Lautwasser - Hafen

Lautwasser - Hafen

Wie in vielen Städten Faerûns ist auch der Hafen Lautwassers ein Gebiet etwas abseits jenen Lichtes, in dem sich die stolzen Bürger jener Stadt gerne sehen. Auch wenn viele Hafenbewohner durchaus Stolz auf "ihre" Perle am Delimbiyr sind, grenzt man sich hier doch oft etwas von der übrigen Stadt ab. Lautwasser verdankt viel seines Reichtums der Flussschifffahrt und so ist der Hafen ein durchaus wichtiges Stadtviertel, dennoch ist das Leben hier meist etwas härter und dreckiger als etwa im Brücken- oder gar Schloßviertel.

1.  Überblick

Der typische Hafenbewohner geht einer harten, eher schlecht bezahlten Arbeit nach. Kaum ein Lastenträger kann sich die schöneren Unterkünfte abseits des Hafens leisten, aber auch Seiler, Gerber, Lagerarbeiter, Fischer und natürlich die Besatzungen der Flussschiffe leben und arbeiten meist in direkter Nähe der Stege und Kräne des Hafenbeckens. Traditionell ist auch ein Großteil von Lautwassers Unterwelt hier beheimatet. Dies mag sowohl an der Armut vieler Hafenbewohner liegen wie auch an den vielen leichtgläubigen Opfern, die der Fluss Tag für Tag in den Hafen spült. Taschendiebe, kleinere Hehler, Bettler und Hafendirnen finden hier ihr eher karges Auskommen und von Zeit zu Zeit macht auch ein Meisterdieb oder blutrünstiger Messerstecher von sich reden.
Trotz dieser Schatten ist der Hafen jedoch ein weit freundlicheres Pflaster als die Elendsviertel größerer oder dunklerer Städte. Die Arbeit hier mag hart und schmutzig sein, doch wirft sie meist doch genug Kupfermünzen ab, um Familie und Heim zu ernähren und sich nach einem langen Tag bei falschem Gesang und wildem Tanz in einer der schmutzigen Kaschemmen mit billigem Bier anständig zu betrinken. Man ist im Hafen durchaus Stolz darauf, härter und gemeiner als der Rest der Stadt zu sein und schnell ist man bereit, Meinungsverschiedenheiten mit der Faust aus zu tragen. Nach einer guten Schlägerei sind solche Streitigkeiten jedoch auch schnell vergessen und gezogene Messer oder gar Morde sind eher die Ausnahme.
Wirklich hart wird das Leben im Hafen eigentlich nur in den kalten Wintermonaten, wenn Frost und Hunger gleichermaßen an Körper und Geldbeutel der Ärmsten Lautwassers nagt. Doch auch zu dieser Zeit hat die Perle am Delimbiyr seine Ärmsten nicht völlig vergessen. Armenspeisungen im Allgötterschrein, vom Fürsten selbst bezahlter Wohnraum sowie der kostenlose Unterricht der Kinder und Waisen des Hafenviertels bewahren dieses Gebiet davor, zu einem echten Elendsviertel zu werden.

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2.  Orte im Hafen

Das Hafenbecken
Gemein hin gilt das Hafenbecken als Herz des Viertels und Pulsader des Handels der gesamten Stadt. Hier herrscht bis in die tiefen Nachtstunden rege Betriebsamkeit. Ladekräne, Flaschenzüge und große Mengen an Ware die von den hart arbeitenden Scheuerleuten gelöscht werden dominieren hier das Stadtbild.

Zur Munteren Nixe
Die Nixe ist eine für Lautwassers Verhältnisse heruntergekommene und berüchtigte Spelunke, seit Jahren geführt von ihrem Besitzer Draco Fünffinger?. Unweit des Hafenbeckens gelegen haben sich im Laufe der Jahrzehnte regelrechte Pilgerwege der Hafenbewohner hin zur Nixe entwickelt. Abgesehen von den Morgenstunden, ist die Nixe, wie viele sie der Kürze wegen nennen, ausgesprochen gut besucht.

Hafenschule
Die dem Hafenviertel gestiftete Schule steht sehr exponiert am Rande des Hafenbeckens, in Sicht- und Spuckweite zur Nixe. Namhafte Lehrkräfte der Schule sind die Lathander Priesterin Sarileth? sowie die Ilmaterpriesterin Jardis.

Esmeldas Erben
Erst kürzlich eröffnet aber schon mit einem bekannten Namen in der Hafengesellschaft ist der Krämerladen Esmelda's Erben, der von dem Halbling Bek geführt wird. In direkter Nachbarschaft zur Nixe beherbergt ein unscheinbares Wohnhaus den Laden, der für viele Hafenbewohner zur ersten Anlaufstelle für alltägliche Dinge des Lebens geworden ist.

