem Beginn der Rensha-Herrschaft.
Nanathlor und zwölf seiner Gefährten überwanden ihren Anführer. Als sie das taten, erschien das leuchtende Symbol des Regenten auf ihrer Stirn und die bezeichnenden Markierungen des Regenten, zogen sich über Nanathlors gesamten Körper. Das Einhorn entpuppte sich als Avatar Mielikkis selbst und trug den dreizehn Jägern auf, das Tal von der grausamen Rensha-Herrschaft zu befreien.
Für zwei Winter entbrannten heftige Kämpfe zwischen den zusammengewürfelten Kräften des Regenten und Pasuuks teuflischem Regime. Der Krieg des zurückgekehrten Regenten endete in der Schlacht an der Verworrenen Kreuzung, wo Nanathlor die Macht seiner Gottheit beschwor, um sogar die Bäume gegen Pasuuk zu schicken. Pasuuk entfesselte einen Teufelszirkel gegen die Diener Mielikkis, aber die geschwächten Bäume vernichteten Pasuuk und seine scheußlichen Verbündeten gänzlich und verteilten ihre Überreste wie Unrat in der Gegend. Aus diesem Grund ist der Erdboden an dieser Stelle noch heute schwarz wie die Nacht.
Nanathlor Grauschwert übernahm die Herrschaft von Lautwasser und leitete eine neue Ära der Blüte über das Delimbiyrtal. Die großen Abholzbetriebe und Minen wurden verlassen, doch man hielt die Kontakte zu den Gebieten außerhalb aufrecht. Nanathlor brachte Gesundheit und Wachstum zurück ins Land, das unter der Herrschaft der Renshas verdorben wurde.
Seit Nanathlor der Zurückgekehrte Grüne Regent wurde, haben über ein Dutzend den Mantel des Regenten getragen, beispielsweise der beliebte Vater des heutigen Fürsten, Kalahar Zweihand. Die Regenten der Vergangenheit waren sehr verschieden, Mielikki wählte nicht immer den offenkundigsten Kadidaten. Sie zog zuweilen einfache Bauern bekannten Waldläufern und selbst scheinbar herzlose Söldner, ergebenen Priestern ihrer Sache vor. Es gibt einen Ausspruch unter dem Volk des Tals, dass "Es unser Schicksal ist, uns über ihre verschlungenen Pfade zu wundern, bis das Ziel erreicht ist." Alle ihrer bisherigen Entscheidungen haben sich als jeweils als exakt die richtige Person für die Aufgabe die vor ihr lag erwiesen. Doch selbst mit diesem Wissen, scheint ihre Wahl nicht immer richtig und einige ihrer Anhänger bezweifelten schon ihre Weisheit.
5. Der Grüne Regent ist ein Mysterium
Seit die Stadt der Umbra? über dem Schreckenswald erschien wanderten Orks aus dem Hochwald in die Graugifelberge. Diese "Graue Wanderung" wie das Volk des Tals sie nannte, stifteten Unruhe und erschrecken, waren jedoch nicht so tödlich, wie sie hätten sein können. Die Orks hielten sich auf ihrem Weg nach Osten von den Siedlungen fern.

Es gab Ausnahmen, eine besonders schockierende zu den Feierlichkeiten am Schildtreff 1372. Der Hischzirkel war nicht die einzige Gruppe, die aus dem Hochwald zum Ritual kam, mit ihnen kam eine Gruppe Hochwaldorks, angeführt von einem jungen Häuptling namens Otar. Orks mitten in der Stadt war schockierend genug, doch nicht ansatzweise so schlimm wie der Augenblick, in dem Otar den Grüntrank ansetzte und ohne Zögern hinunterschluckte. Der Schock wandelte sich in Entsetzen als der Ork am nächsten Tag aus dem Hochwald kam und die Male des Grünen Regenten auf der grauen Haut trug.
Die alten Elfenfamilien lehnten die Wahl offen ab, bezichtigten den Hirschzirkel offen des Betrugs und der Blasphemie. Halithan Phelaniityr, der Patriarch des damals einzigen Sonnenelfenhauses der Stadt versprach die Situation selbst zu korrigieren, ehe er zur "Jauchegrube von orkischem Abfall" würde. Ehe Gewalt ausbrach zogen sich die Druiden zusammen mit Otar in den Hochwald zurück und hinterließen Einige ärgerlich, Andere erschrocken was die Zukunft betraf und die neuen Sprösslinge ohne Anführer. Stedd Rein, Held der Nacht des Blutmondes und mit den besten Chancen auf den Mantel des Regenten gerechnet, trotzte Mielikkis Wahl und schlug sein Manifest an den Stamm in der Taverne Zum Roten Keiler...
6. Bekannte Grüne Regenten
- ...
- 1315 - 1318? TZ: Nanathlor Grauschwert
- ...
- 1348 - 1352? TZ: Kalahar Zweihand
- ...
- 1368 - 1369 TZ: Galaer Graswelle
- 1372 - 1376 TZ: Otar
- 1376 - 1380 TZ: Jaida Zerezal
- 1380 - 1384 TZ: Learalin Nayneeh
- 1384 - 1388 TZ: Ael'aryth Thaveruil
- seit 1388: Lu'evarlis Anrel Ilianvain

Ritual zur Wahl des Grünen Regenten im Jahr 1388 TZ, auf dem Vorplatz des Fürstenschlosses
7. Quellenangaben
- Legacy of the Green Regent (extern bei Wizards.com)
Autor: Jhaan (Übersetzung)