Kossuth

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Name:Kossuth
Trivialnamen:Der Feuerfürst, Der Herr der Flammen
Göttlicher Rang:Höhere Gottheit (17)
Heimatebene:Elementarebene des Feuers
Gesinnung:Neutral (Rechtschaffen Neutral)
Klerikergesinnungen:CN, NB, NG, NN, RB, RG, RN
Einflusssphären:elementares Feuer, Reinigung durch Feuer
Diener:Druiden, Elementare Archonten, Feuerkreaturen, Tayer
Domänen:Erneuerung, Feuer, Leiden, Zerstörung
Bevorzugte Waffe:"Flammenranke" (Stachelkette)

1.  Vorwort

1.1  Einleitung

Kossuth ist der Gott des Feuers und seine Anhänger können von jeder Gesinnung und von vielerlei Motivation angetrieben sein, ohne einem festen Lager zugeordnet werden zu müssen. Vom fanatischen Vertreter der Anschauung elementarer Überlegenheit, der die Welt reinigen will, über den tugendhaften Streiter voller Tatendrang, bis hin zum einfachen Mann, der über die Lehre von Ehrgeiz und Lohn zu Kossuth gefunden hat, können viele Hintergründe einem Kossuth-Anhänger Leben einhauchen.
Um potenziellen Kossuthi-Spielern einen Einblick in diese Religion Faerûns zu geben, wurden in diesem Thread zugehörige Informationen aus zahlreichen Quellenbüchern zusammengetragen, sodass grundlegendes und tiefergehendes Wissen angeboten werden kann. Sicherlich habe ich den Götterbogen auch geschrieben, um Spieler anzuregen, doch mal einen Feuergottanhänger auszuprobieren, da ich Kossuth als sehr interessant, vielleicht etwas vage, dafür aber auch vielseitig empfinde. Ich überlasse mal jedem selbst die Einschätzung, ob er sich von dem Leitfaden erschlagen oder doch motiviert fühlt. Anregungen sind willkommen.

Für alle Arten von Anhängern werden in Kapitel 1 die Einführung und das Dogma eine Grundlage geben, um sich zu orientieren, während religiös motivierte Charaktere wie Mönche oder gar Kleriker ein detaillierteres Wissen voraussetzen, wie es in Kapitel 2 zu finden ist. Ergänzende Hilfe und Spielansätze mag noch das 3. Kapitel über Kossuth-Anhänger in der HA bieten.
Selbstverständlich ist es nicht notwendig, alles Wort für Wort auswendig zu wissen, aber wer einen Charakter spielen möchte, welcher der Kirche angehört, sollte sich einen soliden Überblick verschaffen. Denkbar ist natürlich auch, sich im Spiel durch andere Kossuthi näher heranzutasten.

1.2  Hinweise zur Anmeldung

Für alle Anmeldungen generell sind Themen wie die Eltern, geographische Herkunft und ggf. wichtige historische Ereignisse des Heimatlandes, das Aufwachsen/Ausbildung, die Interpretation der Religion, kultureller Hintergrund und persönliche Ansichten und Macken des Charakters relevant. Erläuterung extremer Attribute (jenseits von 10-14) und etwas zur Klasse sollte zudem festgehalten sein, um sich vor allem selbst klar zu machen, was man dann ingame spielen wird. Schließlich sollte der Charakter einen Grund haben, wieso er in die Hochwaldregion reist.

Eine sehr nützliche Hilfe hierfür ist Ced23Ric’s Leitfaden zur Anmeldung eines Charakters.

Je mehr ein Charakter von religiösen Motiven angetrieben wird, umso wichtiger wird in der Anmeldung und noch mehr für das Spiel die Schilderung solchen Gottbezuges. Ein durch die Glaubenslehre geprägter Kleriker ist nun mal ein ganz anderes Kaliber als etwa ein Kämpfer aus Thay, der in seinem Heimatland wenigstens oberflächlich mit dem Glauben an Kossuth, Tyrannos oder Loviatar in Berührung kommt. Es muss nicht das Dogma der Gottheit zitiert werden, sondern vielmehr eine Verbindung zwischen dem Verhalten und den Ansichten des Charakters und der Glaubenslehre erkennbar werden. Einen Schutzgott zu haben und andere Götter bei entsprechendem Anlass anzubeten, ist in Faerûn üblich.