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3.  Gruppierungen

Auch wenn der durchschnittliche Hafenbewohner ein armer und ungehobelter, aber dennoch grundehrlicher Bürger ist, sind für viele Abenteurer und Reisende dennoch die Schurken und Gauner am prägendsten und faszinierendsten für das Bild dieses Stadtviertels. Und in der Tat bestimmen die zwielichtigen Elemente halb verborgen viele Alltäglichkeiten innerhalb des Hafens. Fast jeder grundehrliche Arbeiter hat einen Bruder, Vetter, Sohn oder guten Freund, der sein tägliches Brot durch weniger grundehrliche Arbeiten verdient. Ein tragfähiges Geflecht aus Familien und Freundschaften führt dazu, dass der ehrliche Teil der Bevölkerung erstaunlich sicher vor seinem unehrlichen Nachbarn ist, solange nicht all zu hochnäsig mit dem eigenen Geldbeutel herumgeprahlt wird.
In vielen Bereichen passt der Hafen durchaus auf sich selber auf, größere Gruppen gibt es dennoch nur wenige. Unter den ehrlichen Bürgern wären vor allem die erfolgreicheren Flusshändler zu erwähnen, die dank ihres bescheidenen Reichtums soetwas wie den inoffiziellen Adel des Hafens stellen. Einige Handwerke und Zünfte stellen ebenfalls einflussreiche Gruppierungen, sind meist jedoch eher in losen Stammtischrunden als in echten Handwerksgilden organisiert. Mitglieder richtiger Gilden wie etwa der "Kupferwaage" werden daher im Hafen oft ein wenig skeptisch beäugt. Am Ende bleibt es dennoch dabei, dass die vielen kleinen Diebesgilden und Banden wohl die bestorganisierten Gruppen des Hafens sind...

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4.  Die Unterwelt

Die Unterwelt des Hafens wird nicht von einer elitären Gilde angsteinflößender Finsterlinge kontrolliert. Das Bild ist vielmehr von vielen kleineren Banden geprägt, die sich zwar oft auf ein Gebiet wie etwa Taschendiebstahl oder Schmuggel spezialisiert haben, jedoch so gut wie nie ein Monopol auf dieses Tätigkeitsfeld haben.
Streitigkeiten sind daher natürlich durchaus üblich, echte Bandenkriege sind jedoch überraschend selten. Der Grund hierfür ist ganz offensichtlich in der Nixe zu finden, der wohl bekanntesten Kaschemme des Hafenviertels. Hier sitzt der Wirt Draco Fünffinger? und ist über Jahrzehnte langsam zur Grauen Eminenz des Hafens geworden. Scheint er selbst auch kaum die Finger in all den kleinen und großen Verbrechen zu haben erwies er sich schon oft als all zu bereit und fähig, regulierend in die Unterwelt "seines" Hafens ein zu greifen. Seit einigen Monaten hat er angeblich ein regelrechtes Triumvirat in den Hinterzimmern seiner Taverne gegründet. Diese Zusammenkunft einflussreicher Krimineller zeigt kaum Ehrgeiz, den Hafen vollends zu dominieren und präsentiert sich der Unterwelt eher als schlichtendes Organ, dass immer dann angerufen wird, wenn es "echten Ärger" gibt.

Ein mehr oder weniger aktueller Stand der Unterwelt Lautwassers findet sich hier.

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5.  Die Hafenwache

Offiziell existiert die Hafenwache in den Dienstbüchern der Ostenhalle nicht mehr. Dennoch ist es noch immer üblich, zwielichtige Soldaten Lautwassers in den Hafen ab zu schieben. Der Abschaum aller Ordnungshüter hat sich der Probleme erstaunlich effektiv angenommen, auch wenn es manchen Tyrpriester wohl die Tränen in die Augen treiben müsste. Unter dem aktuellen Feldwebel Strolm hat sich die Hafenwacht zu einer durchaus einflussreichen Gruppierung innerhalb der Unterwelt Lautwassers formiert. Das viele kleinere Diebe eher "inoffiziell" zur Kasse gebeten werden und dazu oft noch alte Saufkumpane der Wächter sind, ist ein ziemlich offenes Geheimnis.
Interessanterweise ist der Hafen in den letzten Monaten unter dem Korporal dennoch deutlich friedlicher geworden, denn wo die Wache bei kleineren Verbrechen gerne auch beide Augen zudrückt, arbeitet sie bei wirklich hässlichen Missetaten Hand in Hand mit dem Wirt Draco und seinen Männern. Es gibt viele Gerüchte, dass Korporal Strolm selbst zu Dracos inneren Vertrautenkreis gehört, sämtliche Wächter leugnen dies jedoch mit eiserner Loyalität.

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Autoren: Papsti, Snoopz