Disputregeln des Arkanen Zirkels



Llorkh - Disputregeln des Arkanen Zirkels zu Llorkh

Der Disput ist die strenge Form des wissenschaftlichen Streitgesprächs, in welchem ein oder mehrere Redner eine These gegen eine Antithese oder auch Widerlegungsversuch verteidigen. Dabei darf nur nach den strengen Formen der Logik und der Heuristik argumentiert werden, also nach den logischen Schließmustern, der Induktion und Deduktion. Ebenfalls statthaft sind bisweilen Autoritätenauslegungen, insbesondere bei einem innerschulischen Streit, sofern beide Streitparteien die Autoritäten anerkennen. Da die Logik nur die Form einer Aussage als wahr überprüfen kann, muss der inhaltliche Wahrheitsnachweis anders erbracht werden. Hierzu muss die Argumentation auf als allgemein wahr anerkannte, Grundsätze aufbauen. Diese Axiome oder Tautologien gelten dann als wahr für diesen Disput.

Hierbei kommt man oft überein, eine Autorität als definitorische Grundlage des Disputs auszulegen - oftmals ein klassisches Werk. Neben dieser konventionellen Letztbegründung der disputativen Argumentation, gibt es noch weitere Möglichkeiten, den Inhalt einer Aussage als wahr zu begründen. Hierauf kann und soll an dieser Stelle nicht eingegangen werden. Folgende Regeln des Disputs sind als maßgeblich überliefert:

Ein Disput wird stets von einer Person niedrigeren Ranges oder niedrigerer Reputation an eine Person höheren Ranges oder höheren Ansehens angetragen, niemals andersherum; sind beide Streitparteien gleich im Ansehen, haben beide das Recht, zur Disputatio aufzufordern.

Ein Disput kann mündlich oder auch schriftlich (zum Teil über Jahrzehnte) erfolgen. In beiden Fällen bedarf es jedoch der Anwesenheit der akademischen Gemeinschaft (unseres geneigten Zirkels), welche die Einhaltung der Formen achtet. Die Disputatio muss im Protokoll oder im Werk der Kontrahenten niedergelegt werden, damit sie der Nachwelt erhalten bleibt.

Eine eingeforderte Disputatio kann nicht abgelehnt werden, allerdings kann sie unbeantwortet bleiben. Erscheint ein Geforderter nicht zur Disputatio, oder geht er in seinen Schriften nicht auf die angetragene Disputatio ein, gilt der Streit als nicht entschieden. Wird allerdings ein einziges Argument des Angreifers erwiedert, dann gilt die Disputatio als angenommen und muss nun nach den Regeln des Disputs entschieden werden.

Eine angenommene Disputation gilt dann als beendet, wenn eine Partei den Wahrheitsgehalt ihrer Position erfolgreich nachgewiesen oder behauptet hat und der Kontrahent keine sachlich und logisch begründete Widerlegung aufbringen kann. Oft können Dispute streng genommen nicht als gelöst betrachtet werden, insbesondere, wenn es um existenzielle Grundfragen geht. Zumeist verliert dann einer der beiden Kontrahenten im Verlauf des Disputs seine akademische Reputation und muss sich letztendlich als geschlagen ansehen. Es kann eine zeitliche Frist vereinbart werden, in welcher die Disputatio auszutragen ist.

Auch können beide Parteien übereinkommen, den Disput ungelöst zu beenden und ihn so der akademischen Gemeinschaft und der Nachwelt zu überantworten.

Wird ein Argument im Disput von einem der beiden Parteien nach dreimaliger Aufforderung nicht beantwortet, gilt der Disput als schmählich beendet. Oft leidet das Ansehen beider Parteien darunter. Dies bedeutet keinesfalls eine Niederlage oder einen Sieg für die Parteien. Vielmehr stellt diese Form der Beendigung eine Schmähung der hohen Form der Disputatio selbst dar und gilt als eine Beleidigung für Kontrahent und Tradition.

Argumentiert wird nach den streng ausgelegten Regeln der formalen Logik.


Autoren: Arnaeus (Form), Letos (Inhalte) / AZ