Für Kleriker und Druiden ist schließlich noch der Moment wichtig, ab dem sie sich der Gunst ihrer Gottheit bewusst sind und von ihrem Gott gewährte Zauber wirken können. Für die Anmeldung solcher Klassen in der HA wird dies allgemein unter dem Begriff "Erwählung" verstanden. Diesem Moment geht üblicherweise eine jahrelange Zeit großer spiritueller Hingabe voraus (bzw. das Noviziat), in welcher sich die Aspiranten als würdig erweisen, um dann in der Regel durch den Eid des Feuerlaufens zum Kleriker geweiht zu werden. Für Kleriker-Interessenten gibt es hierzu mehr in Kapitel 2 bzw. 2.3. Wenn die Erwählung auf andere Weise geschieht und so die Reviewer überzeugt, ist's auch in Ordnung.

2.  Kossuth

2.1  Datenblatt: Kossuth

2.2  Einführung zum Herrn der Flammen

Kossuth, gesprochen wie eine flüsternde Flamme, ist der Patron aller Feuerelementare und all jener, die das Feuer als reinigende und (wieder)belebende Kraft ansehen. Er ist üblicherweise als riesige Flammensäule dargestellt, die himmelwärts brennt. Er repräsentiert das fortbrennen des alten, um den Pfad für neues zu bereiten, mit der Erkenntnis, dass der Weg rau und beschwerlich ist. Er ist das wärmende Feuer im Herd, das sich jederzeit gegen seinen Besitzer wenden und das Haus niederbrennen kann. Er ist das Mysterium des Feuers, das Geheimnis, das Schmiede inspiriert und Tod jenen Verrückten verheißt, welche Dinge und Personen aus Freude verbrennen.

2.3  Glaubenslehre

Die Lehren der kossuthischen Religion auf Tôril? bauen auf der Annahme auf, dass jene erfolgreich sein werden, die fähig sind, und der Glaube an Kossuth anderen Glauben, insbesondere den anderen Elementarreligionen, überlegen ist; ganz besonders dem Glauben an Istishia. (Die Kirchen Istishias und Kossuths hassen einander.) Feuer und Reinheit sind ein und das selbe; der Rauch, der vom Feuer produziert wird, wurde vom Element Luft in dessen Neid erschaffen, und durch die Unreinheit des materiellen Objektes, das durch die Flammen gereinigt wird. Die treibende Kraft im Kossuth-Glauben ist Ehrgeiz, und der Lohn erfolgreichen Ehrgeizes ist Macht. Die Lehre spricht außerdem davon, dass der Wandel zu einem höheren Status unausweichlich von Schwierigkeiten und Schmerz begleitet wird. "Kein Schmerz, kein Gewinn" (no pain, no gain) ist eine typische Kossuth-Redensart.
Novizen im Kossuth-Glauben werden folgendermaßen eingeführt: "Der ewige Kossuth schickt sein reines Feuer, uns alle zu reinigen und unsere Seelen zu einem reineren Zustand zu verbessern. Erwarte geprüft zu werden und strebe danach, über die Herausforderung zu wachsen, gleichgültig, welche Schwierigkeiten und Schmerz Dich erwarten. Folge den Verheißenen über Dir, denn sie haben ihren Wert bewiesen und einen höheren Status erlangt, den auch Du im Dienste an Kossuth erreichen kannst. Finde die wahre Vorstellung, das letzte Ziel in deinem Leben und verfolge es unbeirrt. Gib Dich völlig diesem Grund hin und er wird Dich unendlich dafür belohnen. Führe die Massen zu dem reinen Licht, welches ist Kossuth selbst, sodass er alles Leben in seine wesentliche Form bringen kann, worauf völlige Ordnung und Harmonie folgen werden."

2.4  Geschichte und Erscheinungen

Seit den frühsten Momenten des Multiversums soll Kossuth, entweder durchweg als ein und dasselbe Wesen oder als eine Reihe von Wesen gleichen Namens, über das Feuer geherrscht haben. Kossuth erschien nur sporadisch in den Reichen, und auch in der Zeit der Sorgen wurde er nicht auf Toril gesichtet. Jeder nennenswerte Brand wird von seinen Anhängern als Manifestation des Feuerfürsten angesehen. Die Anhänger des Tyrannen inmitten des Feuers berichten, ihren Herrn in den Flammen jedes brennenden Gebäudes zu erblicken, was natürlich für Unmut unter den Bewohnern des betroffenen Gebäudes sorgt. Selten ist ein Kossuth-Anhänger an solch einem Brand ganz unbeteiligt.

Von mächtigen Magiern Raumathars beschworen, um deren Feinde zu bekämpfen, erschien er vor rund 1500 Jahren tatsächlich, ehe daraufhin die Region als Strafe für diese Anmaßung in Flammen aufging. Einer Bedrohung Thays durch die Salamander gebot Kossuth im gleichnamigen Krieg 1357 Einhalt, was seiner Popularität immensen Aufschwung bescherte.

