Tyrannensturz

Unter dem Tyrannensturz wird in Llorkh die blutige Auseinandersetzung im Tempel des Gottes Tyrannos verstanden, welche mehrere Leben kostete und gemeinhin als Höhepunkt des Kirchenstreites innerhalb der Stadt gesehen wird.

Inhaltsverzeichnis (ausblenden)

  1. 1. Hintergrund und Vorspiel
  2. 2. Ablauf
  3. 3. Folgen
  4. 4. Bewertung


1.  Hintergrund und Vorspiel

Der Konflikt der Kirchen, stand seit der Errichtung des Tyrannostempels im Zentrum der öffentlichen Wahrnehmung. Ständige Verschärfungen der Anfeindungen bewirkten die Gefahr eines offenen Kampfes, über das Wort des Herrschers hinweg. Über mehrere Monde gelang es dem Wortführer Tyrannos' Balthasar Caraobhan die Position der Cyrickirche zu schwächen, auch wenn er durch sein aggressives Vorgehen Feindschaften entflammen ließ, durch die sich die Fronten weiter verhärteten. Laerus Varvadur, möglicherweise ein Attentäter der Cyrickirche, tauchte eines Tages bei einer Armenspeisung des Tyrannostempels auf und vergiftete eventuell das Essen. Er wurde durch die Gläubigen im Tempel festgesetzt.

2.  Ablauf

Am 21. Ches tauchte eine Rotte der Nachtklingen, unter Befehl Tyrnon Caentigerns, vor dem Tempel auf und verlangte die Herausgabe des Gefangenen. Zwischen Balthasar Caraobhan und Tyrnon Caentigern entbrannte ein heftiger Streit. Die Diener und Wächter des Tempels einerseits und die Nachtklingen andererseits warteten auf den Befehl ihrer Anführer, während diese mit Worten um die Autorität fochten. Wer letztendlich zuerst die Hand gegen den Anderen erhob ist unklar, meist wird jedoch der Kampfbeginn seitens der Nachtklingen angenommen, obwohl deren Anführer nicht für unangebrachte Gewalt in der Stadt bekannt ist. Einerlei, der Sturm des Tempels hatte begonnen und angeblich war es ein blutiger Kampf gewesen. Mehrere Nachtklingen fielen unter der göttlichen Macht des Tyrannen, während die Halle vom brechenden Krachen blanken Stahls erfüllt war. Wie die Nachtklingen den Vorteil errangen, ist wohl dem Soldaten Amron von Lichtenfels anzurechnen, der mithilfe seiner Magie den Widerstand der meisten Tyraniten beendete. Balthasar Caraobhan wurde wahrscheinlich von Tyrnon Caentigern selbst erschlagen, obwohl dieser Umstand meist nur unter seinen Anhängern und Cyricisten Betonung findet. Der Kampf war vorüber. Der Abzug der Nachtklingen fand in der Nacht statt und soll unspektakulär gewesen sein. Sowohl Laerus als auch Balthasar Caraobhan wurden in die Burg gebracht.

3.  Folgen

Die Folgen sind weniger offensichtlich, als man annehmen könnte. Laerus wurde eventuell auf freien Fuß gesetzt, was mit dem Tyrannospriester geschah, ist unklar. Möglicherweise hatte er den Kampf überlebt oder wurde ins Leben zurück gerufen. Doch wer dafür verantwortlich war, Tyrannos selbst oder ein anderer Erwählter, ist unbekannt. Mehrere Tage herrschte auf den Straßen eine gefährliche Ruhe und während die Cyrickirche voll des Lobes für das entschlossene Vorgehen gegen den, wie sie ihn nannten, "Aufrührer" war, sandte der Kontor der Zentarim Soldaten aus, die den Tempel sicherten und die Verwundeten versorgten. Grodok Tucher selbst ging umgehend zur Burg. Obwohl es zu keinen weiteren Ausschreitungen kam, war eine gewaltsame Fortsetzung des Konfliktes wahrscheinlich. Die Cyricisten hätten den Vorfall nutzen können, dem verhassten Konkurrenten ein für alle Mal zu beseitigen. Andererseits hätten die Tyraniten einen Aufstand herbeiführen können, auch wenn diese wohl erheblich geschwächt waren. Doch in diesem Augenblick sah alles zum Herrscher.

Kurz darauf entschloss sich das Triumvirat und Grodok Tucher, vermutlich auf Impuls des Herrschers, für eine Vereinbarung. Es wurde ein Abkommen getroffen, dass den Tempel des Tyrannos aus der Enklave der Zentarim ausschließt und somit dessen Sonderstatus beendet. Gleichzeitig wurde die Vergabe von Zauberlizenzen neu geregelt, sodass die Befugnisse der Tyraniten gleichzeitig erweitert wurden. Balthasar Caraobhan kehrte zum Tempel zurück.

Der Zwischenfall kostete mehreren Nachtklingen und zwei Tyraniten, Ishanaura? und Phaedre? das Leben, obwohl unklar ist, ob diese im Gefecht starben. Das Ereignis prägte sich als der Tyrannensturz in das Gedächtnis der Stadtbewohner ein.

4.  Bewertung

Es gibt zahlreiche Unklarheiten bei diesem Vorfall, Ungereimtheiten in der Darstellung jeder Seite.

Wer gab den Befehl für die Besitzergreifung Laerus', der Herrscher oder der Kommandant der Nachtklingen? Handelte Caentigern vielleicht auf eigene Rechnung und hatte gar nicht die Befreiung des Gefangenen im Sinn? Oder wollte er ihn für die Cyricisten befreien? Seltsam ist jedenfalls, warum eine Hochklinge den Befehl über eine gesamte Rotte besaß, obwohl dies Caentigerns Befehlsgewalt bei weitem überschritt. Daraus ergibt sich die Frage, weshalb die Soldaten ihrer Hochklinge in die Schlacht gefolgt sind, wegen Caentigerns Autorität oder steckt hier mehr dahinter?

Außerdem ist fraglich, wer Laerus schickte, wurde er überhaupt geschickt? Hat er die Armenspeisung tatsächlich sabotiert oder ist er ein Opfer der Willkür geworden? Könnten außer den Cyricisten noch andere hinter diesem Komplott stecken?

Und aus welchem Grund wurde aus dem Wortgefecht rohe Gewalt? War es also ein Machtkampf zweier Männer und ihrer Fraktionen oder ein Ränkespiel eines Dritten? Und weshalb war Grodok Tucher gelassen genug in dieser aufgeheizten Stimmung den Weg zur Burg zu wagen, dazu nur mit einem Mann als Eskorte. Warum konnte Caraobhan unbehelligt in den Tempel zurückkehren und weshalb kam es zur Einigung im Rat?

Will man den Profiteur und eigentlichen Täter finden, ist dies keine leichte Aufgabe. Es lässt sich nur schwerlich beantworten, wer wahrlich einen Vorteil aus dieser Angelegenheit zog. Eher scheint es, als habe jede Seite Schaden genommen.


Autor: Mukade


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