Kossuth entsendet manchmal Diener von der Elementarebene des Feuers wie Feuerelementare, Salamander, Feuerschlangen, Ifriti, Feuerfledermäuse, Rauch- und Magmaparaelementare, sowie Azer, um seine Wünsche umzusetzen oder Anhängern Beistand zu leisten.

In Vergangener Zeit war Kossuth mit Amaunator verbündet, dem Sonnengott und dem Patron der Ordnung im alten Netheril?. Banes Rückkehr empfand der Feuerfürst als positiv, da beide Gottheiten sehr auf strikte Ordnung innerhalb ihrer Kirchen bedacht sind. Das "Faiths and Avatars" vermerkt außerdem noch eine Allianz mit Iyachtu Xvim, die aber offenbar nach der Rückkehr Banes keinen Fortbestand hat, sowie Surtur (Gott der Feuerriesen) als Alliierten, der jedoch im "Faiths and Pantheons" nicht mehr als Verbündeter geführt wird.

2.5  Beziehung zu seinen Anhängern

Wie alle Elementarfürsten erweckt Kossuth den Eindruck, wenig Zuneigung für seine Anhänger auf Tôril zu empfinden. Seine Reaktionen scheinen in Endergebnisse vorausberechnet, wenngleich von fremdartiger Logik. Er strebt nach einem bestimmten Ziel, das er jedoch niemandem auf Tôril mitgeteilt hat, außer vielleicht seinen hochrangigsten Klerikern. Er scheint mehr als alle anderen Elementarfürsten bestrebt, Anhänger zu sammeln, die seinen Geboten nachkommen; vielleicht, weil er sie so schnell verbraucht. Die fremdartige und gefühllose Haltung Kossuths und der anderen Elementargötter hat zu dem falschen Eindruck in den Vergessenen Reichen geführt, sie seien nur niedere Gottheiten und ihre Anhänger seltsame Kultisten.

Kossuth akzeptiert bereitwillig in seinem Namen verbrannte Gaben, doch wird ihm nachgesagt, Granate, Topase, Citrine oder feine Schmiedearbeiten aus Eisen oder Edelmetallen, sowie Nüsse, feine Öle, aromatische Harze und Fleisch zu bevorzugen. Seine Geschenke an seine Anhänger ist die Fähigkeit, Feuer zu ihrem größten Vorteil zu nutzen, als auch Schutz vor Hitze und Flammen. Kossuth scheint der einzige Elementarfürst zu sein, der Verehrung mit gleicher Münze heimzahlt; er begünstigt jene mehr, die ihm treu sind und größere Opfer dargebracht haben als jene, die nur kleine Gaben opfern oder jung im Glauben sind.

3.  Kirche und Gruppierungen

3.1  Kirche

Anhänger Kossuths auf Abeir-Tôril scheinen Verschwörer und Intriganten zu sein, damit beschäftigt, die Welt in Reinheit neu zu ordnen, wie es ihrem Bild der Perfektion entspricht; wenn nötig, durch plötzliche und gewalttätige Taten. Von allen Elementarkulten ist der Kossuths der wahrscheinlich gefährlichste und unberechenbarste, denn seine Priester und Anhänger greifen schnell auf Gewalt zurück und gehen oft ohne Verzögerung gegen die Taten anderer vor. Die "Gerechtigkeit" eines Kossuthen tritt üblicherweise rasch ein, ist hart und brutal. Kritikfähigkeit ist unter Kossuth-Anhänger gewiss keine weit verbreitete Eigenschaft.

Kossuths Priester sind in Tempeln organisiert und alle Kossuth-Tempel werden von stolzen, tödlichen und zielstrebigen Individuen (Hohepriester, genannt "Ewige Flamme") geleitet, die sich vor nichts und niemandem außer Kossuth zu rechtfertigen haben und alle davon überzeugt sind, dass ihr weg der richtige sei. Kossuth scheint sich wiederum nicht sonderlich um ihre Taten zu scheren, solange sie ihn verehren.

Mit einer strengen Priesterhierarchie unter dem Hohepriester ist strikter Gehorsam in der Kirche vorausgesetzt – oder vielmehr gefordert. Novizen, die, wie die meisten neuen Anhänger, häufig aus den ärmsten Bevölkerungsschichten rekrutiert werden, werden als "Lichtlose" bezeichnet. Durch den Eid des Feuerlaufens werden sie zu vollwertigen Priestern und "Verheißene" genannt. Aufstieg durch die niederen Ränge geschieht zunächst durch Erfahrung, und danach nur durch die Empfehlung höherrangiger Priester, wenn ein Posten frei wird. Beförderungen werden stets durch die Ewige Flamme vorgenommen, die jeden nach Belieben in jede Position befördern oder degradieren kann, ohne der üblichen Prozedur zu folgen. Jene, die gegen die Wünsche der herrschenden Priester handeln, werden oftmals in den nächsten Fluss geworfen und aus der Kirche exkommuniziert. Einen Anhänger Kossuths mit Wasser zu bespritzen wird als Beleidigung angesehen.

In primitiven oder nomadischen Kulturen wird Kossuth durch Schamanen gedient, die keinem speziellen Tempel verbunden sind, und von ihrer Gemeinde hoch geachtet sind, welche die Schamanen für gewöhnlich fürchten.

Die Priester Kossuths sind in zwei Fraktionen eingeteilt: die Flammenranken (Tendrils of Flame) und die Brennenden Kohlebecken (Burning Braziers). Die Flammenranken betreiben die Kossuth-Tempel in Faerûn, versorgen die Gläubigen und predigen den Massen das Wort Kossuths. Sie führen die meisten religiösen Zeremonien durch und überwachen die Befolgung von Ritualen und Feiertagen. Sie verfügen über die meiste Macht im Glauben und mischen sich in regionale politische und Auseinandersetzungen zwischen Tempeln ein, wobei sie sich im Umfeld des Tempels üblicherweise beliebt oder unbeliebt machen.

Die Brennenden Kohlebecken, von Kirchenkritikern auch die Kohlebeckenbrigade genannt, sind die Abenteurer innerhalb der Kirche. Diese häufig verbitterten Priester sind ehemalige Mitglieder der Flammenranken, die in einer politischen Auseinandersetzung ihres früheren Tempels den kürzeren zogen. Sie wagen sich hinaus in Lande, die Kossuths Weisheit noch nicht erblickt haben und oft zeichnen brennende Gebäude ihren Weg. Das Wort des Flammentyrannen predigend, entdecken sie neue Regionen, die bereit für einen Tempel Kossuths sind. Die meisten Leute würden sagen, die Kossuthi suchen nach Gebieten, die aufgrund von schwacher Führung oder Verteidigung vergleichsweise einfach unter Kontrolle gebracht werden können.

3.2  Alltägliche Aktivitäten innerhalb der Kirche

Die Feuer der Kirche hüten und sicherstellen, dass sie niemals erlischen, ist Aufgabe der Lichtlosen. Andere Mitglieder der Kirche Kossuths planen Zeremonien (Hochzeiten, Bestattungen, Feuerläufe), unterweisen Novizen, kümmern sich um das Wohlergehen und den Wohlstand des Tempels und seiner Kleriker und verfolgen Beförderung um Beförderung. Der Führer eines Tempels zu sein bedeutet, tun und lassen zu können, was immer man will. Der die Priester antreibende Ehrgeiz kippt häufig zu Ehrsucht um, die Priester verfallen der Gier nach Macht, die diese Atmosphäre fördert, und wachsen zu kleinen Tyrannen heran, die zu skrupellosem Verhalten neigen und ihre Grenzen überschreiten. Obwohl dies nicht der Weg sein mag, den Kossuth für seine Anhänger vorgesehen hat, erhebt er kein Wort gegen diese Zustände. Die meisten Tempel, geführt von machthungrigen Ewigen Flammen, verfolgen Ziele der Eroberung, Landerwerb, Wohlstand und Herrschaft und schmieden Bündnisse mit jedwedem, der für ihre Ziele zweckmäßig erscheint, aber fügen sich den eigentümlichen und strikten Regeln innerhalb ihrer eigenen Reihen.

3.3  Gebetszeiten, Feiertage und wichtige Zeremonien

Die Gläubigen beten täglich zum Sonnenaufgang und Mittag zu Kossuth, ehe sie ihre Mahlzeiten zu sich nehmen, und ihm für das verborgene Feuer der Lebensenergie danken, das in allen Dingen lodert. Neben diesen täglichen Zeremonien überwacht die Kirche zwei persönliche Zeremonien und der Tempel veranstaltet eine jährliche Feier.

Der Eid des Feuerlaufens ist die einführende Zeremonie, die alle Priester Kossuths durchlaufen müssen, um Zauber des ersten Grades gewährt zu bekommen und ein ernster Schwur, der abverlangt wird, wenn ein Novize zum Priester wird. Die Stärke dieser Verheißung wird geprüft, wenn dieser Feuerlauf erstmals stattfindet und bei jedem neuen Rang, den der Priester erreicht, durch einen Lauf über glühende Kohlen. Mit jedem Feuerlauf werden die Kohlen heißer und der Weg länger. Wie Kossuth oder seine höheren Kleriker wissen, was in den Herzen und Gedanken der Prüflinge vor sich geht, ist unbekannt, doch Kossuthi, die zweifeln oder beispielsweise Pläne gegen ihren Tempel schmieden, erleiden bei einem Feuerlauf häufig fürchterliche Verbrennungen oder sterben in den Kohlen, während Priester, die zielstrebig in ihrer Reinheit der Absicht und Loyalität sind, unversehrt wandeln.

(Die Einheit des Feuers ist eine Zeremonie, die Kossuth-Specialty-Priests (AD&D) durchlaufen, was ihnen nach erreichen entsprechender Befähigung erlaubt, Feuerlementare von der Elementarebene des Feuers herbeizurufen. Der Zeremonie geht ein Tag durchgehenden Lobgesangs und Gebets voraus, woraufhin das Elementar beschworen wird. Wenn das Elementar antwortet, wird ihm ein Geschenk aus Essen aus den Händen des Beschwörers gereicht, sowie eine Truhe aus Kupfer oder anderen wertvollen Metallen, die mit Münzen, Edelsteinen und Schmuck gefüllt ist, die das Elementar mit den guten Wünschen der Anhänger zu Kossuth tragen soll.)

Am Geburtstag der Ewigen Flamme eines jeden Tempels, richtet jener Tempel eine Feier aus. Die Ewige Flamme lädt hochrangige Priester anderer Tempel ein, lokale und fremde Würdenträger und andere, von denen man erwartet, dass sie dem Tempel in irgend einer Weise nützlich sein könnten. Diese Personen werden verhätschelt, beschenkt und umworben, um sie als zukünftige Alliierte der Ewigen Flamme und des Tempels zu gewinnen.

3.4  Orden und Gruppierungen

Die kossuthischen Mönchsorden sind bekannt als die Jünger des Phönix (guter Gesinnung), die Brüder und Schwestern der Reinen Flamme (neutral) und die Jünger des Salamander (böse). Sie sind sehr abgeschottete Orden, deren Abteien nur aus Mitgliedern eines Ordens bestehen und eine sehr strenge Tradition der Lehre und Kampffertigkeit verfolgen. Jeder Orden hat eigene Tabus, die zum Verhalten des Ordens passen und bis auf die Gründungszeit des jeweiligen Ordens zurückgeführt werden können. Erstere beziehen sich bevorzugt auf die reinigenden und erlösenden Aspekte Kossuths, während letztgenanntem Orden ein Vorzug für die zerstörerischen Fähigkeiten des Feuers nachgesagt wird, der Talos-Anhängern ähnele. Wie eingangs erwähnt, ist Kossuth jedoch kein Freund sinnloser Zerstörung, und so wird das Feuer von den Schülern des Salamander vorwiegend als Werkzeug zur Erneuerung der Welt angesehen. Der neutrale Orden beschäftigt sich mit der Balance zwischen reinigenden und zerstörerischen Aspekten.
Näher ins Detail gehen die offiziellen Quellen nicht, sodass einerseits keine genaueren Richtlinien dafür vorhanden sind, was die "richtige" Philosophie der Orden wäre, aber dadurch auch ein größerer Spielraum für die Ausarbeitung der Philosophien gegeben ist. Unterschiede der Lehren zweier Mönche des gleichen Ordens könnte man beispielsweise auf die Interpretationen ihres jeweiligen Heimatklosters zurückführen, welches die Glaubenslehre etwas anders auslegt als die übrigen Abteien.

Der missionierende militärische Orden Kossuths sind die Ritter des Feuerdrachen. Die Mitglieder dieses Ordens bewachen die heiligen Stätten des Glaubens, leiten die zahlreichen heiligen Feldzüge des Glaubens und beschützen die Ewigen Flammen.
Die Kirche Kossuths hat außerdem viele Verbindungen zu den Rotmagiern von Thay, da viele Rotmagiern selbst Anhänger Kossuths sind. Einige Zulkire arbeiten mit der Kirche und die Kirche mit den Zulkiren bei endlosen Machtspielen in Thay und zur Vorbereitung von Eroberungen jenseits der Grenzen von Thay.

Der Orden der Schwarzen Flamme ist eine verborgen operierende Gruppierung im Dienste der Kirche des Feuerfürsten und jener, welche sich durch besondere Zuwendung zu Kossuth die Dienste des Ordens erkaufen. Tarnung, göttliche Magie und Fanatismus sind ihre Waffen, um gegen Feinde des Glaubens vorzugehen und selbst von den Roten Magiern Thays gefürchtet werden.

3.5  Gestaltung von Tempeln und Schreinen

Schreine und Tempel Kossuths sind immer aus hartem Stein, Keramik und Metall, um auch den heftigsten natürlichen und den meisten magischen Bränden zu widerstehen. Die meisten sind recht solide und blockartig mit aufsteigenden zentralen Elementen oder Säulen, um den Eindruck großer Feuer zu erwecken, die vom Boden hinaufbrennen. Zumeist spiegeln die pyramidenförmigen Stufentempel ihre in Ebenen eingeteilte Hierarchien wider. Alle Tempel sind jederzeit gut beleuchtet. Edelsteine und wertvolle Metalle überkrusten häufig die Oberflächen der inneren Heiligtümer, sind jedoch anderswo nur sparsam verteilt, um den kostbaren Effekt des Heiligtums zu unterstreichen.

3.6  Wichtige Glaubenszentren

Die Kossuth-Kirche baut ihre Schreine häufig in der Nähe von großen Feuerquellen wie Vulkanen, oder heißen, trockenen Gegenden wie Wüsten, die großen Tempel jedoch meistens in Städten und Ländern beträchtlicher Größe (besser für sie zu benutzen und später zu kontrollieren). Das Dorf Lundeth in der Wüste Anauroch ist ein bekanntes (Wallfahrts-)Ziel für Anhänger Kossuths. Der größte Tempel Kossuths in Faerûn ist natürlich das "Flammende Kohlenbecken" in Bezantur, Thay, der Heimat der Roten Magier, die großen Respekt vor dem Tyrannen des Feuers haben. Ferner findet sich der Tempel der Gebieterischen Flamme in Calimhafen, der Hauptstadt Calimshans.

4.  Kossuth-Anhänger in der HA

3.1. Warum einen Kossuthen in der HA spielen? Man ist nicht gleich moralisch so festgelegt wie Tyr- oder Tyrannos-Anhänger und damit selten eindeutig als Gutestuer oder Finsterling einzuordnen, da der Feuerfürst selbst (rechtschaffen) neutral ist und seine Glaubenslehre keine zwingenden moralischen Extreme aufzwingt. Ein Umstand, der Kossuth für viele ehrgeizige Emporkömmlinge attraktiv macht, die einen moralisch gemäßigteren Anschein erwecken wollen oder tatsächlich kein Extrem darstellen. Genauso kann der Anhänger des Herrn der Flammen jedoch ein eifriger Verfechter des Glaubens sein.
Nachfolgend sollen ein paar vage Anregungen gegeben werden, welche Rollen und Aufgaben für einen Charakter in Frage kommen könnten. Sicherlich sind die genannten Rollen nicht die einzigen, die man sich überlegen könnte, und die Ausarbeitung im Detail durch den Spieler dürfte zwei Charaktere des gleichen Betätigungsfeldes voneinander abheben.

4.1  Wahl der Rolle, der Rassen und der Klassen

Rolle und Klasse

Druide:
Kaum ein Hüter der Wälder ist der Elementardruide des Feuergottes, der womöglich die Überlegenheit des Feuers gegenüber den anderen Elementen hervorhebt, die Welt durch die reinigenden Flammen umzuformen und ins Gleichgewicht zu bringen beabsichtigen könnte, oder Feuer vielleicht als die entscheidende Kraft ansieht, welche die Welt durch Zerstörung, Erlösung und Erneuerung in der Balance hält, eine natürliche Auslese bedeutet, belebend wirkt oder den Kreislauf des Lebens ausdrückt. Ein paar Anregungen, von denen man ausgehen könnte. Insbesondere bei naturnäheren Völkern mögen Kossuth-Druiden den Klerikern vorzuziehen sein, oder der Feuerfürst als einer der vier Elementarherrscher, als Nebengottheit Berücksichtigung finden.

Eiferer der Schwarzen Flamme:
The dark side of the Flame is a pathway to many abilities ... für die Mitglieder des Ordens der Schwarzen Flamme, einer geheimen Organisation von fanatischen gottgeweihten Killern, welche jene strafen und vernichten, die sich gegen den Feuerfürsten engagieren, oder sie arbeiten infolge einer motivierenden Spende an die Kirche, um an Gegnern eines Auftraggebers Vergeltung zu üben. Sie verbinden Schleichkunst mit göttlicher Magie und die Prestigeklasse des Eiferers der Schwarzen Flamme ist im weitesten Sinne ein Spion, Saboteur oder Attentäter mit göttlichen Zaubern, der je nach Auslegung von böser oder neutraler Gesinnung sein kann. Die PrC ist zwar nicht in der HA verfügbar, doch lassen sich ihre Fähigkeiten durch Schurken und Mönche oder aufwendigere Kombinationen wie Schurke/Kleriker/Assassine und ähnlichem einigermaßen nachahmen. Neben den drei eigentlichen Mönchsorden bietet sich auch der Orden der Schwarzen Flamme dem Mönch an, allerdings scheint der Orden keine freie Klassenkombination für den Mönch zu erlauben, sodass er nach Aufstieg in einer anderen Klasse keine weiteren Mönchstufen aufsteigen kann.

Kleriker:
Das Rückgrat nahezu jeder Religion und auch im Falle Kossuths die elitäre Gruppe, welche die Maßstäbe für die Anhängerschaft des Feuergottes setzt, die Gläubigen berät, das Wort Kossuths verkündet und durchsetzt, Streiter des Glaubens betreut und selbst ehrgeiziges Vorbild gemäß der Glaubenslehre sein soll. In Tempeln organisiert oder durch die Lande ziehend, bemüht sich die hierarchisch strukturierte Kirche, etablierte Glaubensgemeinschaften zu erhalten bzw. die Weisheit Kossuths in neue Länder zu tragen sowie Einfluss zu erlangen, um die Welt zu reinigen und nach den Lehren des Feuerfürsten neu zu gestalten. Wenn Kossuth-Kleriker Klassenkombinationen eingehen, sind Mönch, Magier und Hexenmeister die bevorzugte Wahl.

Mönch:
Für einen Kossuth-Anhänger vielleicht die Klasse schlechthin ist der Mönch, der, von Ehrgeiz angetrieben, nach der Selbstvervollkommnung durch die Verbindung aus Körper und Geist strebt. Seine besonderen Kräfte, das Ki, mag er aus den in ihm lodernden und Flammen in Form der Wärme und Lebenskraft schöpfen, durch die er sich von den menschlichen Makeln zu befreien hofft und das Feuer gemäß der Glaubenslehre als Bild der Reinheit verstehen kann. Es bieten sich für den agilen Tausendsassa mit großer Willenskraft und Disziplin, der seine Ausbildung zumeist in Kloster, Tempel oder durch einen Mentor erfuhr, (mindestens) drei Orden mit jeweils unterschiedlicher Ausprägung der Interpretation von Kossuths Lehren an und ermöglichen die freie Klassenkombination des Mönchs mit dem Kleriker. Wenn Mönche die isolierenden Mauern ihrer Klöster verlassen, ziehen sie oft aus, neue Herausforderungen zu suchen, um ihre Fähigkeiten auf die Probe zu stellen und zu entwickeln. Da sie ungerüstet und ohne Waffen selbst in gewöhnlicher Bauernkleidung vollständig kampfbereit sind, können sie sich als Agenten oder getarnte Eskorte unter das Volk mischen. Sie können vieles, jedoch nichts so gut wie eine andere Klasse es auf ihrem jeweiligen Spezialgebiet könnte. Die Stärken des Mönchs sind seine Vielseitigkeit, Schnelligkeit und Beweglichkeit. Die für all seine Fähigkeiten grundlegende Kontrolle über seinen Körper und Geist und daraus resultierende Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten, Giften und Magie sowie seine permanente Einsatzbereitschaft runden sein Können ab.

Ritter des Feuerdrachen:
Die Ritter des Feuerdrachen sind als militärischer Zweig der Kirche eine ausführende Gruppierung für kriegerische Operationen, eskortieren Priester oder Gläubige und beschützen Tempel, ohne aber selbst Kleriker zu sein. Nicht unmöglich ist freilich, dass der Ritter dennoch von Kossuth erwählt und zum Kleriker würde. Definiert wird der Ritter des Feuerdrachen durch Schwur und Verpflichtung gegenüber der Kirche, die ihn von einem gewöhnlichen herumstreunenden Krieger unterscheiden und in diesem Fall an den Klerus als seinen Herren binden. Dennoch wage ich aufgrund der kriegerischen Ausrichtung des Ordens die Annahme, der Kämpfer oder Klassenkombinationen mit ebendiesem seien die typischste Klassenwahl. Um seine Fähigkeiten zu ergänzen oder stattdessen eine Spezialisierung ins Auge zu fassen, stehen zahlreiche, mehr oder weniger passend erscheinende Klassen zur Wahl.

Vorkämpfer/Gotteskrieger:
Den Vorkämpfer des Glaubens sollte man nicht mit dem Ritter der Feuerdrachen gleichsetzen, auch wenn ihre Aufgaben sich sehr ähneln und eine Laufbahn als Ritter des Feuerdrachen sicherlich ein geeigneter Weg ist, sich im Sinne des Feuerfürsten hervorzutun. Ein Gotteskrieger muss keineswegs ein Ritter des Feuerdrachen sein, sondern kann auch unabhängig von diesem Orden kriegerisches und moralisches Vorbild gemäß der Lehren des Herrn der Flammen werden und andere motivieren, es ihm gleichzutun. Die Nähe zu den Klerikern der Religion drängt sich auf und die Betreuung durch einen Kleriker oder andere Gotteskrieger auf dem Weg zum Vorkämpfer kann die Entwicklung begünstigen.

Ohne religiöse Motivation:
Selbstverständlich muss nicht jeder Anhänger des Feuerfürsten ein religiöser Eiferer sein oder sein Leben streng nach der Glaubenslehre ausrichten, kann ihn aber dennoch als Schutzpatron oder als einen wichtigen „Nebengott“ verehren, was vor allem bei Handwerkern der Fall sein kann, die mit dem Feuer arbeiten, oder auch bei jenen, welche Kossuths Lehren von Ehrgeiz und Lohn anziehend finden. Magier mit einer Vorliebe für Feuerzauber können sich genauso zum Herrn der Flammen hingezogen fühlen wie etwa Feuerschlucker, karrieresüchtige Soldaten oder ein ehrgeiziger Waffenmeister, der auf die Perfektionierung seiner Kampftechnik hinarbeitet sowie ein Barbar, der seinen Kampfrausch auf das, durch das innere Feuer zum kochen gebrachte Blut zurückführt.

Kossuth wird zwar als mögliche Gottheit für Druiden gewertet, jedoch nicht als Patron für Waldläufer, sodass sie von ihm keine Zauber gewährt bekommen. Erläuterung zu Waldläufern ohne Naturgottheit

Rasse

Elfen:
Wohl allenfalls nebensächliche Verehrung des Elements, aber unwahrscheinlich als Schutzgottheit. Seldarine haben Vorrang.

Gnome:
Gnomisches Pantheon und Gond dürften die bevorzugte Wahl sein. Auch bei Gerät, das Feuer nutzt oder mit Feuer hergestellt wird, sollte Gond wahrscheinlicher sein, auch wenn ergänzende Kossuth-Verehrung denkbar ist. Flandal Steelskin ehrt Kossuth für das Schmiedefeuer.

Halbelfen:
Wenn sie eher nach dem menschlichen Erbe schlagen bzw. durch die menschliche Kultur geprägt sind, sind halbelfische Kossuth-Anhänger sicherlich denkbar. Bei elfisch geprägten Halbelfen sollten die Seldarine erste Wahl sein.

Halblinge:
Haben ebenfalls eigenes Pantheon, sodass ein Halbling wohl nur zu einem der Elementarkulte neigt, wenn er darauf aufmerksam gemacht wird.

Halborks:
Ähnlich Halbelfen durch das Umfeld bedingt, in dem sie aufwuchsen. Ungeduld und Hitzköpfigkeit können vielleicht eine Verbindung zu manchen Aspekten des Feuers sein, aber vielleicht wäre Talos im Falle ungezügelter Zerstörungswut die geeignetere Wahl, was abzuwägen wäre.

Menschen:
Die religiös womöglich vielseitigste Rasse, die alle möglichen Arten von Göttern verehrt und die typischsten Anhänger Kossuths darstellen. Menschen, die mit Feuer arbeiten und deren Leben unmittelbar damit verknüpft ist, können Kossuth als Patron haben, ähnlich die Bewohner heißer Orte oder auch einfach ehrgeizige Workaholics. Bei Menschen ist vieles möglich. Im Lande Thay verehren zahlreiche Menschen Kossuth, der für sie, als neutrale Gottheit, einen Kompromiss mit bzw. eine Abschwächung ihrer oftmals bösen Absichten darstellen soll. Für andere bedeuten der Glauben und die Kirche eine Chance zum gesellschaftlichen Aufstieg, für persönliche Entwicklung oder auch die Möglichkeit eines radikalen Neuanfangs, indem sie ihr bisheriges Leben hinter sich lassen.

Zwerge:
Sie haben natürlich auch ihr eigenes Pantheon, dessen Oberhaupt Moradin Kossuth für das Feuer der Esse ehrt. Nach Zwergenvolk.de gibt es Zwergendruiden, welche in engem Bund mit der Erde (Dumathoin+Grumbar, Tod) oder dem Feuer (Moradin+Kossuth, Schaffung neuen Lebens) stehen. Dem Faiths and Panthons zufolge käme allerdings nur Kossuth unter den vieren als Druidengott in Frage, zwergische Kossuth-Druiden wären also denkbar.

5.  Quellen und weiterführende Lektüre

Die Kapitel 1 und 2 bestehen größtenteils aus einer eigenhändigen Übersetzung der Götterbeschreibung im AD&D-Quellenbuch Faiths and Avatars, dem Informationen aus allerlei anderen Quellenbüchern hinzugefügt wurden: Calimport, Faiths and Avatars, Faiths and Pantheons, Powers and Pantheons. Herausgegeben von TSR bzw. Wizards of the Coast.


Autor: Wildman